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Die Empfehlung

Dieter Nuhr offenbart sich als Menschenfreund in Vollzeit

In Goslar zeigt er Werke, die Distanz schaffen Seit dem Auftritt von Christo hat keine Werkschau in Goslar solch ein Aufsehen erregt. Dieter Nuhr stellt dort aus unter dem Titel „Du denkst an durchfahrene Länder“. Es geht um Menschen und Landschaft, denen der Mann vom Niederrhein auf seinen Reisen um die Welt begegnet ist.  Zur Vernissage am 21. Juli war der Garten im Mönchehaus Museum bis auf den wirklich allerletzten Platz belegt. Direktorin Bettina Ruhrberg und Dieter Nuhr machten im Einführungsgespräch deutlich, dass man den Kabarettisten und Künstler voneinander trennen sollte, auch wenn es nicht immer gelingt. Schließlich geht es um zwei Seiten derselben Person.  Dieter Nuhr begann sein Studium als Kunstlehrer 1981 an der Folkwangschule in Essen. Er wollte Künstler werden, sein Vater bestand auf den Lehrer. ein typischer Kompromiss für die alte Bundesrepublik der 70-er und 80-er Jahre. Dass er dann Kabarettist geworden ist, bezeichnete er als Unfall und dann als Glücksfa...
Letzte Posts

Die neuen sind alte Bekannte

DT Göttingen stellt künftiges Führungsteam vor Überraschend hatte DT-Intendant Erich Sidler im Oktober vorzeitigen Ausstieg beim Deutschen Theater bekannt gegeben. Der 60-Jährige begründete seinen verfrühten Abschied aus Göttingen mit den schwierigen finanziellen Perspektiven des Hauses . Nun haben die Gesellschafter das neue Leitungsteam vorgestellt. Künftig hat das Haus eine Doppelspitze und ganz oben sind zwei bekannte Gesichter. Sandra Hinz und Schirin Khodadadian (rechts) leiten künftig das DT GÖ gemeinsam . Foto: DT/Lena Kaempf  Sandra Hinz und Schirin Khodadadian übernehmen im Sommer 2027 gemeinsam die Verantwortung für das Theater am Wall. Nach eigenen Angaben bringen sie umfassende Expertise, institutionelle Erfahrung. Mit der Öffnung der Strukturen führe man einen Weg fort, der bereits unter Sidler begonnen habe, heißt es seitens der Gesellschafter. Sandra Hinz ist seit 2015 Geschäftsführerin und Verwaltungsleiterin des Deutschen Theaters Göttingen und verfügt über ...

Hauptsache Holz zu Weihnachten

Öffentlich Led Zeppelin, The Clash, R.E.M. und Nirvana auf der Blockflöte spielen, das muss man sich erstmal trauen. Wenn das Ganze dann noch mit  Weihnachtsliedern der letzten 500 Jahre gemischt wird, könnte man auf ein überhöhtes Selbstbewusstsein tippen. Weil das Konzept aber aufgeht, muss man von höchsten Talent und tiefdurchdrungenes Musikverständnis ausgehen. Zumindest gilt dies für das Trio Wildes Holz. Conrads, Reisige und Behr (v.l.n.r.)in einem der ruhigen Momente an diesem Abend. Foto: Kügler Auf den ersten Blick sind Thomas Krause und sein Team "all in gegangen" bei der zweiten Veranstaltung des frisch gegründeten Kulturwerk Herzberg. Schließlich steht Bläserensembles aus dem Münsterland für eine recht schräge Interpretation bekannten Materials. Doch das Risiko war überschaubar, schließlich konnten Wildes Holz in der Vergangenheit viermal im Rahmen der Kreuzgangkonzerte Walkenried überzeugen. Also wusste das Publikum, worauf es sich eingelassen hat, und es hat b...

Nächste Spielzeit ist vorzeitig Schluss

Rücktritt aus Verantwortung Erich Sidler wird seinen Vertrag am Deutschen Theater Göttingen nicht erfüllen. Der 60-Jährige wird seine Intendanz und Geschäftsführung vorzeitig beenden. Als Grund nannte er die unsichere Finanzierung des DT Göttingen durch das Land Niedersachsen ab 2027. Inwieweit die aufgeschobene Sanierung des DT eine Rolle bei der Entscheidung gespielt hat, kann man nur spekulieren. Immerhin kann man aber von einem geordneten Abgang sprechen, der Raum und Zeit für eine Neuordnung gibt. Eine Stellungnahme des Aufsichtsrats liegt noch nicht vor. Hier die Presseerklärung aus dem Deutschen Theater Göttingen:  Sehr geehrte Damen und Herren,   auf meinen Wunsch und in Absprache mit der Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeisterin Petra Broistedt , und meinen nahestehenden Kolleginnen und Kollegen, werde ich meinen Vertrag zum Ende der Spielzeit 26/27 beenden.   Ich blicke mit großer Freude und Dankbarkeit auf die Arbeit an diesem Haus zurück und folge m...

Diktaturen töten alle

Wie aus Mitmenschen Mitläufer, Mittäter und Opfer werden Das Theater ist zurück im DT Göttingen. Mit "Jeder stirbt für sich allein" hat Mathias Spaan eine Inszenierung vorgelegt, die all das hat, was man in den letzten zwei Jahren in Göttingen vermisst hat. Dazu kam bei der Premiere am 6. September ein Daniel Mühe, der alle seine Fähigkeiten abgerufen hat. Besser kann ein  zum Spielzeitauftakt nicht sein. Kein Klamauk mehr wie in der letzten Spielzeit im " Deutschen Haus " sondern reduziert und konzentriert, differenziert und analytisch, so kommt die Aufführung daher und trifft damit genau den nüchternen Stil der Romanvorlage von Hans Fallada. Zu dieser verkopften Sicht mischt sich am Ende das beklemmende Gefühl von Kloss im Hals und Pippi im Auge. Die klare Analytik mischt sich hier mit lebendiger Darstellung von Menschen und das macht Theater aus.  Daniel Mühe in der Rolle des Kommissar Escherich drückt dieser Aufführung seinen Stempel auf. Alle Fotos DT Göttingen...

Die Göttin kam aus Bremen - V

  Mit Isabella durch die Toskana des Nordens Gang 4 Als alte Rallye-Hasen kennen wir das morgendliche Ritual. Proviant im Auto verstauen, Startnummer anbringen, Brötchen aus der Schubkarre schöpfen, frühstücken und auf das Briefing warten. In diesem Jahr war die Ungeduld besonders groß.  Wir wollen fahren, fahren, schweben. Deswegen erschien uns das Briefing in diesem Jahr besonders lang, zumal anders als im Vorjahr keine Änderung an der Strecke gab. Das Road Book vom Vortag hatte immer noch Bestand. Immerhin ist das Frühstück eine gute Gelegenheit, mit den Sitznachbarn ein Schwätzchen zu halten.  "Wo kommt ihr her - Seid ihr das erste Mal bei der PS.Speicher-Rallye dabei - Einfach eine tolle Veranstaltung - Ja die beste dieser Art - Das Frühstück ist rustikal, aber in Ordnung - Ja, das gehört einfach dazu - Wie lange will der eigentlich noch reden - Wir wollen auch los - Was fahrt ihr - Wir fahren eine Isabella Borgward".  Winken, cool gucken und bloß nicht die An...

Der Bremer Göttervater aus Hamburg

  Mit dem Borgward seine Isabella durch die Toskana des Nordens Rückwärtsgang  Die Geschichte der Isabella lässt sich nicht ohne die Geschichte der Borgward-Gruppe erzählen. Die taugt nämlich zur Legendenbildung und deswegen gab es vor einigen Jahren mal den Versuch eines Erben, zumindest den Namen zu reaktivieren. Auch das ging nicht gut aus. Doch neben dem Glanz der jungen Bundesrepublik steht Borgward auch für einen beispielhaften Crash, als das Wirtschaftswunder zu lahmen begann. Nicht umsonst gab es im letzten Jahr zu dem Thema einen Vortrag unter dem Titel „Mit Vollgas in den Konkurs“. Wer die einschlägigen Foren und FB-Gruppen durchblättert, stößt immer wieder auf Verschwörungstheorien. Borgward sei das Opfer der missgünstigen Konkurrenz geworden. Meist wird Marke mit dem Stern in diesem Zusammenhang genannt. Was nach heutigen Maßstäben überrascht, ist die Geschwindigkeit, mit der die Borgward-Gruppe in den Abwärtsstrudel geriet und unterging. Gerade mal anderth...

Die Göttin kam aus Bremen - IV

  Mit Isabella durch die Toskana des Nordens Gang 3 Ein Auto mit Lenkradschaltung fahren, dass dies nicht einfach sein wird, war klar.  Außerdem weiß ich aus der Erfahrung mit der "Badewanne"  von 2018 , dass Wagen dieser Altersklasse zum Übersteuern neigen.  Deswegen stand  von Anfang an eine größere Aufräumrunde auf dem Programm.  Wer immer noch glaubt, dass das satte und beruhigende "Klack" beim Schließen der Autotüren eine Erfindung von Mercedes-Benz ist, hat noch nie in einer Isabella gesessen. Gepaart mit den weichen aber stabilen Clubsesseln weiß ich jetzt, wie es sich anfühlt, wenn man in Abrahams Schoss sitzt.  Im krassen Gegensatz dazu verlangt die Kupplung den vollen Einsatz der Beinmuskulatur. Lenkradschaltung mit H-Schema. Kupplung treten, Schalthebel heranziehen und nach oben drücken, erster Gang. Zweiter Gang: Kupplung treten, Hebeln heranziehen und nach unten drücken. Kupplung treten, Hebel in die neutrale Stellung schnellen lassen,...