Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Ivan Alboresi" werden angezeigt.

Loh-Orchester nutzt die zweite Chance

 Ballett Compagnie macht einen Riesenschritt Mit "Friedrich" und "Le Sacre du Printemps" machen Ivan Alboresi und sein Ensemble einen weiteren großen Schritt in der Entwicklung. Der Doppelabend zeigt nicht nur den State of Art im Tanztheater, sondern gibt auch die Richtung für die Zukunft vor. Das Loh-Orchester nutzt die Zweitaufführung für die Wiedergutmachung. Nach der Premiere sah sich das Orchester unter der Leitung von Julian Gaudiano harscher Kritik ausgesetzt. TA-Rezensent Wolfgang Hirsch schrieb in seiner Besprechung sogar von unprofessionellem Verhalten und brachte damit Intendant Daniel Klajner auf die Zinne und das Orchester in Erklärungsnöte.  Noch ist das Individuum oben.  Alle Fotos: Ida Zenna/TNLos Die Kritik hat geholfen. Bei der Zweitaufführung zeigte sich das Orchester von seiner glänzenden Seite. Der Klang war strukturiert und filigran. Jede Gruppe war deutlich zu erkennen und gerade die zuvor abgewatschten Streicher konnten überzeugten. Als Bel...

Jane Eyre verharrt im Mittelfeld

 Uraufführung des Musicals kann nur bedingt überzeugen Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht. Diese alte Weisheit gilt zum großen Teil für das neue Musical am Theater Nordhausen. „Jane Eyre“ verharrt im Mittelfeld. Die Inszenierung hat wenige Höhepunkte und einige Schwachstellen. Dabei waren die Erwartungen hochgesteckt, denn das Musical nach dem gleichnamigen Roman von Charlotte Brontë erlebte in Nordhausen seine deutsche Erstaufführung. Am Ende überwiegt die Freude, endlich mal wieder Theater vor großem Publikum erleben zu können. Die Geschichte reiht sich ein in die Gefühlswirren der Romantik. Eine junge Frau mit schwerer Kindheit hat immer noch so viel Liebe in sich, dass sie einen verbitterten älteren Mann wieder auf den rechten Weg führt und am Ende auf die Allee in das gemeinsame Happy End einbiegt. Kommerziell war es der größte Erfolg von Charlotte Brontë. Die vermeintliche Autobiografie wurde 1847 schon kurz nach dem Erscheinen zum Bestseller. Zumindest im ...

Aus der Carmen den Don José gemacht

Ballettpremiere am Theater Nordhausen Endlich wieder Ballett. Das war am Freitagabend die Devise im Theater Nordhausen. Dort stand die Premiere von „Carmen“ auf dem Programm. Nach langer Pause zeigte sich die Choreographie von Ivan Alboresi vor allem als routinierte Inszenierung mit einigen Höhepunkten. Das Publikum bedankte sich am Ende euphorisch für das Ende der Durststrecke. Mit „Carmen“ ist es ähnlich wie mit „Titanic“. Warum soll man sich das anschauen? Das Ende ist doch bestens bekannt. Weil es auf die Erzählweise ankommt und die ist bei Alboresi vor allem ruppig mit Akzentverschiebung, weg von der Titelfigur hin zu Don José, dem Killer von der traurigen Gestalt. Er wolle kein Erzählballett machen, hatte Ivan Alboresi einst im Interview gesagt. Nun hat er es doch getan. Seine „Carmen“ ist es Erzählballett par excellence. Klar arbeitet er sich am Erzählfaden entlang, den Prosper Mérimée einst mit seiner Novelle gelegt hat und die von Georges Bizet zur Oper ausgebaut wurd...

Flucht vor sich selbst

 "Die Winterreise" als Ballett im Theater Nordhausen Meistens kommt es anderes als man manchmal denkt. Mit einer Aufführung von "Die Winterreise" als Ballettabend hat sich das Theater Nordhausen in die Winterpause verabschiedet. Dabei überzeugt die Choreographie von Ivan Alboresi owohl sie doch einige Längen aufweist.  In diesem Jahr diktiert erstmal das Corona-Virus den Spielplan. Eigentlich wollte Alboreso die "Carmen" in Szene setzen, doch die zahlreichen Auflagen stoppten das Vorhaben. Doch "Die Winterreise" mit der Musik von Franz Schubert ist mehr als nur Ersatz. Sie passt besser in diese Zeit als die extrovertierte und erotische Carmen. Mit der affektierten Larmoyanz und dem maßlosen Selbstmitleid in einer konstruierten Realität, die mit der Wirklichkeit nur bedingt deckungsgleich ist, ist die Winterreise die Vorlage für die aktuelle Gemütslage. Statt des grandiosen und tödlichen Finale der Carmen gibt es hier endloses Siechtum.  Mal eine ...

Gegen Corona antanzen

Breites Spektrum bei der Ballettgala im Theater Nordhausen Manchmal bringt die Not die besten Ergebnisse hervor. Das zeigte die Ballettgala im Theater Nordhausen. Der Schlussapplaus erreichte die Stärke der Vor-Corona-Zeit.  Intendant Daniel Klajner und Ballettchef Ivan Alboresi begrüßten die drei neuen Mitglieder der Compagnie vor. Diese stellten sich dann mit eigenen Choreographien vor und nachdem Klajner seinen Ballettchef ausreichend gelobt hatte, gab dieser preis, dass er mindestens noch bis 2024 in Nordhausen bleiben wird.  Spots brennen Lichtkreise auf den Tanzboden. Es sind Platzanweiser. Tänzer kommen auf die Bühne und wissen, wo sie hingehören. Nur so kann Ballett in den Zeiten des "Abstands halten" funktionieren und irgendwann ist das gesamte Ensemble auf der Bühne. Den ersten Applaus gibt es, als alle ihre Masken aufsetzen. Tanztheater lässt sich nicht von einem Virus aufhalten. Das ist doch ein Statement.  Es darf wieder getanzt werden. Alle Fotos: Marco...

Am Ende kehrt das Glück zurück

Cinderella als Ballett im Theater Nordhausen Manchmal komisch und schrill und doch zugleich zärtlich und poetisch. In seiner neuen Produktion vereint Nordhausens Ballettchef Ivan Alboresi schwer Vereinbares. Am Ende von "Cinderella" bleibt dann doch ein Zauber, der noch lange anhält. Am Ende der Vorstellung setzt ein Glücksgefühl ein, dass erest langsam verklingt Eigentlich mag er ja kein Erzählballett, hatte Alboresi in seiner ersten Spielzeit in Nordhausen betont. Es käme darauf an, Emotionen wirken zu lassen. Doch mit seiner neuen Choreographie „Cinderella“ hat er nun das dritte Erzählballett inszeniert und nach „Romeo und Julia“ zum zweiten Mal zu Musik von Sergei Prokofjew. Dabei schließt er eine Lücke. Alboresi erzählt die Geschichte vor der Geschichte. Er berichtet vom ersten Aufeinandertreffen von Cinderellas Eltern, vom Werden und Vergehen der Familie und ihres Glücks. Warum ist überhaupt erst jetzt jemand auf die Idee gekommen? Das Werk ist erst jetzt vollstä...

Quicklebendiges Tanztheater

Grandioser Ballettabend im Theater Nordhausen Das Herz des Tanztheaters schlägt in Nordhausen. Steile These? Von wegen, als Beweis dient der Ballettabend "Kontraste". Die anderthalb Uraufführungen zeigten die Bandbreite des aktuellen Tanztheaters und ernteten dafür donnernden Applaus. Der Abend vereint zwei Choreographien mit unterschiedlichen Charakter unter dem Titel "Kontraste". Nur den könne man genießen, den Zustand weniger, zitiert das Programmheft Siegmund Freud. Das ist eine weitere steile These, die im Verlauf aber widerlegt wird. "Der Tod und das Mädchen" ist fast eine Solo-Show von Ivan Alboresi . Nordhausens Ballettdirektor ist nicht nur für die Choreographie verantwortlich. Auch die Musikauswahl und das Bühnenbild stammen aus seiner Feder. Das Mädchen und die Eltern Alle Fotos: TNLos! Dieses zeigt sich in beklemmender Optik. Holz rechts, links und hinten. Ist das ein Puppenheim oder gar ein Sarg? Konstantina Chatzistavrou betr...

Ein Abend voller Kontraste

Zwei Choreographien der Gegensätze im Theater Nordhausen Es ist faszinierend. In knapp anderthalb Jahren hat Ivan Alboresi Nordhausen zu einem Hotspot des deutschen Tanztheaters gemacht. Den Beweis dafür liefert der Doppelabend "Die Kraniche des Ibykus/In parts to gather". Es sind die vielfältigen Gegensätze, die die Choreographien zu einen Erlebnis machen. Premiere war am Freitag und es waren nicht weniger als gleich Welturaufführungen. Schon der Ballettabend in der vergangenen Spielzeit konnte mit der Gegenüberstellung einer Choreographie aus der Tradition des Erzählballetts und reinem Tanz begeistern. Doch dieses Mal sind die Positionen vertaucht. Hatte Hausherr Alboresi noch im letzten Jahr die These untermauert, dass die Seele nicht erzähle sondern tanze, überlässt er in diesem Jahr diese Position dem Gast. Der US-Amerikaner Kevin O'Day gehört derzeit zu den gefragtesten Choreographen weltwei. Dass er eine Einladung nach Nordhausen annimmt, ist ein Lob. Dass ...

Ein tänzerischer Quantensprung

Ballettabend mit zwei zauberhaften Choreographien Seit einem halben Jahr ist Ivan Alboresi Ballettdirektor am Theater Nordhausen. Mit seiner Amtsübernahme hat ein Zeitenwechsel stattgefunden. Dies macht das aktuelle Programm deutlich. Es überzeugt auch das kritische Publikum mit einer wahren Flut an beeindruckenden Bildern. Ohne Frage ist das Ziel hochgesteckt. Unter dem Titel „Die Seele erzählt nicht, sie tanzt“ wird  ein Verzicht auf eine übliche Dramaturgie angekündigt . Es gehe nicht darum mit dem Mittel des Balletts eine Geschichte zu erzählen, erklärte Alboresi im Vorfeld. Stattdessen sollen die Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer das Publikum mitnehmen auf eine Reise. Das Publikum sollte durch das Wecken der Imagination begeistert werden. Zur Verstärkung hat Ivan Alboresi sich den Choreographen Pedro Lozano Gómez an seine Seite geholt. Nach vielen internationalen Stationen arbeitet der Spanier derzeit in Paris. Das Experiment ist gelungen. Das Ergebnis ist ein zwei...