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Entdeckungstour mit dem Expressionismus-Bus

Nicht immer von Etikett auf den Inhalt schließen, man sollte weiterdenken. Zumindest, wenn es um Kunst. In der Ausstellung „Expressive Überraschungen“ im Kunsthaus Meyenburg geht es nicht nur um die Maler und Malerinnen des Expressionismus und ihre Werke, betont Kuratorin Susanne Hinsching. Es gehe auch um den Ausdruck von Gefühlen und subjektive Ansichten, so die Meyenburg-Chefin weiter.  Die erste Überraschung ist die Vielfalt. Expressionismus und gefühlsbetontes Malen ist keine deutsche Errungenschaft. Hinsching nennt van Gogh und Munk als die Väter dieser Stilrichtung. Lange bevor sich in Dresden die Brücken-Künstler zusammengetan haben, hatten der Niederländer und der Norweger alle Ingredienzien gefunden, die später den Expressionismus ergaben. Wann genau die Geschichte der gefühlsbetonten, der expressiven Kunst begann, lässt nicht mehr feststellen. Mammutschau im Kunsthaus Die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus ist eine Mammutschau. Zu sehen gibt es 150 Werke von 90 Künstlern ...

Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht

Hat jede eine zweite Chance verdient? Manchmal ist es gut, wenn eine Ausstellung zu Ende geht. Das gibt der Kuratorin die Chance, es noch einmal zu versuchen und es besser zu machen. Das Publikum hat anschließend die Gelegenheit, im zweiten Anlauf etwas Sehenswertes und Bleibendes zu erleben. Die erste Aussage gilt besonders für die Ausstellung "Glückauf" im Mönchehaus in Goslar, die bald schließt. Christos Erbe in Goslar ist der Ausgangspunk. Alle Fotos: Kügler Bergbau und Goslar gehören unlösbar zusammen. In Zeiten fortschreitender Digitalisierung ist es ehrenwert, wenn Ausstellungsmacher noch einmal daran erinnern, wo eigentlich der ganze Reichtum herkommt, der gerade neu verteilt wird. Aber das Sprichwort sagt: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht. Bergbau, Goslar und Kunst gehören ebenso unlösbar zusammen, seit Christo und Jeanne-Claude im Juni 1988 den letzten Hunt aus dem Bergwerk Rammelsberg verpackt haben. Seit neun Jahren steht dieses einzige erhaltene Werk...

Zwei ungleiche Schwestern bei den Schlossfestspielen Sondershausen

Kreisklasse und Landesliga an ein und demselben Abend, das muss man erst mal schaffen. Dem Theater Nordhausen ist dies bei den Schlossfestspielen in Sondershausen gelungen und das auch noch in der falschen Reihenfolge.  Dass die „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni und „Der Bajazzo“ von Ruggero Leoncavallo an einem Abend aufgeführt werden, ist gängige Praxis. Beide Werke sind kurz, stammen aus dem Verismo und haben denselben Kern: Liebe, Eifersucht, Betrug, Mord und Totschlag. Na gut, das Gemenge „Liebe, Eifersucht, Betrug, Mord und Totschlag“ ist der Kern vieler Opern. Veronika Tokareva als Santuzza (links) und Anja Daniela  Wagner  sind die Aktivposten in dieser Inszenierung.   Fotos: TNLOS Dennoch schafft es Regisseur Benjamin Prins bei den Schlossfestspielen in Sondershausen zwei sehr unterschiedliche Inszenierungen abzuliefern. Kreisklasse und Landesliga eben. Das beginnt schon mit dem Versuch, eine Klammer zu schaffen, die es nicht gibt, indem der Prolo...

Endlich ist Korruption gleichberechtigt

Premiere auf dem schmalen Grat: Gogols Revisor im Deutschen Theater Göttingen Um mal ins Olympia-Sprech zu verfallen: Die Premiere von "Der Revisor" am 14. Februar im DT Göttingen war eine geschlossene Mannschaftsleistung und eine beeindruckende Perfomance. Alle Beteiligten waren auf den Punkt top-fit. Deswegen geht die Gold-Medaille zu recht an die Equipe von Regisseurin Ulrike Arnold. Raffgier ist ein ständiger Begleiter Die Vorlage des russischen Dramatikers Nikolai Gogol ist fast 200 Jahre alt. Doch die Inszenierung am DT Göttingen hat gezeigt, dass ihre Themen und ihre Akteure immer noch sind. Ein Stück zeitlos zu machen, indem man die treibenden Kräfte bloßlegt und aktuell hält, dass ist die hohe Kunst des Theater und das ist in dieser Aufführung durchweg. Dann auch noch mit einer Komödie, da doch Humor sehr zeitgebunden ist. Als falscher Revisor hat Marco Matthes (Mitte) leichtes Spiel mit den Provinzpromis.  Alle Fotos: DT Göttingen    Diese Kunststück ...

Die neuen sind alte Bekannte

DT Göttingen stellt künftiges Führungsteam vor Überraschend hatte DT-Intendant Erich Sidler im Oktober vorzeitigen Ausstieg beim Deutschen Theater bekannt gegeben. Der 60-Jährige begründete seinen verfrühten Abschied aus Göttingen mit den schwierigen finanziellen Perspektiven des Hauses . Nun haben die Gesellschafter das neue Leitungsteam vorgestellt. Künftig hat das Haus eine Doppelspitze und ganz oben sind zwei bekannte Gesichter. Sandra Hinz und Schirin Khodadadian (rechts) leiten künftig das DT GÖ gemeinsam . Foto: DT/Lena Kaempf  Sandra Hinz und Schirin Khodadadian übernehmen im Sommer 2027 gemeinsam die Verantwortung für das Theater am Wall. Nach eigenen Angaben bringen sie umfassende Expertise, institutionelle Erfahrung. Mit der Öffnung der Strukturen führe man einen Weg fort, der bereits unter Sidler begonnen habe, heißt es seitens der Gesellschafter. Sandra Hinz ist seit 2015 Geschäftsführerin und Verwaltungsleiterin des Deutschen Theaters Göttingen und verfügt über ...