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Einfach nur sensationell

Die Söhne Hamburgs sind in der Stadt Das war eine Party für große Jungs und Mädels. Am Ende des Konzerts war nicht ganz klar, wer mehr Arbeit geleistet hat: Die Musiker oder das Publikum. Dem einen oder der andere werden nach dem Auftritt der Söhne Hamburgs in der Stadthalle Osterode die Hände von Klatschen weggetan haben. Heisere Stimme wird es wohl auch gegeben haben. Aber ansonsten war die Veranstaltung im Stefan Gwildis, Joja Wendt und Rolf Claussen einfach nur sensationell. Aus dem Hintergrund bimmeln Glocken. Drei gesetzte Herren ziehen durch die Sitzreihen und singen ihre Version von "Kommet ihre Hirten". Schließlich heißt das Programm ja "Die Söhne Hamburgs feiern Weihnachten". Schon jetzt singen die ersten mit und das wird sich bis zum Ende auch nicht ändern. Auf jeden Fall haben Claussen, Gwildis und Wendt die ersten Lacher und das Publikum auf ihrer Seite.  Wer ein Konzert mit Gwildis besucht, der weiß, was ihn erwartet und geht genau deswegen hin. ...

Ein starkes Finale

Galakonzert mit dem Christ Church Cathedral Choir in Göttingen Erst verhalten dann jubilierend. Das Konzert mit dem Chirst Church Cathedral Choir  am Saamstag in der Stadthalle Göttingen hinterließ einen gemischten Eindruck. Doch zum Schluss löste sich alles in Jubel auf. Für den ambivalenten Eindruck war auch die Auswahl der Werke verantwortlich. Dem allegorischen und fast schon philosophischen „The Choice of Hercules“ stellte Laurence Cummings nach der Pause das jubilierende „Te Deum for the victory of Dettingen“ gegenüber. Damit beleuchtet er Händels Antworten auf die verschiedenen Konflikte. Dort ist Herkules innerer Konflikt und die fällige antwort auf die Frage „Wie soll es in meinem Leben weitergehen?“. Hier ist es der Jubelgesang nach der gewonnenen Schlacht. Dabei wird das Festpiel-Motto auch mal von einer anderen Seite bespielt. Passt gut zusammen: FSG und CCCC. Alle Fotos: Kügler Die Schublade „Spätwerk“ wurde in der Spielzeit 2018 der Händel Festspiele...

Diese Susanna weiß zu begeistern

Auftakt der Händel-Festspiele nach Mass Erst kam das Pre-Opening, dann das Small-Opening, nun das Grand-Opening.  Mit dem Oratorium "Susanna" wurden am Donnerstag die Internationalen Händel-Festspiele in der Stadthalle Göttingen eröffnet. Es war ein Auftakt nach Maß. Das Festspiel Orchester und die Solisten zeigten eine Leistung, die kaum noch zu steigern ist. Es geht um die alttestamentarische Geschichte aus dem Buch Daniel. Joachim und Susanne sind ein junges Ehepaar. Doch die schöne Frau muss sich zweier Stalker erwehren, die pikanterweise zu den Stammesältesten gehören. Nachdem die beiden Spanner Susanna nackt beim Baden sehen, verleumden die alten Gockel die junge Frau. Diese wird daraufhin wegen Ehebruchs zum Tode verurteil. Erst eine Eingebung des Propheten Daniel rettet die junge Frau. Im Gegenzug werden die beiden Alten wegen Verleumdung zum Tode verurteilt. "Susanna" hebt sich deutlich von den vier Siegesoratorien, die Händel in den Jahren zuvor gesc...

Till Brönner at his best

Ein Beitrag von Gastkritiker Jörg Hüddersen Eröffnung der niedersächsischen Musiktage in Göttingen Unter dem Motto "abenteuer" gastierte Till Brönner mit dem Till Brönner Orchestra am Sonntagabend im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage in der Göttinger Stadthalle. Es wurde eine musikalische Reise durch viele Länder, doch "abenteuer" war eigentlich der falsche Titel: nach eher seichteren Abenteuern auf seiner letzten Platte sah man einen Till Brönner in Hochform, der ehrlichen Jazz spielte und ihn mit Funk und ein wenig Pop und Klassik angereichert dem Göttinger Publikum präsentierte. Der Meister bläst die Trompete. Alle Fotos: Hüddersen Brönner kam nicht allein sondern brachte sein neues Till Brönner Orchestra mit. Dessen Mitglieder stellte er als Kollegen vor und genauso musizierten sie zusammen: sich gegenseitig Raum gebend zeigten die Musiker unter der Gesamtleitung von Magnus Lindgren, dass sie nicht nur Hintergrund für Till Brönner waren. Lead-...

Das geilste Konzert der Welt?

Jan Delay und Disko Nr. 1 eröffnen Soundcheck-Festival Um in meiner Alters- und Gewichtsklasse 2.500 Kalorien vom Hüftgold loszuwerden, braucht es 2,5 Stunden auf dem Fahrrad, bei einem 30-er Schnitt wohl gemerkt. Bei Jan Delay und Disko Nr.1 schafft man es in der Hälfte der Zeit. Am Donnerstag macht der Chefstyler den Opener beim Soundcheck-Festival in Göttingen. Die 1.500 Zuschauer und ich, wir erlebten 75 Minuten Tempo, Party und Spaß. Besser kann man ein Festival nicht beginnen. Jan Delay ist ein Magier. Alle Fotos: Layda Für sein aktuelles Album „Hammer & Michel“ musste sich Jan Delay Kritik und Spott gefallen lassen. Den Puristen ist das Werk zu rocklastig. Doch kann Jan Delay nicht erschüttert, deswegen hieß die Devise am Donnerstag: Volles Brett heißt die Devise in der ausverkauften Stadthalle. Noch bevor die Lichter angehen, hämmern die Gitarrenriffs von Wacken ins Publikum. Der Sound ist fett, die Bass-Drum wummert, die Snare scheppert, die Horn-Section macht Dru...

Einfach einmalig, der Regen in Volpriehausen

Stefan Gwildis und die NDR Bigband in der Göttinger Stadthalle Stefan Gwildis und 14 andere Jungs waren in der Stadt, sie hatten ihre Instrumente dabei. Das war so was von old school und das war so was von einmalig. Also, damit das klar ist, alles, was mir in diesem Jahr und vielleicht auch im nächsten Jahr vor die Ohren kommt, wird es sehr schwer haben, dagegen anzukommen. Seit seinem Debüt-Album "Neues Spiel" hat sich der Spätstarter Stefan Gwildis zu Deutschlands Soulman Nummer eins entwickelt.  Also war Skepsis angebracht, als er im letzten Jahr mit der  NDR Bigband ein Album auf den Markt brachte. Klangkörper-gemäß konnte es sich ja nur um Swing handeln, war der böse Verdacht. Doch aus der Kooperation heraus entstand mit "Das mit dem Glücklichsein" ein Tonträger, der vieles zeigt, was im Grenzbereich Jazz und Soul möglich ist, ohne beliebig zu sein. Der Platz eins in den Amazon-Charts war der verdiente Lohn. Aber kann man so etwas autentisch auf eine Bühne b...