Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Konzert" werden angezeigt.

Hauptsache Holz zu Weihnachten

Öffentlich Led Zeppelin, The Clash, R.E.M. und Nirvana auf der Blockflöte spielen, das muss man sich erstmal trauen. Wenn das Ganze dann noch mit  Weihnachtsliedern der letzten 500 Jahre gemischt wird, könnte man auf ein überhöhtes Selbstbewusstsein tippen. Weil das Konzept aber aufgeht, muss man von höchsten Talent und tiefdurchdrungenes Musikverständnis ausgehen. Zumindest gilt dies für das Trio Wildes Holz. Conrads, Reisige und Behr (v.l.n.r.)in einem der ruhigen Momente an diesem Abend. Foto: Kügler Auf den ersten Blick sind Thomas Krause und sein Team "all in gegangen" bei der zweiten Veranstaltung des frisch gegründeten Kulturwerk Herzberg. Schließlich steht Bläserensembles aus dem Münsterland für eine recht schräge Interpretation bekannten Materials. Doch das Risiko war überschaubar, schließlich konnten Wildes Holz in der Vergangenheit viermal im Rahmen der Kreuzgangkonzerte Walkenried überzeugen. Also wusste das Publikum, worauf es sich eingelassen hat, und es hat b...

Ein Abend voller Entdeckungen

Zweites Kaiserpfalzkonzert mit der TfN-Philharmonie Unverhofft kommt nicht allzu oft, wenn aber doch, dann ist es umso schöner. Das ist das Fazit des zweiten Kaiserpfalzkonzert der TfN-Philharmonie in Goslar. Statt Erfahrung und Reputation stand dort Jugendlichkeit und Engagement am Pult. Das Publikum erlebt wohl so etwas wie die Geburt eines Stars. Als Dirigent war für diesen Abend mit Mozart und dem Londoner Bach Reinhard Goebel angekündigt. Als Gründungsmitglied der Musica antiqua Köln ja schon ein Hochkaräter. Doch Goebel musste kurzfristig absagen. Der Ersatzmann Oscar Jockel entpuppte sich als Hauptgewinn. Der 24 Jährige ist ein aufgehender Stern am Dirigentenhimmel. Er sammelt Preis und Auszeichnungen wie andere. Mit Mitte zwanzig ist die Liste seiner Referenzen so umfangreich wie bei Kollegen, die zwanzig Jahre älter sind. In diesem Jahr wir er einer von drei Drigenten beim Beethoven-Festival sein. Alle Fotos: Thomas Kügler Dass alle diese Vorschusslorbeeren ber...

Wer braucht schon Wien?

Loh-Orchester mit einem schwungvollen Programm So fängt das Neue Jahr gut an. Mit dem Programm "Wo die Zitronen blüh'n" begrüsste das Loh-Orchester im Achteck-Haus das neue Jahrzehnt. Die abwechslungsreiche Auswahl und der meisterliche Vortrag begeisterten. Musik aus Italien und italienisch inspirierte Werke standen auf dem Programm. Die Ouvertüre aus Rossinis war der passende Auftakt. Den Loh-Orchester gelang es hervorragend, den schnellen Wechsel der zahlreichen Motive zu gestalten. Aus dem Knall der Pauken und dem Stakkato der Streicher entwickelte die Oboe das erste Thema, dass dann von den Streichern übernommen wird. Die Geigen bauen es aus und lassen sich auch nicht von dem Pauken und Trompeten stören. Das deutliche Dirigat von Michael Helmrath zeigt klare Vorstellungen vom Zusammenwirken der Instrumentengruppen. Selbst im furiosen Finale sind die Unterschiede deutlich und das Klangbild transparent. Nur so lassen die unzähligen Ohrwürmer erkennen, die in diese...

Musik an einem verzauberten Ort

Die vier Evangcellisten gastieren bei Theaternatur Das Cello gehört zu den Instrument, die am häufigsten unterschätzt werden. Das bewies das Konzert der Evangcellisten beim Theaternatur-Festival. Erst nach zwei Zugaben entließ das Publikum die Musiker von diesem verzauberten Ort. Es ist eine Szenerie so surreal wie ein Film von Bunuel. Mitten zwischen hohen Fichten steht eine Bühne, darauf vier Notenständer und vier weiße Stühle. Eine weiße Wand blockiert den Blick ins Dunkelgrüne und lenkt die Aufmerksamkeit ganz auf die Musiker. Ein Quartett mit Kammermusik ist der Ausdruck häuslichen und heimischen Musikgenuss.Dies nun in die Natur zu verlegen, baut einen Kontrast auf, der diesen Ort verzaubert Eine Szenerie wie bei Luis Bunuel: Celli mitten im Wald.     Alle Fotos: Kügler Die vier Evangcellisten haben vor 11 Jahren zusammengefunden. Fügung oder Zufall, ihre Vornamen gleichen denen der Evangelisten. Als ost-westdeutsches Ensemble, deren Mitglieder auch noch...

Der Abend des Bassisten

Jazz der Extraklasse mit Till Brönner und Dieter Ilg Zwei Hochkaräter auf der Bühne der Kreuzgangkonzerte: Am Freitag gastierten Till Brönner und Dieter Ilg im Kloster Walkenried. Sie präsentierten ihr aktuelles Programm und machten deutlich, wie schön zeitgemäßer Jazz sein kann. Es ist ziemlich genau zwei Jahre, als genau diese Kombination aus Trompete und Kontrabass bei den Kreuzgangkonzerten die DNA des Jazz freigelegt hat. In dieser Zeit haben sich die Akzente deutlich verschoben. Auf dem Album „Nightfall“ aus dem letzten Jahr zeigen die beiden Ausnahmemusiker, was man im Jazz so alles machen kann. Eine weitere Verschiebung gab es auf der Bühne. Stand der Auftritt 2017 ganz im Zeichen von Till Brönner, war es diese Mal der Abend des Dieter Ilg . Er zeigte, was auf dem Bass so alles möglich ist, ohne die Nerven des Publikums zu strapazieren. Brönner denkt sich seinen Weg durch die Melodie. Alle Fotos: Kügler Brönners Ruhm beruht nicht auf temporeichen Spiel. D...

Händel muss man einfach lieben

Auftakt der Festspiele mit Ruby Hughes und Laurence Cummings Das Konzept hat sich bewährt. Mit kleiner Besetzung und großartiger Musik gab es am Freitag das Präludium zu den diesjährigen Händel-Festspielen. Unter der Überschrift „Händels letzte Primadonna“ sangen und spielten Ruby Hughes und Laurence Cummings im Muthaus der Burg Hardeg Werke von Händel, Arne, Ciampi und Smith. „Magische Saiten“ ist das Motto der Festspiele 2019. Die englische Sopranistin macht daraus eindeutig ein magische Stimme. Bereits nach zwei Stücken stimmte ihr das Publikum zu, dass man Händel einfach lieben muss. Gekrönt wurde der Abend mit einem Laurence Cummings, der die ganze Pracht des Cembalos zur Geltung brachte. Versprechen auf die Zukunft: Ruby Hughes liebt Händel. Fotos: Kügler Erst seit drei Jahren arbeiten Hughes und Cummings zusammen und haben doch schon ein erstaunliches Niveau an blinden Verständnis erreicht. Bei der Beschäftigung mit Händels sind sie immer wieder auf den Namen Giulia ...

Ein Konzert, das nie enden dürfte

PKOW und Liv Migdal spielen in Benneckenstein die 8 Jahreszeiten Persönliche Erklärung: Da fährt man in die Berge, um eines seiner Lieblingsstücke zu hören und dann kommt man zurück und hat ein ganz anderes neues Lieblingsstück. Herrlich. Vorspann: Gegensätze und Gemeinsamkeiten, Referenz und Differenz in einem Konzert. Das war die 8 Jahreszeiten des Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode und Stargast Liv Migdal beim Theaternaturfestival. Das Konzert auf der Waldbühne in Benneckenstein war eins von denen, die nie enden dürften oder zumindest doppelt so lang sein müssten. Kleine Besetzung in ungewohnter Sitzordnung. Alle Fotos: Kügler Vivaldis Zyklus "Vier Jahreszeiten" gehört zum kollektiven Gedächtnis der Menschheit. Es soll keine Werk geben, das so oft eingespielt wurde, wie das Werk des Venezianers. Mit den Mittel der Barockmusik ist es ein ganzjährige Klimabeschreibung und dies macht es so eingängig, das das Publikum regelmäßig wetterfühlig wird...

Kammermusik fasziniert immer noch

Solisten des Gewandhausorchesters verzaubern den Sonntagabend Wer schon das Ende der Kammermusik herbei schreiben will, der hätte am Sonntag im Kloster Walkenried sein müssen. Vor ausverkauftem Haus bewiesen die Bläsersolisten des Gewandhausorchesters, dass diese Sparte lebendig ist wie eh un je. Trotz einer kurzfristigen Umbesetzung agiert das Ensemble souverän, präzise und leichtfüßig. Zum Schluss bedankte sich das Oktett mit einer Zugabe. Carlo Schütze am Kontrafagott wurde zum Hitzeopfer und musste kurzfristig absagen. Zudem ersetzte Johannes Hund kurzfristig am Fagott. Den Verlust konnte das Ensemble aber mehr als wettmachen. Philipp Tondre legt vor, .... Alle Fotos: Kügler Beim Thema Literatur setzten die Leipziger auf Bewährtes. Mozart - Beethoven - Mozart war die Abfolge. Für seine Entstehungszeit war Mozart Serenade in c-Moll ein Tabubruch. Ein Abendständchen in Moll, so etwas gab es bis dahin nicht. Dabei blieb des Salzburger im Aufbau dem Standard verpflichtet ...

Kurz und knackig im Kloster

Salomo Schweizer begeistert mit dem Staatsorchester Braunschweig Kurz und klasse. so kann man den Auftritt des Staatsorchester Braunschweig bei den Kreuzgangkonzerten am Sonntag bezeichnen. Neben einem Ensemble in Hochform gab es mit Salomo Schweizer einen Solisten an der Oboe, der wohl am Anfang einer großen Karriere steht. Dabei ist das Ensemble in kleiner Besetzung angetreten, schließlich stand im Stammhaus zur gleichen Zeiten noch eine Oper auf dem Programm. Das ist eher als Gewinn zu verbuchen und entspricht den Bedingungen im Kreuzgang. Zudem kennt Gastdirigent Gerhard Schaller die Räumlichkeiten und ihre akustischen Besonderheiten und er weiß diese Kenntnisse in Musik und Wohlklang umzusetzen. Haydn, Mozart und noch einmal Haydn stand auf dem Programm. die Sinfonie Nr. 6 G-Dur, auch „Le Matin“ genannt, ist gekennzeichnet vom Übergang des Barocks in die Frühklassik. Haydn vertraut hier auf Rückgriffe auf bewährte Musizierpraxis. Josef Ziga spielt die erste Geige. Alle...

Ein starkes Finale

Galakonzert mit dem Christ Church Cathedral Choir in Göttingen Erst verhalten dann jubilierend. Das Konzert mit dem Chirst Church Cathedral Choir  am Saamstag in der Stadthalle Göttingen hinterließ einen gemischten Eindruck. Doch zum Schluss löste sich alles in Jubel auf. Für den ambivalenten Eindruck war auch die Auswahl der Werke verantwortlich. Dem allegorischen und fast schon philosophischen „The Choice of Hercules“ stellte Laurence Cummings nach der Pause das jubilierende „Te Deum for the victory of Dettingen“ gegenüber. Damit beleuchtet er Händels Antworten auf die verschiedenen Konflikte. Dort ist Herkules innerer Konflikt und die fällige antwort auf die Frage „Wie soll es in meinem Leben weitergehen?“. Hier ist es der Jubelgesang nach der gewonnenen Schlacht. Dabei wird das Festpiel-Motto auch mal von einer anderen Seite bespielt. Passt gut zusammen: FSG und CCCC. Alle Fotos: Kügler Die Schublade „Spätwerk“ wurde in der Spielzeit 2018 der Händel Festspiele...

Die Pop-Stars unter den Barockern

4 Times Baroque spielt bei den Händel Festspielen in Einbeck Rotzfrech, aber das auf höchstem Niveau. 4 Times Baroque  sollen die Pop-Stars unter den Barock-Musikern sein. Das behauptet zumindest der SWR. Im Rahmen der Händel Festspiele spielten die Frankfurter am Mittwoch in Einbeck. Das Konzert in der Münsterkirche St. Alexandri war nicht nur erfrischend sondern auch unterhaltsam lehrreich. Das ausverkaufte Auditorium quittierte die Show mit viel Beifall. Nach dem Konzert der London Handel Players war das Gastspiel des jungen Quartetts eine weitere Präsentation barocker Lebensfreude hin zu einer entspannten Rezeption alter Meister im rahmen eines ganzheitlichen Konzepts. Das Ensemble ist Teilnehmer des eeemering-Programms und in diesem Rahmen haben die vier Musiker Kunststudenten und KWS-Mitarbeiter bei einem Workshop in Bad Grund begleitet. Parallel zur Musik gab es in St. Alexandri Videosequenzen dieser Zusammenarbeit. Schon in der Ouvertüre aus Händels Oper Rinaldo gib...

Ein Abend voller barocker Lebensfreude

London Handel Players verabschieden Cummings mit einem Feuerwerk der guten Laune Von wegen knochentrocken und steif. Das Barock ist vor allem Lebensfreude. Das bewiesen die London Handel Players bei ihrem Gastspiel in der Aula der Universität Göttingen. Für einen Wermutstropfen sorgte einzige der Abschied von Laurence Cummings. Doch auch der löste sich zum Schluss in lautes Lachen auf. Musik und Tanz gehören ja eigentlich zusammen. Nur irgendwann zwischen damals und heute hat man diese Einheit aufgelöst. Dabei muss es wohl um Seriosität gegangen sein. Im ihrem Programm "Musik für einen König" heben die London Handel Players diese Trennung wieder auf und das mit Gewinn für alle Beteiligten. Am Hofe Ludwig XIV. waren Musik und Tanz allgegenwärtig. Nicht nur Musiker, auch Choreografen gehörten zu den höfischen Angestellten. Damit prägte der Sonnenkönig das Lebensgefühl einer ganzen Ära. In den Bezeichnungen Courante, Bourée, Sarabande oder Passepied haben Relikte dieser Ve...