Wenn man ins Theater geht, um tänzerische Appetithäppchen für die anlaufende Spielzeit zu genießen und landet in einer Talkshow mit mittelmäßigen Moderatoren, dann war man in der Ballettgala im Theater Nordhausen. Aber zum Glück wurde an diesem Abend doch noch getanzt. Handgestoppt lag der GT-Koeffizient, also das Verhältnis von Wortbeiträgen zu Choreografien, bei ziemlich genau 7,5:1. Anders formuliert: Auf zwei Minuten Tanz kamen 15 Minuten Geplauder. Ein eindeutiges Missverhältnis, das sich gleich zu Beginn Bahn brach und im Laufe des Abend nicht wirklich besser wurde. Nach der sehr kurzen Choreografie „Games of Shadows“, getanzt von Elizeveta Malova, dauerte es zwanzig Minuten, bis Szymon Walawender und Guiseppe Iodice zur Uraufführung ihrer eigenen Choreografie „Hidden Figures“, eines Parallelogramms mit Musik und Tanz, schreiten durften. Die kann man mit ihrem feinsinnigen Humor und dem Finden zweier Gleichgesinnter im Schatten durchaus als Entschädigung für die lange Warteze...
Kritiken zum Kulturtreiben zwischen Göttingen und Goslar, zwischen Northeim und Nordhausen, zwischen hier und dort, über Theater und vieles mehr