Müllers "Philoktet" als Dreikampf Bedrängend, bedrückend, beeindruckend und vor allem intensiv. Das Deutsche Theater zeigt derzeit "Philoktet" von Heiner Müller als Dreikampf unterschiedlicher Wortakrobaten.Sieger sind das Publikum und derjenige, der das süße Gift der Sprache am besten einsetzen kann. am Ende bleibt die Erkenntnis, dass ein gemeinsamer Feind nicht ausreicht, um Bündnisse zu schmieden. Allein schon der Aufführungsort fällt aus der Rolle. Das Göttinger Fridtjof-Nansen-Haus imitiert das, was man zur Jahrhundertwende für eine mittelalterliche Burg hielt. Das Treppenhaus ist trotz seiner riesigen Ausmaße düster und beklemmt mit einem Höhlenambiente. Das grelle Scheinwerferlicht hat nichts mit der lieblichen Sonne des Mittelmeer zu tun. Vor dem Kamin sind Knochen und Kräuter verstreut. Offensichtlich die Überreste von den Mahlzeiten des Verstoßenen. So ist das Revier markiert. Philoktet bewegt sich zwischen Mensch sein und unter den Tieren leben. ...
Kritiken zum Kulturtreiben zwischen Göttingen und Goslar, zwischen Northeim und Nordhausen, zwischen hier und dort, über Theater und vieles mehr