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Posts mit dem Label "Ballett" werden angezeigt.

Loh-Orchester nutzt die zweite Chance

 Ballett Compagnie macht einen Riesenschritt Mit "Friedrich" und "Le Sacre du Printemps" machen Ivan Alboresi und sein Ensemble einen weiteren großen Schritt in der Entwicklung. Der Doppelabend zeigt nicht nur den State of Art im Tanztheater, sondern gibt auch die Richtung für die Zukunft vor. Das Loh-Orchester nutzt die Zweitaufführung für die Wiedergutmachung. Nach der Premiere sah sich das Orchester unter der Leitung von Julian Gaudiano harscher Kritik ausgesetzt. TA-Rezensent Wolfgang Hirsch schrieb in seiner Besprechung sogar von unprofessionellem Verhalten und brachte damit Intendant Daniel Klajner auf die Zinne und das Orchester in Erklärungsnöte.  Noch ist das Individuum oben.  Alle Fotos: Ida Zenna/TNLos Die Kritik hat geholfen. Bei der Zweitaufführung zeigte sich das Orchester von seiner glänzenden Seite. Der Klang war strukturiert und filigran. Jede Gruppe war deutlich zu erkennen und gerade die zuvor abgewatschten Streicher konnten überzeugten. Als Bel...

Weit weg vom Märchenonkel

 Ivan Alboresi choreographiert Dornröschen in Nordhausen Man kann Märchen als wundersame Geschichten erzählen oder aber zu ihrem Kern vordringen. Man Märchen als zauberhafte Unterhaltung sehen oder aber die elementaren Aussagen finden unter all den dekorativen Zutaten. Genau das ist Ivan Alboresi mit seiner Choreographie zu Dornröschen von Pjotr Tschaikowsky gelungen.  Er verzichte auf Tütüs und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich aus Zwängen und Versuchungen befreit. Alboresi wird mit dieser Choreographie zum Analytiker und befreit sich aus der Rolle des Märchenonkels. Die Inszenierung bezieht ihre Kraft aus der Spannung zwischen der spätromantischen Musik und den kontrastierenden Elementen des Modern Dance. Unterstützt wird dies auch durch die Kostüme von Anja Schulz-Hentrich. Kein Plüsch, kein Pluder, kein Samt, sondern klassische Moderne kennzeichnet die Ausstattung der Tänzerinnen und Tänzer. Die kräftigen Farben erzeugen eine gesunde Spannung zu den grauen...

Aus der Carmen den Don José gemacht

Ballettpremiere am Theater Nordhausen Endlich wieder Ballett. Das war am Freitagabend die Devise im Theater Nordhausen. Dort stand die Premiere von „Carmen“ auf dem Programm. Nach langer Pause zeigte sich die Choreographie von Ivan Alboresi vor allem als routinierte Inszenierung mit einigen Höhepunkten. Das Publikum bedankte sich am Ende euphorisch für das Ende der Durststrecke. Mit „Carmen“ ist es ähnlich wie mit „Titanic“. Warum soll man sich das anschauen? Das Ende ist doch bestens bekannt. Weil es auf die Erzählweise ankommt und die ist bei Alboresi vor allem ruppig mit Akzentverschiebung, weg von der Titelfigur hin zu Don José, dem Killer von der traurigen Gestalt. Er wolle kein Erzählballett machen, hatte Ivan Alboresi einst im Interview gesagt. Nun hat er es doch getan. Seine „Carmen“ ist es Erzählballett par excellence. Klar arbeitet er sich am Erzählfaden entlang, den Prosper Mérimée einst mit seiner Novelle gelegt hat und die von Georges Bizet zur Oper ausgebaut wurd...

Getanzter Zorn

Die Räuber zwischen Kain, Abel und Ödipus Mit einer Räuber-Trilogie wollte Olaf Graf in sein Amt als Intendant des TfN starten. Nach Schauspiel, Oper, defekter Brandschutzanlage und geflutetem Theater feierte nun der letzte Teil des Triptychon Premiere im Ausweichquartier "Halle 39". Die Räuber-Choreografie von Marguerite Donlon lässt staunen und macht atemlos.  Sie ist vor allem rasant und schnell, und bringt doch neue Perspektive. Donlon präsentiert eine neue Version von Kain und Abel und von der verlorenen Unschuld. Damit steht am Ende die Gewissheit, dass die Geschichten mit dem alten Grafen, seinen Söhnen und der schönen amalia nicht anders als tödlich ausgehen kann. Franz hat den Vater in der Gewalt.  Alle Fotos: Quast Seelenleben oder Erzählballett? Innerlichkeit oder Action? Die Wahlberlinerin verknüpft in ihrer Choreografie beide Möglichkeiten und die vier Tänzer und Annick Schadeck als Amalia setzen dies einsdruckvoll um.  Das verwundert nicht, denn ...

Flucht vor sich selbst

 "Die Winterreise" als Ballett im Theater Nordhausen Meistens kommt es anderes als man manchmal denkt. Mit einer Aufführung von "Die Winterreise" als Ballettabend hat sich das Theater Nordhausen in die Winterpause verabschiedet. Dabei überzeugt die Choreographie von Ivan Alboresi owohl sie doch einige Längen aufweist.  In diesem Jahr diktiert erstmal das Corona-Virus den Spielplan. Eigentlich wollte Alboreso die "Carmen" in Szene setzen, doch die zahlreichen Auflagen stoppten das Vorhaben. Doch "Die Winterreise" mit der Musik von Franz Schubert ist mehr als nur Ersatz. Sie passt besser in diese Zeit als die extrovertierte und erotische Carmen. Mit der affektierten Larmoyanz und dem maßlosen Selbstmitleid in einer konstruierten Realität, die mit der Wirklichkeit nur bedingt deckungsgleich ist, ist die Winterreise die Vorlage für die aktuelle Gemütslage. Statt des grandiosen und tödlichen Finale der Carmen gibt es hier endloses Siechtum.  Mal eine ...

Gegen Corona antanzen

Breites Spektrum bei der Ballettgala im Theater Nordhausen Manchmal bringt die Not die besten Ergebnisse hervor. Das zeigte die Ballettgala im Theater Nordhausen. Der Schlussapplaus erreichte die Stärke der Vor-Corona-Zeit.  Intendant Daniel Klajner und Ballettchef Ivan Alboresi begrüßten die drei neuen Mitglieder der Compagnie vor. Diese stellten sich dann mit eigenen Choreographien vor und nachdem Klajner seinen Ballettchef ausreichend gelobt hatte, gab dieser preis, dass er mindestens noch bis 2024 in Nordhausen bleiben wird.  Spots brennen Lichtkreise auf den Tanzboden. Es sind Platzanweiser. Tänzer kommen auf die Bühne und wissen, wo sie hingehören. Nur so kann Ballett in den Zeiten des "Abstands halten" funktionieren und irgendwann ist das gesamte Ensemble auf der Bühne. Den ersten Applaus gibt es, als alle ihre Masken aufsetzen. Tanztheater lässt sich nicht von einem Virus aufhalten. Das ist doch ein Statement.  Es darf wieder getanzt werden. Alle Fotos: Marco...

Eins sein mit sich und den anderen

Festival schließt mit Tanzabend ab Das Theaternatur-Festival ist dann am besten, wenn es etwas wagt und neue Wege beschreitet. Das hat der Tanzabend "UnEins" unter Beweis gestellt. die drei Choreographien konnte auch die begeistern, sich sich sonst nicht so für Tanztheater erwärmen können. Damit bekam das Festival einen gelungenen Abschluss.  Es war durchaus ein Wagnis von Intendant Janek Liebetruth. Bisher ist Ballett in Benneckenstein nur auf begrenzten Zuspruch gestoßen. Das er mit der dreifachen Aufführung an den letzten Festivaltagen richtig lag, belohnt den Mut.  Die Klammer war das gemeinsame Thema. Das Individuum und die Gesellschaft, das Ich und das Ihr stand im Mittelpunkt der drei Beiträge. Damit verbunden war ein Querschnitt durch das, was moderenes Tanztheater ausmacht. Klassik. Modern Dance, Break und ein wenig Akrobatik fanden an den drei Abenden zusammen. Dies ermöglichte die Vielfalt an ausdrucksformen  Ein Solo, eine Quadrille und ein Ensemble. Auch hier...

Drei starke Statements

Ballett-Doppelabend im Theater Nordhausen Ein Abend, zwei Choreographen und drei starke Statements. So lässt sich der Ballettabend am Theater Nordhausen zusammenfassen. Premiere war am Freitag und das Publikum war begeistert. Schließlich gab es einen Einblick in das, was Tanztheater auf Weltniveau bedeutet. Ivan Alboresi ist weg vom Erzählballett und wieder da, wo seine Stärken liegen: Bei der Darstellung von Menschen und ihren Gemütszuständen, ihr Mit- und Gegeneinander mit den Mitteln der Musik und der Bewegung. Seine Choreographie "Inside us" ist die bewährte Mischung aus klassischen Ballett und Modern Dance, wobei dieses mal die modernen Elemente eindeutig überwiegen. Ausflüge in den Jazzdance hat er aber vermieden. Rot trifft auf Eisenwarenverkäufergrau. Alle Fotos: TNLos! Die Musik ist eine Zusammenstellung von Kompositionen von Richtter, Bosso und Glass. Dazu kommt Chopin und Scarlatti. Alles passt in die Kategorie "getragen und andante". Drei W...

Am Ende kehrt das Glück zurück

Cinderella als Ballett im Theater Nordhausen Manchmal komisch und schrill und doch zugleich zärtlich und poetisch. In seiner neuen Produktion vereint Nordhausens Ballettchef Ivan Alboresi schwer Vereinbares. Am Ende von "Cinderella" bleibt dann doch ein Zauber, der noch lange anhält. Am Ende der Vorstellung setzt ein Glücksgefühl ein, dass erest langsam verklingt Eigentlich mag er ja kein Erzählballett, hatte Alboresi in seiner ersten Spielzeit in Nordhausen betont. Es käme darauf an, Emotionen wirken zu lassen. Doch mit seiner neuen Choreographie „Cinderella“ hat er nun das dritte Erzählballett inszeniert und nach „Romeo und Julia“ zum zweiten Mal zu Musik von Sergei Prokofjew. Dabei schließt er eine Lücke. Alboresi erzählt die Geschichte vor der Geschichte. Er berichtet vom ersten Aufeinandertreffen von Cinderellas Eltern, vom Werden und Vergehen der Familie und ihres Glücks. Warum ist überhaupt erst jetzt jemand auf die Idee gekommen? Das Werk ist erst jetzt vollstä...

Einheit in der Vielfalt

Selbst gemacht: Tänzerinnen und Tänzer zeigen eigene Werke Soviel Vielfalt ist selten. Die dritte Auflage der "Freiträume" präsentiert am Theater Nordhausen fünf Choreographien sehr unterschiedlicher Art. Dabei kann nicht jede überzeugen. Die Mitarbeiter werden zum Chef. Zum Kammerballett "Freiträume" darf die Compagnie eigene Werke erarbeiten. Die Präsentation im Theater unterm Dach hat durchaus Wundertüten-Flair. Auch in diesem Jahr gab es Stück von ambitioniert bis ausgereift. Unbreak heißt zusammenfügen und heilen. Alle Fotos: TNLos Körper in Bewegung und in Interaktion. Impulse, die weitergegeben werden, die aufgegriffen  und verarbeitet werden, um zum Schluss etwas anderes zu ergeben. Das ist das Kennzeichen von "Unbreak" von Ruan Martins . Das wogende Tutti ergibt faszinierende Bilder, denen man die Zusammenarbeit mit Ivan Alboresi anmerkt. Drei Tänzerinnen und zwei Tänzer fügen sich immer wieder zusammen, brechen auseinander und heilen ...

Quicklebendiges Tanztheater

Grandioser Ballettabend im Theater Nordhausen Das Herz des Tanztheaters schlägt in Nordhausen. Steile These? Von wegen, als Beweis dient der Ballettabend "Kontraste". Die anderthalb Uraufführungen zeigten die Bandbreite des aktuellen Tanztheaters und ernteten dafür donnernden Applaus. Der Abend vereint zwei Choreographien mit unterschiedlichen Charakter unter dem Titel "Kontraste". Nur den könne man genießen, den Zustand weniger, zitiert das Programmheft Siegmund Freud. Das ist eine weitere steile These, die im Verlauf aber widerlegt wird. "Der Tod und das Mädchen" ist fast eine Solo-Show von Ivan Alboresi . Nordhausens Ballettdirektor ist nicht nur für die Choreographie verantwortlich. Auch die Musikauswahl und das Bühnenbild stammen aus seiner Feder. Das Mädchen und die Eltern Alle Fotos: TNLos! Dieses zeigt sich in beklemmender Optik. Holz rechts, links und hinten. Ist das ein Puppenheim oder gar ein Sarg? Konstantina Chatzistavrou betr...