Samstag, 4. Januar 2020

Wer braucht schon Wien?

Loh-Orchester mit einem schwungvollen Programm

So fängt das Neue Jahr gut an. Mit dem Programm "Wo die Zitronen blüh'n" begrüsste das Loh-Orchester im Achteck-Haus das neue Jahrzehnt. Die abwechslungsreiche Auswahl und der meisterliche Vortrag begeisterten.

Musik aus Italien und italienisch inspirierte Werke standen auf dem Programm. Die Ouvertüre aus Rossinis war der passende Auftakt. Den Loh-Orchester gelang es hervorragend, den schnellen Wechsel der zahlreichen Motive zu gestalten. Aus dem Knall der Pauken und dem Stakkato der Streicher entwickelte die Oboe das erste Thema, dass dann von den Streichern übernommen wird. Die Geigen bauen es aus und lassen sich auch nicht von dem Pauken und Trompeten stören.

Das deutliche Dirigat von Michael Helmrath zeigt klare Vorstellungen vom Zusammenwirken der Instrumentengruppen. Selbst im furiosen Finale sind die Unterschiede deutlich und das Klangbild transparent. Nur so lassen die unzähligen Ohrwürmer erkennen, die in diesem kurzen Werk komprimiert stecken. Rossinis Meisterwerk hat hier kongeniale Partner gefunden. 

Seine ganze Bandbreite zeigt das Ensemble im letzten Werk. Sieben Stücke von Rossini aus dessen "Matinées musicales" und "Soirées musicales" hat Benjamin Britten hier zusammengetragen. Auf das zarte Glockenspiel im Tanz folgen rührende Trommeln und scheppernde Blechbläser. Michael Helmrath gelingt es, selbst den staatstragenden Märschen ein heiteres Lächeln zu entlocken.

Eine Einheit: Orchester, Dirigent und Publikum.
Alle Fotos: Kügler 
Das Orchester hat Spaß daran, alles zeigen zu dürfen. Der überträgt sich auf das Publikum und es ist versucht, im Walzer mitzugehen. Auch die anschließende Tarantellas und der Bolero zaubern einen Hauch von Ballstimmung in das Achteckha. us.

Da ist Tschaikowskys "Cappriccio italien" fast schon ein Stimmungstöter. Die musikalischen Farben springen um von "lichtdurchflutet mediterran" auf "finster osteuropäisch". Aber auch diesem Wechsel schafft das Ensemble ohne Einbußen. Es ist immer wieder die Oboe, die sich aufschwingt aus dem düsteren Grund in musikalische Höhe. Die Streicher sind dabei leise Begleiter, bis beide in der bekannten Tarantella dahinschweben. Das ist schon eine überzeugende Entwicklung.

Das einzige Manko im ersten Teil  war lediglich das nicht abgestimmte Mikrofon des Dirigenten.So gingen seine Erläuterungen im weiten Rund verloren. Leider nimmt sich niemand in der Pause dieses Problems an.

Von Schwermut keine Spur. Der zweite Teil des Abend beginnt mit dem jüngeren Strauß und die Polka "So ängstlich sind wir nicht" und das Publikum ist wieder in Feierlaune. Nach dem filigranen Klangbildern überzeugt das Loh-Orchester hier mit einer Dynamik und Fülle, mitreißt ohne zu übertönen.

Nicht alle durften mitspielen 
Eine lange Atempause gibt es dann mit einem Intermezzo von Pietro Mascagni und sieben Soundtracks aus "Der Leopard" von Oscar-Preisträger Nino Rota. Es wird ein Festspiel für die Streicher, die hier zeigen dürfen, was die Musik des morbiden 19. Jahrhunderts so alles bereithielt für die Saiten-Instrumente. Es ist Kammermusik in großer Besetzung, in der nur gelegentlich mal ein Holzbläser seine Stimme erheben darf. Mit sieben Tänzen ist diese Phase aber recht ausgiebig.

Es darf mitgeklatscht, ist das Motto im nächsten Stück. In seinen "Erinnerungen an Ernst" hat der ältere Strauß den Musiker viele Gelegenheiten gegeben, sich zum Thema "Mein Hut, der hat drei Ecken" solistisch auszuzeichnen und die Musiker des Loh-Orchester nutzen jede einzelne. Das zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein.

Nach zweimal Strauß gibt es in der Zugabe noch einmal Rota. Dieses Mal seine weltberühmte Titelmelodie zum "Der Pate". Dann koppelt sich das Orchester ab und spielt den Radetzky-Marsch, das Publikum klatscht mit und man zeigt sich als eingeübte Einheit. Danach kann nichts mehr kommen. Also, wer braucht schon Wien?

Schade nur, dass OB Buchmann als Aufsichtsratsvorsitzender von Theater und Orchester freiwillig auf diesen Genuss verzichtet hat. 



Material #1: Das Loh-Orchester - Die Geschichte

Material #2: Loh-Orchester - Das Programm







Freitag, 20. Dezember 2019

Das geht unter die Haus

Antje Thoms inszeniert Woyzeck am DT Göttingen

Leicht schräg, endlos traurig und mit einer völlig neuen Perspektive. Der "Woyzeck" am Deutschen Theater Göttingen geht unter die Haut. Dabei ist die Inszenierung von Antje Thoms nicht nur beeindruckend, sondern nötiger denn je.

Die Vorlage von Georg Büchner ist ein Stück, dass schon sehr die Frage nach Macht und Abhängigkeit gestellt hat. Mit dieser Aufführung macht Antje Thoms deutlich, dass dieses immer wieder getan werden muss. Das ist in Zeiten, in denen Friede, Freude, Eierkuchen zur Maxime geworden sind und in denen Antagonismen hinter dem Scheinwerferlicht verschwinden, um so wichtiger.

Thoms hat sich nicht des Dramas sonder des gleichnamigen Musicals bedient. Dazu hat sie den militärischen Hintergrund entfernt und in die banale Welt des Rockbiz verlegt. Bei aller Kumpelhaftigkeit ist auch dieses von steilen Machtgefügen geprägt.

Schon bevor die Show beginnt, hat Woyzeck verloren.
Alle Fotos: Thomas Jauks
Als Gafferboy steht Göttingens Woyzeck ganz unten in der Hierarchie.  Marco Matthes in der Rolle des Hauptmanns weckt Assoziationen zu jenem legendären Colonel Tom Parker und Andreas Jeßing wirkt als Doktor wie das Alter Ego von Iggy Pop. Das ändert alles nichts an der Grausamkeit der beiden und so ist es nur konsequent, dass beide als Kumpel agieren.

Die Vorstellung beginnt mit einer Andrea Straube als Margreth, die im Stile eines Vamp in knallenges Lackleder gezwängt wurde. Von der Randfigur wandelt sie zur Überfigur und übernimmt die Rolle einer Conferencier. Ihr überliegt die Rolle der musikalischen Kommentatorin.

Überhaupt gibt es eine deutliche Verschiebungen. Kristallisationspunkt dieser Inszenierung ist immer wieder die Band, alles dreht sich um die Bloody Blades. Diese intoniert dann "Misery is the River of life", so etwas wie die Hymne dieses Musicals.

Die Musik von Tom Waits und Kathleen Brennan ist schleppend  und fügt sich kongenial in die düstere Grundstimmung ein. Blecherne Trompeten und ein scheppernde Schlagzeug bestimmen den Sound. Es ist eine Mischung aus Jazz, Blues und Soul und nur einmal verbreitet eine Prise Karibik in "Let's pretend" eine Aufbruchstimmung. "Coney Island Girl" hingegen ist geprägt von bittere Erinnerung.

Woyzeck kriecht zwischen den Musikern hin und her, richtet Mikro-Ständer und klebt Kabel ab. Er ist ganz unten. Im Final wird dieses Gaffer, dieses Klebeband, zu seiner Waffe gegen Marie. Wo sie als Background-Sängerin in der Hierarchie steht, bleibt unklar.

Volker Muthmann hat sich am DT als der Fachmann für die paranoiden Rollen etabliert. Sein Woyzeck schwankt zwischen Resignation und Wahn. Den Kopf stets gesenkt, die Schulter im Hänge-Modus und die Stimme stets im Moll. Nur selten kommt er selten kommt er aus diesem Zustand heraus. Seine Schicksalsergebenheit erreicht hier Dimensionen, die fast schon schmerzen. Muthmann brilliert hier mit Eindringlichkeit.

Stille Momente des Glücks: Woyzeck und Kind.
Foto: thomas Jauks
Wie ein dressiertes Tier lässt er sich vom Doktor befehligen und stopft Erbsen in sich hinein. Bei sol viel veganer Ernährung muss er ja wahnsinnig werden. Selbst Margreth darf ihn vorführen.

Die Bühne dreht sich und zeigt ein Zimmer mit viel Hartz-IV-Charme. Ein schäbiges Sofa, ein Wäscheständer und ein Tiefkühltruhe neben dem Waschbecken. Das hat nichts Glimmer und Glanz zu tun. Hier treffen Marie und Woyzeck aufeinander und ihre Hilflosigkeit und Entfremdung ist ihnen sofort anzumerken. Ihre Träume sind zerplatzt und nur noch selten glimmt in dieser Vorstellung das Feuer der erloschenen Lieben. Sie haben sich nicht mehr zu sagen, auch deswegen, weil Woyzeck nicht artikulieren kann, was ihn umtreibt.

Die Aussage ist eindeutig: Armut verarmt auch seelisch und Abhängigkeiten zerstören Beziehungen. Angst essen Seelen auf, nannte das Fassbinder das mal. Damit stellt sich die Regisseurin Antje Thoms gegen die vorherrschende Harmoniesucht.

Dann tritt das Kind auf. Es ist gekleidet wie sein Vater. Cargo-Hose, Achsel-Shirt und Arbeitsschuhe. Zwei Dinge liegen hier drin. Das Kind ist dem Vater verbunden und ihn droht das gleiche Schicksal wie Woyzeck. Überhaupt zeichnen sich die Kostüme von Mascha Schubert durch Eindeutigkeit aus, die die Inszenierung unterstützt.

Überhaupt ist es eine Aufführung voller Einfälle und Details, die es schwer haben, in der Flut der Reize zur Geltung zu kommen. Doch die Videoprojektionen bleiben unübersehbar. Sie sind kein Beiwerk, sondern sich in das Gesamtkonzept ein.

Antje Thoms hat die Gewicht ein weiteres Mal verschoben. Das Kind bleibt zwar namenlos, wird aber zum Gegenpol der lieblosen Welt. Es pflegt eine innige Beziehung zum Vater, aber um ihn auf den Weg in den Abgrund zu retten, dazu ist es zu schwach. Es bleibt halt ein Kind.

Woyzeck lehnt sich auf und unterliegt doch.
Immer wieder versucht das Kind die Erinnerung an harmonische Zeiten zu beleben. Es trägt dem Vater die Geige hinterher und der spielt. Dann ist es ganz still auf der Bühne und im Auditorium. Das sind die eindringlichsten Momente in dieser Freak-Show. Sie drücken den Kloß im Hals nach oben und machen die Augen feucht. Kein Vater mehr, keine Mutter mehr. Am Ende ist das Kind der wahre Verlierer. Armut zerstört Zukunft.

Aber Woyzeck kann nicht gewinnen. Er spielt Volkslieder und die anderen Rock'n'Roll. Deswegen nimmt die Inszenierung nach jeder stillen Szene noch einmal deutlich an Fahrt auf. Dann dreht sich die 'Bühne wie und jedes Mal quietscht sie wie ein altes Karussell. Die Show muss weiter gehen.

Mit dieser Inszenierung ist Antje Thoms ein großer Wurf gelungen. Sie zeigt nicht nur  aus eindringliche Weise Einzelschicksale sondern sich macht deutlich, dass man die Frage nach den Abhängigkeiten immer wieder stellen muss.





Material #1: Deutsches Theater - Der Spielplan
Material #2: Woyzeck - Die Inszenierung

Material #3: Woyzeck - Die Historie








Dienstag, 17. Dezember 2019

Einfach nur sensationell

Die Söhne Hamburgs sind in der Stadt

Das war eine Party für große Jungs und Mädels. Am Ende des Konzerts war nicht ganz klar, wer mehr Arbeit geleistet hat: Die Musiker oder das Publikum. Dem einen oder der andere werden nach dem Auftritt der Söhne Hamburgs in der Stadthalle Osterode die Hände von Klatschen weggetan haben. Heisere Stimme wird es wohl auch gegeben haben. Aber ansonsten war die Veranstaltung im Stefan Gwildis, Joja Wendt und Rolf Claussen einfach nur sensationell.

Aus dem Hintergrund bimmeln Glocken. Drei gesetzte Herren ziehen durch die Sitzreihen und singen ihre Version von "Kommet ihre Hirten". Schließlich heißt das Programm ja "Die Söhne Hamburgs feiern Weihnachten". Schon jetzt singen die ersten mit und das wird sich bis zum Ende auch nicht ändern. Auf jeden Fall haben Claussen, Gwildis und Wendt die ersten Lacher und das Publikum auf ihrer Seite.  Wer ein Konzert mit Gwildis besucht, der weiß, was ihn erwartet und geht genau deswegen hin.

Schon am Anfang ist die Stimmung auf dem Höhepunkt.
Alle Fotos: Thomas Kügler
Auf der Bühne steht ein altes Piano mit Gebrauchsspuren und ein improvisiertes Schlagzeug mit Becken und Mülleimer. Das Trio spielt seine Erkennungsmelodie und das Publikum klatsch weiter mit. Die drei erzählen davon, wie sie vor vierzig Jahren auf den Straßen Hamburgs Musik gemacht haben. Diese harte Schule ist die Grundlage für den einzigartigen und unbefangenen Umgang mit dem Publikum, das ständige Einbeziehen der Zuhörer.

Die Drei betonen immer wieder, dass sie aus Hamburg kommen. Aber da der Harz mit wenigen Sätzen mal ganz schnell eingemeindet wurde, gibt es keine Grenzen mehr. Das Publikum fühlen sich ernst genommen und mitgenommen und auf einmal sitzen insgesamt 605 gute Kumpels in der Stadthalle. Es ist ein Konzert, bei dem man schon nach drei Minuten wünscht, dass es nie zu Ende gehen mag.

Es fallen auch zum erstem Mal die Begriffe "Osterode" und "Harz". Die letzte Distanz verflüchtigt sich und jede bekommt das Gefühl, dass dies ein wirklich einmaliger Abend ist. Gwildis, Claussen und Wendt wecken die Illusion, dass sie nur für diesen Auftritt hart geübt haben.

Der Begriff "Rampensau" wurde für Stefan Gwildis erfunden. Aber auch Wendt und Claussen stehen ihm in nichts nach. Mindestens ein Drittel des Konzert verbringen sie im Publikum. Dabei praktizieren eine geschickte Rollenteilung: Ein Charmeur, ein Erklärer und ein Chaot. Jeder im Publikum hat seine Identifikationsfigur.

Zum ersten Mal gibt es an diesem Abend das Vorgabe-Echo-Spiel. Das braucht niemand zu erklären und auch kein Zeichen zu geben. Die erfahrenen Kräfte im Auditorium kennen die Einsätze.  Die Aufforderung "Gib mir ein S" wird prompt erfüllt, auch U, L und O folgen.

Mit "Tanzen übern Kiez" sind sie in der gewohnten Spur. Es gibt Soul mit deutschen Texten und der Klassiker von Martha & The Vandellas ist so etwas wie das Glaubensbekenntnis dieses Abend. alles was man braucht, ist gute Musik und jeder darf so sein wie er ist. Das klingt wie eine Reise zurück in die unkomplizierte Jugend. Da fliegen dann auch schon Brottüten geknallt und es fliegen jede Menge Konfetti.

Keine Angst, die sehen nur erwachsen aus.
Foto: Thomas Kügler
Die Show wird erwachsen. Die Techniker räumen die Reliquien ab, der Charme der Straßenmusik verschwindet und die Bühne glänzt wie zu den Zeiten des Ballrooms. Serviert werden Jazz, Soul, Blues und Rock'n'Roll. Alles was Spaß macht und von Hand gemacht wird. Mit dem Song "Kira Petersen" gibt es sogar einen Ausflug in die karibische Musik, gespickt mit Texten, bei denen man zuhören muss, um den Witz wirklich zu begreifen.

Da stehen 180 Jahre auf der Bühne und die haben mehr Elan als drei Boy-Bands zusammen. Ein wichtige Erkenntnis: Der Norddeutsche ist gar nicht so dröge und der Salsa wurde in Hamburg erfunden.

Stefan Gwildis entpuppt sich als passabler Drummer und Rolf Claussen kann singen. Aber musikalisches Highlight ist ohne Frage Joja Wendt. Er wird nicht ohne Grund als Herr der 88 Tasten bezeichnet. Sein Spiel ist nicht nur rasant und kraftvoll, sondern auch präzise und atemberaubend. Wenn es sein muss, dann geht das Solo von ganz unten nach ganz oben und auf der eigenen Stirn und am Bein des Flügels weiter. Musikalischer Ulk in einer eigenen Welt.

Höhepunkt ist die Nussknacker-Suite von Tschaikowsky. Sie startet jazzig im Stile von Dave Brubeck, geht dann in eine Rock-Nummer über und endet als Boogie-Woogie, der mit sechs Händen auf einem Klavier gespielt wird. Für den größten Teil der Zuhörer ist wohl das erste Mal, dass sie bei Tschaikowsky mitklatschen.

Überhaupt können die drei da oben alles anfangen mit denen da unten, das Publikum ist zu jeder Schandtat bereit. Bei "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" singt das Auditorium nicht nur mit. Es schunkelt ohne Ausnahme.

Es ist kein Konzert. Es ist eine Show in der Tradition der Samstagabend. Das Licht ist perfekt gesetzt und ein wichtiger Teil der Aufführung. Aber vor allem ist ist die Komik und der Humor. Die drei werfen sich Bälle voller Selbstironie zu. Da wird über Erlebnisse und Angewohnheiten gewitzelt, da werden Versprechungen ausgebreitet. auch die Anregungen aus dem Auditorium werden aufgegriffen, verarbeitet, wiederholt und weiter gesponnen. so muss man mit dem Publikum umgehen.

Mit dem können die Drei wirklich alles machen. Als Gwildis bei "Regennacht in Hamburg" mit einem tropfenden Schirm über das Parkett wandelt, erreicht das Gejohle das Level einer Teenager-Party. Diese Show ist ein Jungbrunnen. Da muss man ja nass werden.

Der Mann mit dem Regen ist da.
Foto: Thomas Kügler
Aber es ist keine Comedy, alles bleibt oberhalb der Gürtellinie und kein Pointe geht auf Kosten anderer. Von der Nabelschau deutscher Jammer-Popper ist dieses Altherren-Team meilenweit entfernt. Vielleicht kommt Gwildis seinem Vorbild Heinz Erhardt manchmal zu nahe, aber das tut dem Spaß keinen Abbruch.

Das Lachen kennt kein Halten mehr, als Gwildis und Claussen die Mikrofon-Eifersuchtsszene inszenieren. Der Sänger haucht seine Version von "Sie lässt mich nicht mehr los" ins Geräte, doch das wendet sich lautstark ab. Claussen steuert aus dem Hintergrund den Mikrofonständer und der fährt hin und her über die Bühne. Im Dialog mit Gwildis reiht er Sätze aneinander, die zum festen Repertoire des Beziehungsstress gehören. Doch Gwildis und Mikrofon finden wieder zueinander und wie das so ist, einen Verlierer gibt es doch, den Mikrofonständer.

Weihnachten wird auch noch gefeiert, wie sich das unter guten Freunden gehört. Wie versprochen liefern die Söhne Hamburgs deutsche Texte zu bekannten Weihnachtssongs ab. die sind durchaus makaber. Es geht um den korpulenten Reinhard, der sich zu Weihnachten immer betrinkt, und um Singles, die lieber die Gänse leben lassen sollten weil ihnen sonst niemand zuhört. Das unvermeidlich Last Christmas kommt auch. Bei der Umdichtung "Lars kriegt nix" singt die ganze Stadthalle mit. Die Handinnenflächen werden anschließend arg strapaziert

Erst in der Zugabe geht das Tempo nach unten. Erst singt das Publikum die deutsche Version von "Auld lang syne" und dann koppelt es sich von den Musiker ab. Die intonieren eine jazzige Version von Stille Nacht, heilige Nacht und aus dem Gesumme im Publikum wird Gesang. Jetzt kann Weihnachten kommen.







Material #1: Söhne Hamburgs - Die Website
Material #1a: Rolf Claussen - Der Typ

Material #2: Stefan Gwildis - Die Biografie
Material #2a: Gwildis - Die Website

Material #3: Joja Wendt - Die Biografie
Material #3a: Wendt - Die Website

Material #4: Wiederholungstäter - Gwildis in der Region








Donnerstag, 12. Dezember 2019

Wirklich ganz viel Seele

Moskauer Kathedralchor verzaubert bei den Kreuzgangkonzerten

Sie waren gekommen, um mit Klischees zu arbeiten. Weil die Sängerinnen und Sänger des Kathedralchor Moskau diese Aufgabe bei ihrem Auftritt im Kloster bestens erledigten, wurden sie mit donnernden Applaus belohnt.

Den Russen und ihrer Musik sagt man einen ausgeprägten Hang zu Sentimentalität und Sehnsucht nach. In der Volksmusik ist dies sicherlich die Antwort auf eine wenig erquickende Realität. Die sakrale Musik ist hingegen geprägt von einer Innerlichkeit, die sich an der Grenze zur Mystik bewegt. Diese paart sich aber auch mit überbordender Freude. Das machten das Ensemble und ihr Leiter Nikolai Azarow beim Konzert am Dienstag deutlich.

Immer wieder stehen Solisten und Tutti im Dialo.
Alle Fotos: Thomas Kügler
Die ersten beiden Lieder von Dmitri Brotnjanski gehören eindeutig in die zweite Kategorie. Der Gesang setzt ein wie ein Sturmflut und spült die Freude bis in die letzte Ecke des verwinkelten Konzertsaals. Das ist Freude pur. Auf dem gleichmäßigen Grund der immer wiederkehrenden Zeilen setzt erst der Tenor zu einem Solo an, dann folgt ihm der Bass.

Das Ensemble deklariert sich als Hochschulchor und seine Mitglieder als Studenten und Studentinnen. Aber diese jungen Stimmen zeigen ihr großes Potential auf den ersten Ton. Seine Gastspielen füllen ansonsten die großen Häuser in München und in Hamburg.

Nun betreten auch die Sängerinnen die Bühne und es folgt ein Stimmungswechsel. Das "Gott mit uns" von Vassili Sinowjew zelebriert die Innerlichkeit geradezu. Auf dem getragenen Grund der Tutti setzt der Alt zu einem Solo an. Dann treten Solistin und Chor in einen Dialog. Das Werk greift Elemente der Gregorianik auf und das Publikum erkennt, dass es genaue diese Art von Musik ist, für den dieser Kreuzgang gebaut wurde. Die Musik entrückt die Zuhörer von dieser Welt und trägt sie federleicht in die gotischen Bögen empor.

Ganz entspannt kommt das "Troparion zur Geburt Jesu Christi" von Wladimir Beljaew daher. Das Volumen geht zurück und der Chor zeigt eine neuen Seite. weihnachten geht also auch anders. die drei Lieder aus dem Opus 37 von Sergej Rachmaninow bleiben in diesem Duktus. Dem Chor gelingen die vielen Wechsel zwischen Zurückhaltung und Freude, zwischen leise und laut ohne Bruch.

Das liegt auch am Dirigat von Nikolai Azarow. Der Professor der Moskauer Chorschule setzt auf reduzierte aber präzise und fordernde Leitung. Damit bleibt er im Hintergrund. Chor und Musik können sich entfalten und wirken.

Sauber und kraftvoll: Eine Stimme an der Grenze zur
Göttlichkeit.             Foto: Kügler
Höhepunkt im sakralen Teil des Abends ist aber die "Mutter Gottes" von Pavel Tschesnokow. Ein voller Sopran ohne Spitzen und sauber bis in die höchsten Höhe, eine Stimme an der Grenze zur Göttlichkeit, tritt ein in das Wechselspiel zwischen Chor und Solistin. Das ist Weltentrückt kombiniert mit stiller Freude. Es bleibt zu hoffen, dass man von der jungen Dame noch vieles hören wird.

Mit viel Applaus geht es in die Pause. Der zweite Teil zeigt das andere Gesicht der viel strapazierten russischen Seele. Die Lebensfreude bricht sich in der Volksmusik ihre Bahn. Da ist mancher Mitteleuropäer durchaus überfordert. Das Weihnachtspotpourri ist musikalisch überzuckert wie eine russische Süßspeise. Aber soll ist das nun mal. Mystik, Innerlichkeit und Freude. Drei Pole treffen sich an diesem Abend in diesem Konzert. Das macht die Veranstaltung zur bewegenden Veranstaltung.




Material #1. Kreuzgangkonzerte - die Website

Material #2: Moskauer Kathedralchor - das Ensemble





Dienstag, 10. Dezember 2019

Zwischen wild und romantisch

Adventskonzert mit Wildes Holz

Mitklatschen und mitsingen gibt es in der Kirche häufiger. Aber dass auf den harten Kirchenbänken aus noch geschunkelt wird, d
as schaffen nur Wildes Holz. Das Trio war bei den Jazzfreunden Osterode zu Gast und hinterließen in der Schlosskirche  ein begeistertes Publikum.

Seit mehr als 20 Jahren dekonstruieren Tobias Reisige und Markus Conrad bekanntes Liedmaterial und bauen es wieder zusammen. Es ist musikalisches Tuning, denn die Songs gewinnen deutlich an Geschwindigkeit. "Alle Jahre wilder" lautet der Titel ihrer aktuellen Weihnachtstour und es besteht aus bekannten Weihnachtsliedern. Doch der Titel stimmt nur zu 75 Prozent. Das letzte Viertel des Programms ist doch ruhig und besinnlich.

Die weltgrößte Blockflöte trifft auf Gitarre und
Mandoline.     Alle Fotos: Thomas Kügler
Mit "Ihr Kinderlein kommet" in einer Swing-Version geht es gleich im hohen Tempo los. Jeder der drei Musiker darf zeigen, was er so solistisch kann. Tobias Reisige beweißt gleich, dass die Blockflöte eben kein adventlicher Tinnitus-Simulator ist. Sein Spiel ist rasant, doch setzt er jeden Ton exakt und ein paar erfindet er auch noch dazu.

So geht es auch mit "Kommet ihr Hirten weiter". Verantwortlich für das neue, heitere Gesicht von Wildes Holz ist Djamel Laroussi. Sein Gitarrenspiel ist leichtfüßig und verbreitet die entspannte Heiterkeit des Gipsy-Swings. Damit hat er die Ausdruckmöglichkeiten des Trios erheblich erweitert und dem Klang eine ungewohnte Note hinzugefügt.

Tobias Reisige zieht dann die Notbremse. Bevor die Stimmung in der gut gefüllten Schlosskirche durch die Decke geht, spielt das Trio einen Song ihres ehemaligen Gitarristen. "Auf dem absteigenden Ast" des früh verstorbenen Anto Karaulo ist eher introvertiert und nimmt das Tempo deutlich heraus. Doch die Atempause ist recht kurz und die Geschwindigkeit steigert sich immer weiter.

Es ist schon erstaunlich, dass Markus Conrad bei diesem Tempo immer noch die Saiten zauber zupfen. Um das Instrument in der Spur zu halten, wandelt er seinen Bass auch mal in eine Bass Drum um und treibt seine Mitspieler mit einem deutlichen Rhythmus vor sich her. Hier im Dreieck von Klassik, Jazz und Rock klatscht das Publikum begeistert mit.

Das erste Set gipfelt im Moretti-Swing, der in den letzten vier Jahren so etwas wie die Hymne von Wildes Holz geworden ist. Schon zur Pause gibt es donnernden Applaus.

Es kommt der Tag, da will die Säge
singen.      Foto: Kügler
Der zweite Teil ist deutlich ruhiger. Djamel Laroussie erzählt, wie ihm sein Onkel mit Weihnachten bekannt gemacht hat und wie schwierig es war, in Algerien eine Gitarre zu bekommen. Es ist still in der Kirche. Dann setzt er mit "Nounou" seinem Onkel ein Denkmal. Ohne ihn wäre Djamel nie zur Musik gekommen, so viel ist klar.

Wildes Holz ist die Band für die ungewohnten Kombinationen. Der "Little Drummer Boy" trifft an diesem Abend von "Kashmir"  von Led Zeppelin, musikalischer Schmelz auf harte Bass-Riffs. Es funktioniert bestens. Später wird die Maria, die durch einen Dornenwald geht, von Nivanas "Come as you are" begleitet. Auf diese Idee muss man erst mal kommen, aber die Kombination funktioniert: Christliche Mystik trifft auf Grunge.

Mit "A Peregrinação" von Paulinho da Viola beweisen Wildes Holz, dass auch Musik aus Brasilien innerlich und verträumt sein kann. Das Publikum lauscht andächtig und versunken und es ist vielleicht der schönste Augenblick an diesem Abend.

Es geht mit Höchstgeschwindigkeit auf die Zielgerade. Tobias Reisige erklimmt bei seinem nächsten Solo die Kanzel. die Euphorie. Bei der einkalkulierten Zugabe "Schneeflöckchen, Weißröckchen" greift Markus Conrad zur singenden Säge und das Publikum summt mit. Reisige hat Recht, danach kann wirklich nichts mehr kommen.



Material #1: Jazzfreunde Osterode - die Website

Material #2: Wildes Holz - die Website
Material #3: Mehr Wildes Holz - schon mal dagewesen

.


Donnerstag, 5. Dezember 2019

Der Geist der Weihnacht

Güttler Ensemble feiert fröhliche Weihnachten im Kreuzgang

Freue dich, oh Zuhörerschaft. Mit dem Auftritt bei den Kreuzgangkonzerten in Walkenried machten Ludwig Güttler und sein Blechbläser-Ensemble deutlich, dass Weihnachten vor allem ein Fest der Freude ist. Es gab Barockmusik im Überfluss und ein dankbares Publikum.

Der Auftakt ist mächtig. Bei der "Trumpet and Air" von Henry Purcell trifft die volle Wucht der 11 Blechbläser und der Pauke die Zuhörer. Schlagartig ist der hohe Raum im Kreuzgang mit Tönen gefüllt. Es ist aber keine Flutwelle sondern die Dynamik trägt das Publikum zu musikalischen Höhen empor.

Schon hier wird deutlich, was die Klasse dieses Ensembles ausmacht: Der glasklare Klang und das exakte Zusammenspiel. Trotz des mächtigen Volumens bleibt jedes einzelne Instrument erkennbar. Das Klangbild ist fein gewebt und transparent. Solch Musik wurde für solch Klangräume wie den Kreuzgang geschrieben. Vortrag und Architektur gehören zusammen.

Noch schaut der Meister kritisch.
Alle Fotos: Thomas Kügler
Die agilen Trompeten stehen mit Wechselspiel mit den jubilierenden Posaunen. Gemeinsam entwickeln sie das Thema weiter. Das ist Barockmusik aller höchster Güte.

Dabei bleibt Ludwig Güttler aber ein Primus inter Pares. Er führt von links Regie und sein Dirigat bleibt beschränkt sich auf wenige Einsätze und bleibt sehr reduziert. Das entspricht nicht nur der historischen Praxis. Es ist auch Ausdruck der Homogenität der Musiker. Erst kurz vor Schluss gönnt sich der Star ein Solo.

Güttler ist immer noch ein Perfektionist. Immer wieder setzen sich die Musiker um. Es geht darum, zu jedem Stück den perfekten Klang zu finden. Das gibt dem Konzert ein wenig Werkstattcharakter.

Vier Partiten stehen an diesem Abend auf dem Programm. Vier Abhandlungen zu einem Thema. Da blitzt noch mal  der Werkstattcharakter durch. Die erste Partita widmet sich "Nun kommt der Heiden Heiland". Die Stimmung kippt ins besinnliche, doch der Schwung bleibt. In den Chorälen von Johannes Crüger agieren die Bläser zum ersten Mal wie ein Chor. Im Kanon übernehmen die Instrumente die Funktion der menschlichen Stimmen. Das erzeugt Gänsehaut-Momente.

Die zweite Partita geht über "Wie soll ich dich empfangen, Tochter Zion" und kehrt mit der Allemanda von Vivaldi zurück in den Freude-Modus. Besonder Guido Ulfig gelingt es an der Posaune, dieses typische kurze und exakte Anspielen der Töne an der Posaune umzusetzen. ein Auszug aus Händels "Judas Maccabaeus" markiert den Höhepunkt. Die Posaunen greifen die thematische Vorgabe der Trompeten auf, variieren sie und geben sie zurück. Dann kommt die Reprise. Im transparenten Wechselspiel entsteht ein fröhlicher Tanz. Händel funktioniert also auch mit Blech, viel Blech. Zu Abschluss dürfen die Bläser im zweiten Choral von Crüger wieder singen.

Barockes Blech ohne Bach? Das geht gar nicht und deswegen steht vor der Pause noch die Motette "Lobet den Herren alle Heiden" von Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Es wird der Höhepunkt des Abends. Alles Bläser setzen die so typischen Läufe wunderbar um. Es entsteht ein kaskadierender Klang, der das Publikum nicht nur umspült, sondern durch die Seele geht. Güttler und seinem Ensemble gelingt es eindrucksvoll, die tiefe Spiritualität Bachs in Töne umzusetzen. Das Publikum wird mitgerissen und applaudiert schon zur Pause stürmisch.

Ebenbürtig: Guido Ulfig und Erich Markwart.
Foto: Thomas Kügler
Der zweite Teil des Abends hält einige Überraschungen bereit. Auf dem Programm steht unter anderem eine Allemande und Courante für zwei Pauken aus der Feder von Ludwig Güttler. Der Vortrag von Christian Langer setzt immer wieder Pausen an überraschenden Stellen, die im Publikum die Neugier auf mehr wecken.

Der Spiritual "Mary an' Martha jes' gone long" von Adolf Busch durchbricht nicht nur den heiteren Charakter des Abends. Er zeigt auch, wo Leonhard Cohen sich die Anregung für sein allgegenwärtiges "Hallelujah" geholt hat.

Dann spielt Güttler im Choral von Praetorius sein Solo. Erich Markwart antwortet ihm mit dem Waldhorn, während die einsetzenden Posaunen dann die Basis für das Wechselspiel der beiden Ausnahmemusiker bilden.

Die letzte Überraschung ist vokaler Art. In der Zugabe legt das Ensemble die Instrumente beiseite und erfreut mit Chorgesang. Es ist längst schon klar, dass die Vorweihnachtszeit nicht in Besinnlichkeit ertrinken muss. Das Fest ist vor allem ein Freudenfest.



Material #1: Kreuzgangkonzerte Walkenried  - Die Website

Material #2: Ludwig Güttler - Die Biografie
Material #3: Ludwig Güttler - Die Website

Material #4: Er war schon mal da - weitere Kritiken






Sonntag, 1. Dezember 2019

Bilder eines Festivals

Ausstellung in Göttingen: Dietrich Kühne fotografiert den Literaturherbst

Er hat Literatur im Bild festgehalten. Dietrich Kühne hat den Göttinger Literaturherbst 2019 fotografiert. Eine Auswahl davon ist jetzt in der Galerie Art Supplement in der Burgstraße zu sehen.
Auf dem Festivalkalender standen im diesem Jahr 84 Veranstaltung. Zwanzig davon hat Dietrich Kühne begleitet und dokumentiert.

Auch für Johannes-Peter Herberhold war solch eine Zusammenarbeit eine Premiere. wie der Geschäftsführer des Literaturherbstes bei der Vernissage am Donnerstag berichtete, kam sie auf Initiative von Dietrich Kühne zustande.

Weil Kühne als Fotograf einen ausgezeichneten Ruf genießt, sei er über die Anfrage erfreut gewesen. „Er fragte, ob das möglich sei, und wir sind uns schnell einig geworden“, erinnert sich Herberhold.

Der Fotograf und ...
Foto: Kügler
Der Fotograf ist immer noch begeistert von der Atmosphäre hinter den Kulissen. Dabei seien die Stars erstaunlich entspannt gewesen. Besonders das Treiben hinter den Kulissen habe es ihn angetan, wenn dem Fotografen nur wenige Minuten blieben, um die Vortragenden in Bilder zu fassen. So sind dann intensive Porträts entstanden, die einen Blick freigeben auf die Persönlichkeiten.


Innerhalb von 11 Tagen sind unzählige Bilder entstanden im Farbe und in Schwarzweiß. Es sind ebenso Momentaufnahme und Detailbilder wie auch Fotos aus dem voll besetzten Auditorium. Manches wirkt arrangiert, anderes wie ein Schnappschuss. Intimen Augenblicken stehen hektische Momente gegenüber.

Manchen Aufnahmen ruhen in sich, während andere hektisch dahingewischt sind. Der Dirigent des GSO ist auf einen Schattenriss reduziert, während das nächste Foto wie ein Wuselbild wirkt. Es gibt  keine Limitierung durch feststehende Stilmittel. Kühne nutz viele Möglichkeiten und gibt damit  das Thema im vollen Umfang wieder. Damit zeigt er den Literaturherbst den Literaturherbst im vollen Umfang und in allen Facetten.

 ... einige Bilder.
Foto: Kügler
Zu sehen sind in der Burgstraße in Göttingen 100 Fotos. Die Auswahl hat Dietrich Kühne den Kuratoren überlassen. Zusätzlich haben Jan Jacek und Miriam Hilker eine außergewöhnliche Hängung gewählt. Die Bilder sind mit Reißzwecken in Gruppen auf die Wand geheftet. Das gibt der Ausstellung den Charakter eines Workshops.

Die Betrachter fühlen sich als Teil des Prozesses, weil die Präsentation die Atmosphäre eines Fotostudios entstehen lässt. Kein Rahmen, kein Glas trennt Werk und Betrachter. Die optische Barriere ist weg und so wird die Betrachtung intensiver. Das lässt den Literaturherbst noch einmal wach werden.

Gegen eine Spende für die Kindersportstiftung Osterode können die Fotos erworben werden. Somit kann man das Festival nach Hause tragen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. Dezember geöffnet. Zu sehen sind die Bilder montags bis freitags von 15.00 bis 18.00 Uhr und sonntags von 11.00 bis 13.00 Uhr.




Material #1: Dietrich Kühne - die Website

Material #2: Art Supplement - Die Galerie

Material #3: Bilder eines Festivals - noch mehr Fotos