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Posts mit dem Label "Jazz" werden angezeigt.

Der Himmel weinte ein wenig beim Konzert von Alsmann

Feucht-fröhliche Abschiedsparty im Kreuzgarten Es waren Götz Alsmann und Band, die 2004 die Tradition der Open Air Konzerte bei den Kreuzgangkonzerten begründeten. Danach kamen der Hr. Doktor und seine Combo regelmäßig zu rauschenden Musikfesten nach Walkenried. Am Montag lieferte das Quintett noch einmal ab und machte deutlich, was ein Konzert der Extraklasse ausmacht.  Im Gepäck hatte die Band das neue Album "Bei Nacht" und ist Grundlage des neuen Live-Programms. Nach vielen Versuchen in Rumba und Mambo macht das Ensemble damit einen Schritt zurück in Richtung Wurzeln. Es swingt, es jammt, es macht Spaß, die jazzigen Anteile dominieren und das ist gut so. Gemischt wird das ganze mit einem ordentlichen Schuss Schlager aus seinen besten Tagen. Es zieht sich durch den ganzen Abend: Hier treffen sich Ausnahmemusiker auf Augenhöhe. Götz Alsmann am Piano und Schlagwerker Altfrid M. Sicking treiben sich zu fantastischen Soli an. Manchmal bleibt auch Platz für die anderen, aber wen...

Einfach nur sensationell

Die Söhne Hamburgs sind in der Stadt Das war eine Party für große Jungs und Mädels. Am Ende des Konzerts war nicht ganz klar, wer mehr Arbeit geleistet hat: Die Musiker oder das Publikum. Dem einen oder der andere werden nach dem Auftritt der Söhne Hamburgs in der Stadthalle Osterode die Hände von Klatschen weggetan haben. Heisere Stimme wird es wohl auch gegeben haben. Aber ansonsten war die Veranstaltung im Stefan Gwildis, Joja Wendt und Rolf Claussen einfach nur sensationell. Aus dem Hintergrund bimmeln Glocken. Drei gesetzte Herren ziehen durch die Sitzreihen und singen ihre Version von "Kommet ihre Hirten". Schließlich heißt das Programm ja "Die Söhne Hamburgs feiern Weihnachten". Schon jetzt singen die ersten mit und das wird sich bis zum Ende auch nicht ändern. Auf jeden Fall haben Claussen, Gwildis und Wendt die ersten Lacher und das Publikum auf ihrer Seite.  Wer ein Konzert mit Gwildis besucht, der weiß, was ihn erwartet und geht genau deswegen hin. ...

Zwischen wild und romantisch

Adventskonzert mit Wildes Holz Mitklatschen und mitsingen gibt es in der Kirche häufiger. Aber dass auf den harten Kirchenbänken aus noch geschunkelt wird, d as schaffen nur Wildes Holz. Das Trio war bei den Jazzfreunden Osterode zu Gast und hinterließen in der Schlosskirche  ein begeistertes Publikum. Seit mehr als 20 Jahren dekonstruieren Tobias Reisige und Markus Conrad bekanntes Liedmaterial und bauen es wieder zusammen. Es ist musikalisches Tuning, denn die Songs gewinnen deutlich an Geschwindigkeit. "Alle Jahre wilder" lautet der Titel ihrer aktuellen Weihnachtstour und es besteht aus bekannten Weihnachtsliedern. Doch der Titel stimmt nur zu 75 Prozent. Das letzte Viertel des Programms ist doch ruhig und besinnlich. Die weltgrößte Blockflöte trifft auf Gitarre und Mandoline.     Alle Fotos: Thomas Kügler Mit "Ihr Kinderlein kommet" in einer Swing-Version geht es gleich im hohen Tempo los. Jeder der drei Musiker darf zeigen, was er so solistisch kann...

Spaß zwischen Vergangenheit und Zukunft

Die Couchies lassen die Scheune beben Die Gewissheit, dass Jazz auch ohne Oberstudienrat-Appeal geht und dass ein Teil der Zukunft in der Vergangenheit liegt, waren die verkopften Erkenntnisse. Ansonsten hat das Konzert der Couchies einfach nur Spaß gemacht. Im Landgasthof Sindram gab es mitreißende Musik und hintersinnige Moderation. Das Trio aus Berlin war im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage Gast der Sparkasse Osterode. die hat mit der mutigen Auswahl einen echten Treffer gelandet. Der Clash of Cultures zwischen den Hauptstädtern und den Landbewohner bleibt aus. Musik verbindet eben. Gemeinsam feiert man die Freude am Leben. Dazu trägt auch die ungewöhnliche Raumkonstellation zu. Wie der Name andeutet, bestreiten Couchie Couch, Hank Willis und Colt Knarre ihre Konzert von einem Sitzmöbel aus. Das sorgt in der Sindram Scheune für ein Plus an Heimlichkeit. Es gibt keine Barriere zwischen Musiker und Publikum und das trägt zur Entspannung und Verbrüderung bei. Di...

Trennung ohne Schmerz

David Orlowski Trio verabschiedet sich mit einem fulminanten Konzert Es ist alles gespielt, es ist alles gesagt. So kann man ruhigen Gewissens auseinandergehen Mit einem fulminanten Konzert verabschiedete sich am Sonnabend das David Orlowsky Trio von seinem Publikum in Walkenried. Nach zwanzig Jahren trennt sich das Ensemble im Herbst. Die drei Musiker gehen dann eigene Wege. Auf der Liste ihrer Abschiedstournee stehen nur Orte, die den Dreien besonders am Herzen liegen. Dabei war allein die Präsenz in Walkenried schon eine Auszeichnung genug. Das Auftritt war dann das Sahnehäubchen. Vielleicht lag es auch an der Kabbala. Immerhin war es der siebte Auftritt des Trios bein den Kreuzgangkonzerten und die Sieben ist nach jüdische Mystik eine heilige Zahl. Der Beginn ist fließend. Florian Dohrmann zupft die Saiten des Bass vorsichtig, Jens.Uwe Popp gibt etwas Gitarre dazu. Dann meldet sich Orlowsky zurückhaltend zu Wort. In den Schöpfungsgeschichten hat der Gott den Wesen das Leben...

Der Abend des Bassisten

Jazz der Extraklasse mit Till Brönner und Dieter Ilg Zwei Hochkaräter auf der Bühne der Kreuzgangkonzerte: Am Freitag gastierten Till Brönner und Dieter Ilg im Kloster Walkenried. Sie präsentierten ihr aktuelles Programm und machten deutlich, wie schön zeitgemäßer Jazz sein kann. Es ist ziemlich genau zwei Jahre, als genau diese Kombination aus Trompete und Kontrabass bei den Kreuzgangkonzerten die DNA des Jazz freigelegt hat. In dieser Zeit haben sich die Akzente deutlich verschoben. Auf dem Album „Nightfall“ aus dem letzten Jahr zeigen die beiden Ausnahmemusiker, was man im Jazz so alles machen kann. Eine weitere Verschiebung gab es auf der Bühne. Stand der Auftritt 2017 ganz im Zeichen von Till Brönner, war es diese Mal der Abend des Dieter Ilg . Er zeigte, was auf dem Bass so alles möglich ist, ohne die Nerven des Publikums zu strapazieren. Brönner denkt sich seinen Weg durch die Melodie. Alle Fotos: Kügler Brönners Ruhm beruht nicht auf temporeichen Spiel. D...

Keiner hat sich im Kräutergarten verirrt

Family Clash: Die Gebrüder Gerassimez begeistern in Nörten Von wegen Familienstreit. Am Freitag entführten Alexej, Wassily und Nicolai Gerassimez bei den niedersächsischen Musiktagen ihr Publikum in ihre kunterbunte Welt aus Jazz, Klassik und Tango. Zur Musik auf allerhöchstem Niveau gab es noch eine unterhaltsame Show mit Augenzwinkern. Die drei Brüder sind ganz bestimmt ein Glücksfall für die Musik. In eine Musikerfamilie geboren, lernten sie schon von frühester Kindheit an ihre Instrumente und wurden auch schon früh mit Preisen ausgezeichnet. Die Ankündigung hatte ein mitreißendes, homogenes und nahezu intuitives Zusammenspiel versprochen. Der Auftritt im Atrium des Gräflichen Landsitz Hardenberg übertraf die Erwartungen. Das zarte Klavierspiel von Nicolai Gerassimez leitet das Präludium von Johann Sebastian Bach ein. Behutsam gesellt sich das Vibraphon dazu. Mit dem vorsichtigen Spiel von Wassily Gerassimez am Cello ist die außergewöhnliche Besetzung komplett. Dann tritt das...

Viel gewagt, viel gewonnen

Timo Vollbrecht und Fly Magic im KVHS Forum Das war sicher ein Konzert Rande der Hörgewohnheit,Musik irgendwo zwischen Fusion und Free Jazz. Aber zum Schluss waren alle zufrieden. Nach donnernden Applaus gab es noch eine Zugabe aus der Kategorie konventionell. Den Jazzfreunden Osterode eilt der Ruf voraus, doch eher dem Dixie und Skiffle zugetan zu sein. Nun mal dahingestellt, ob dies stimmt, das Konzert mit Timo Vollbrecht und seiner Combo war durchaus risikobehaftet. Doch der Zuspruch war erstaunlich groß. Etwa 100 Experimentierfreudige fanden sich im Forum der KVHS zusammen. Am Ende war der Abend ein Gewinn für alle. Das lag nicht nur daran, dass der Saxofonist und seine Band zu den Großen des Genres gehören. Es lag auch daran, dass das Publikum bereit war, sich mal auf Neues einzulassen. Timo Vollbrecht hat sich mit der Zeit gewandelt. Alle Fotos: Thomas Kügler Bei seinem letzten Besuch in Osterode war Vollbrecht Mitglied von Gerry Getz Chet, seitdem hat er das Label ...

Fett gehupt, richtig fett gehupt

Brönner und Ilg dringen zur DNA des Jazz vor Es war anders als von den meisten erwartet, aber es war großartig. Am Sonnabend gastierten Till Brönner und Dieter Ilg bei den Kreuzgangkonzerten in Walkenried und sie zeigten, was den Jazz ausmacht: Der Dialog gleichberechtigter Partner. Damit bewies der Trompeter, der gelegentlich unter dem Etikett "Schmusejazzer" firmiert, dass er auch Ernst kann und das sogar richtig gut. Der eine steht in den Charts, der andere in den Lehrbüchern. Till Brönner und Dieter Ilg sind  zwei recht unterschiedliche Seiten ein und derselben Musik. Während der eine die großen Hallen  füllt, ist der andere doch eher dem Fachpublikum bekannt. Dennoch prägt Ilg seit Jahrzehnten den europäischen Jazz und hat Maßstäbe in der Behandlung des Kontrabasses gesetzt. Till Brönner hupt ganz schön fett.      Foto: tok Sie als Antipoden zu bezeichnen, wäre übertrieben, aber diese Kombination verspricht eine produktive Spannung. Daher ist um...

The most sexy Blasinstrument

Wildes Holz bei den Jazzfreunden Osterode Warum eigentlich haben sich Generationen von pubertierenden Jungs mit der Gitarre abgemüht? Haben sich die zarten Finger an rauen Saiten ruiniert? Alles nur, um die Mädels zu beeindrucken. Hätten sie geahnt, dass man das auch mit der Blockflöte machen kann, wären ihnen einige erspart geblieben. Aber die züchtigen Musiklehrer haben es verschwiegen. Ob aus Unkenntnis oder mit Absicht, das sei dahingestellt. Aber Gott sei Dank gibt es ja Tobias Reisige und Wildes Holz. Das Trio war am Freitag zu Gast bei den Jazzfreunden Osterode und es hat nicht nur den kleinen Mädels imponiert. Am Ende des zweistündigen Konzerts tobte der ganze Saal, trotz des fortgeschrittenen Alters des Publikums. Tobias Reisige hat noch ganz andere Blockflöten im Arsenal. Fotos: tok  Seit 1998 ist das Trio unterwegs und es hat eine Mission. Handgemacht Musik ist mehr als bedächtiges Sinnieren über die Schlechtigkeit der Welt. Auch unplugged kann richtig abg...

Die höchsten Weihen erfahren

Das anschließende Interview vorweg Götz Alsmann und Band begeistern mit Broadway-Melodien Selten hat jemand so schön gelogen. Am Anfang des Abends versprach der Künstler, dass es das wärmste Konzert des Jahres werden würde. Glatt gelogen und untertrieben. Ein Abend mit Götz Alsmann und Band ist nicht einfach nur ein Konzert. Es ist eine Show. Eine Show der Extraklasse, ein bisschen retro und für alle Sinne. Auf jeden Fall kann im dreistündigen Programm keine Langeweile auf. Im aktuellen Programm “Am Broadway” hat Götz Alsmann 18 Perlen aus der goldenen Ära des Musicals versammelt. Er hat sie aufgebockt, hat sie getunt und er hat ihnen mit deutschen Texten ein neues Chassis verpasst. Auf jeden Fall läuft der Unterhaltungsmotor und die Tour schon seit 2 Jahren reibungslos. Mit dem Echo-prämierte Programm “In Paris” hatte Alsmann sich vor fünf Jahren mal den Chansons zur Brust genommen. Im nächsten Jahr soll dann “In Rom” folgen. Götz Alsmann war mit seinen Jungs im Kloster....

Musik gemacht für die gesamte Menschheit

Eine Annäherung an Giora Feidman und das Rastrelli Cello Quartett Am letzten Samstag habe ich wieder das Phänomen gesehen. Giora Feidman und das Rastrelli Cello Quartett verzauberten ein dankbares Publikum im Klostergarten Walkenreid. Erst nach minutenlangen stehenden Ovationen durften der Meister und seine Mitstreiter die Bühne verlassen. Aber warum schafft er das immer wieder, egal mit wem er spielt Einige Erklräungsversuche. Zum einem konnte sich die Musikwelt über Feidmans 80. Geburtstag freuen, zum anderen war er nach eigener Zählung zum zehnten Mal in Walkenried. In dieser Zeit hat sich der Mann mit der Klarinette sein Publikum erzogen. Feidman und Walkenried, das ist wie ein altes Ehepaar. Man weiß, was man voneinander zu erwarten hat. Aber es ist ein Ehepaar, dessen innige Liebe zueinander in all den Jahren noch gewachsen ist. Feidman hat einen guten Draht nach oben, sagt er. Alle Fotos: tok  Dieses Mal hat Feidman das Rastrelli Cello Quartett im Gepäck. Vi...