Dienstag, 8. September 2015

Till Brönner at his best

Ein Beitrag von Gastkritiker Jörg Hüddersen

Eröffnung der niedersächsischen Musiktage in Göttingen

Unter dem Motto "abenteuer" gastierte Till Brönner mit dem Till Brönner Orchestra am Sonntagabend im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage in der Göttinger Stadthalle. Es wurde eine musikalische Reise durch viele Länder, doch "abenteuer" war eigentlich der falsche Titel: nach eher seichteren Abenteuern auf seiner letzten Platte sah man einen Till Brönner in Hochform, der ehrlichen Jazz spielte und ihn mit Funk und ein wenig Pop und Klassik angereichert dem Göttinger Publikum präsentierte.

Der Meister bläst die Trompete.
Alle Fotos: Hüddersen
Brönner kam nicht allein sondern brachte sein neues Till Brönner Orchestra mit. Dessen Mitglieder stellte er als Kollegen vor und genauso musizierten sie zusammen: sich gegenseitig Raum gebend zeigten die Musiker unter der Gesamtleitung von Magnus Lindgren, dass sie nicht nur Hintergrund für Till Brönner waren. Lead-Trompeter Ryan Quigley und Saxophonist Mark Wyand zeigten eindrucksvoll, dass sie die Klasse hatten, mit Brönners Improvisationskunst mitzuhalten und so ergab sich kurz vor der Pause eine beeindruckende Jamsession mit zwei Saxophonen und drei Trompeten, die sich Runde um Runde steigerte und das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss. Aber auch in der Begleitung glänzten die Arrangements von Magnus Lindgren und bildeten eine hervorragende Basis für Brönners Improvisationen.

Till Brönners Trompetenspiel ist sicher über jeden Zweifel erhaben - das bewies er auch in Göttingen. Er spielte nicht nur Trompete sondern erzeugte eine eigene, fast übermusikalische Sprache, die die physikalischen Möglichkeiten des Instruments bis an die Grenzen ausreizte. Geschickt wechselte er dabei je nach musikalischer Stimmung zwischen Trompete und dem weiter mensurierten und damit weicheren Kornett hin und her und fand so für jedes Stück den perfekten Ton.

Peter Fessler war der Star des Abends.
Foto: Hüddersen
Stargast des Abends war der Echo-Preisträger Peter Fessler, einem großen Publikum bekannt durch seinen Song "New York, Rio, Tokyo". Zunächst begleitete der Jazz-Sänger Till Brönner mit Gitarre und Gesang bei einem Bossa Nova-Medley, bevor er seinen Hit im zweiten Teil des Programms komplett sang und das Publikum mitriss.

Ach ja, zum Schluss noch die für ein Till Brönner-Konzert obligatorische Frage: Hat er gesungen? Ja, aber nur einmal...

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