Bettina Rehm inszeniert eine raue und ungeschliffene Dreigroschenoper Doch, Brechts Paradestück auf die Bühne zu bringen, das ist ein Wagnis. Irgendwie kann jeder was dazu sagen, also sind die Erwartungen gross und ebenso die Chance auf einen Verriss. Bettina Rehm ist dieses Wagnis am Theater für Niedersachsen (TfN) eingegangen und belohnt das Publikum, mit einer Deutung, die wohl näher am Original ist, was als vieles andere unter dem Label Brecht. Es geht nicht um die Philosophie der Relativität des Verbrechens im gesellschaftlichen Kontext, es geht nicht um eine Fallstudie über die Wertbildung im Londoner Subproletariat und es geht vor allem nicht um Sozialromantik unter Ausgestoßenen. Diese Dreigroschenoper ist rau und ungeschliffen, direkt und spröde, gewalttätig und niederträchtig, steckt voller Sex und ist damit ganz nah dran am Original. Julia Hattstein hat die Bühne sparsam und damit variabel möbliert. Es gibt nur eine lange Tafel, die auch als Laufsteg dienen wird un...
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