Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Faust erster Teil" werden angezeigt.

Ein Spiel herausragender Schauspieler

Der Faust der stille hunde ist gar nicht so einfach  Also, eigentlich ist die Geschichte ja ganz einfach. Alternder Wissenschaftler bekommt Schaffens Lebenskrise, gerät in schlechte Gesellschaft, verführt ein Mädchen und stürzt alle ins Unglück. Nicht mehr und nicht weniger, das ist der Plot von "Faust. Der Tragödie erster Teil". Mit ihrer Inszenierung in der Klosterkirche Nikolausberg am 8. März haben die stillen hunde das deutsche Überstück neu strukturiert, auf das Wesentliche reduziert und die Sicht auf eine Figur gelenkt, die im Ich-erklär-die-ganze-Welt-Werk schnell mal zur Randfigur wird und die Gretchenfrage neu gestellt. Im Vergleich zu den anderen Inszenierung in dieser Saison ( siehe hier ) ist diese Aufführung ist fast schon ein Anti-Typ. Die gewaltigen Aufbauten fehlen komplett. Das Seitenschiff der romanischen Kirche ist Bühne und Bühnenbild zugleich, einziges Gestaltungsmittel ist Licht. Das weiße Licht zeichnet harte Schatten, rotes Licht tauscht die Mauer ...

Faust trinkt Efes-Pils

Theater für Niedersachsen gewinnt der Tragödie erster Teil komische Seiten ab Der Herr Heinrich Faust ja so viel studiert und in einigen Fächer hat er wohl auch promoviert. Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann trinkt er mit seinem türkischen Nachbarn an einem lauen Frühlingstag auch schon mal ein Bier. Dies ist nicht die einzige Erfrischung in der Inszenierung des TfN von Goethes Welterklärungsstück "Faust. Der Tragödie erster Teil". Mit popkulturellen Rückgriffen holt Wolfgang Hofmann das Monument deutscher  Dramatik vom Sockel. Vielleicht wirkt dieser Faust so zeitbezogen, weil Goethes Fragen, die Frage nach den Grenzen der Erkenntnis und die Frage nach der Schuld, Fragen ohne Mindeshaltbarkeit sind? Dies herauszuarbeiten, das ist dem Regisseur fraglos gelungen. Gott ist ein weltentrückter und gelangweilter Bartträger. Fotos: Andreas Hartmann/Tfn Der Direktor des Vorspiels auf dem Theater ist ein Typ von heute, im Auftreten und in Gestus mehr Manager als vKuns...