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Posts mit dem Label "Shakespeare" werden angezeigt.

Komische Grenzwanderung

Shakespeares "Was ihr wollt" am DT Göttingen Poesie und Proll,zwischen diesen beiden Polen bewegt sich die Inszenierung von Moritz Beichl. Schräg, schrill und auch derb. Wer Gefallen am „Dinner for one“ findet, dem dürfte „Was ihr wollt“ im Deutschen Theater durchaus gefallen. Für alle anderen hat die Aufführung auch noch ein ganze Reihe von zärtlichen und lyrischen Momenten. Es ist letzte Komödie von William Shakespeare. Der aufkeimende Puritanismus nahm den Briten nach 1600 jeden Spaß am öffentlichen Lachen und verbannte Frauen von den Bühnen. Ob Shakespeare mit dem Verwirrspiel um Liebe und Triebe und Identitäten ein Zeichen setzen wollte gegen diese Entwicklung, das liegt schon nahe. Entsprechend der puritanischen Vorgaben musste seinerzeit ein junger Mann eine Frau spielen, die sich als junger Mann ausgibt. Das Trio infernale: Toby, Mary und Andy. Alle Fotos: Thomas Müller Unabhängig von diese sittlichen Überlegungen funktioniert das Werk auch und gerade...

Am Ende gewinnt immer der Mafiosi

stille hunde inszenieren Macbeth als Kriminalfall Kein Schlachtengerangel, kein Managergetöse und das meiste findet im Kopf statt. Die stillen hunde haben eine neue Interpretation zu Shakespeares "Macbeth" hinzugefügt und die überzeugt nicht nur durch die schauspielerische Leistung sondern auch durch die Reduktion. Premiere war in der Klosterkirche St. Nikolaus in Niklausberg. Das Bühnenbild ist reduziert, drei mächtige Stühle aus den Werkstätten des Historizismus und im Hintergrund ein Laufsteg mit drei Hockern und drei Instrumenten. Das sind die Arbeitsplätze von Andreas Düker, denn die erste Neuerung ist die Musik. Der Lautenspieler und die stillen hunde haben der Tragödie Töne verpasst. Am Anfang sind die Musik und ein Todgeweihter. Alle Fotos: Kügler Mal Laute, mal Konzertgitarre oder E-Gitarre. Die Musik ist keine Beschallung sondern integraler Bestandteil. Sie bereitet vor, spitzt zu und kommentiert. Der Soundtrack  aus "Der Pate" taucht gleich m...

Alles voller Magie

Shakespeares Sturm in einer Inszenierung nicht von dieser Welt    Sprechtheater, Musik und Videoanimationen, es ist ein Theaterstück an der Grenze zur Performance. Mit seiner Inszenierung von Shakespeares Sturm überzeugt Janek Liebetruth zum Start des Theaternaturfestivals. Inhalt und Raum verschmelzen zu einer Einheit. Das Stück startet fulminant. Aus den Lautsprecher singt Kai Wingenfelder davon, dass es nicht die Zeit, sich Fragen zu stellen. Auf der LED-Wand brennt ein Feuerwerk ab und ein Sturm fegt über die schwarze, verspiegelte Spielfläche. Vom Rand tritt Angelika Böttiger in das Auge des Sturm. Sie ist die Zauberin Prospera und die Herrin der sturmumtosten Insel mit Rockstar-Gehabe. Schon vor zwei Jahren in seinen Räubern hat Regisseur Janek Liebetruth eine tragende Rolle das Geschlecht wechseln lassen. Miranda darf aber Tochter bleiben, so will Liebetruth den  Generationskonflikt und den demographischen Konflikt als Überthema des diesjährigen Festivals...

Grinsend sterben

Mit einen breiten Grinsen in den Tod   “Romeo und Julia” im Sommertheater Nordhausen ist eine Tragikomödie  Im Takt klatschen und schunkeln und das bei “Romeo und Julia”? Doch das ist möglich und unterhaltsam ist es auch. Im Shakespeare-Jahr hat der Verein extempore für sein Sommertheater das “Theaterdinner” engagiert. die Truppe aus Leipzig hat aus der todtraurigen Geschichte eine Farce gemacht, bei der man nicht nur schmunzeln muss, sondern auch breit grinsen darf. Um die Traditionalisten zu beruhigen: Auch in dieser Inszenierung sterben der junge Montauge und seine noch jüngere Frau den Liebestod. Doch bis es soweit ist, schütteln die fünf Darsteller des Shakespeare ordentlich durch. Es ist ein rasanter Wechsel aus frei erfunden und irgendwie dicht am Original. Statt des Chor eröffnet Schwarzmarkthändler Luigi das Spiel. Sonnenbrillen zweifelhafte Herkunft will er verkaufen, bevor er von seiner Gattin aus dem Off zur Raison gebracht wird. Gemäß der Vorlage tret...

Romeo & Julia als Cliquen-Krieg

Theaterjugendclub überzeugt mit Shakespeare-Adaption Ja klar, Romeo und Julia ist die Geschichte einer tragischen Jugendliebe. Da liegt es nahe, mal die Betroffenen zu Wort kommen zu lassen. In dieser Hinsicht hat der Theaterjugendclub Nordhausen mit 'romeoundjulia kein Neuland betreten. Aber die Inszenierung von Roland Winter zeigt, auf welch hohem Niveau sich Jungendtheater bewegen kann, wenn es die richtige Unterstützung bekommt. Und dann hat der Theaterjugendclub Nordhausen mit der Premiere am Samstag den zahhlosen Interpretationen doch noch eigenen Aspekte hinzugefügt. Also, was will man mehr. Von den vielen Romeo & Julia-Adaptionen ist dies wohl diejenige für die Hardcore-Generation. Es gibt jede Menge Musik, Techno, Rammstein, Euro-Dance-Pop, Adele und was sonst noch so im Jugendclub und den Discotheken gespielt wird. Aber es ist vor allem der Auftakt. Erst stehen sich zwei Blöcke gegenüber und bedrohen sich, die Capulets und die Montagues. Dann beging eine veritable...

Alles verschlingender Hass

Romeo und Julia im Deutschen Theater 2016 ist Shakespeare-Jahr. Schließlich starb der Überrvater des europäischen Theaters vor 400 Jahren. Das erklärt zum einen die Flut an Shakespeare Stücken in diesem Jahr. Wie gegenwartsbezogen seine Werke immer noch sind, dass zeigte die Premiere von “Romeo und Julia” am Samstag im Deutschen Theater Göttingen. Liebe und Hass sind die zentralen Themen der Inszenierung von Dagmar Schlingmann. Die berühmteste Liebesgeschichte der Welt hat seit seiner Uraufführung vor 420 Jahren viele Interpretationen und Adaptionen erfahren. Die “West Side Story” ist eine davon und deren Motive greift die Regisseurin auf, als zu Beginn fast das komplette Ensemble auf der Bühne steht und im wiegende und tänzelnden Schritt die Massenszene des Bernstein-Werks nachahmt. Mercutio und Benvolio hängen ab.  Alle Fotos: Thomas Aurin Mit Körperlichkeit verarbeitet Schlingmann hier die Dramatik aus der Massenkeilerei de ersten Akts. Paul Wenning löst als Fürst...

Romeo und Julia für Youtuber

Theater für Niedersachsen zeigt einen Tod, der zum Heulen schön ist Zu Shakespeares Tragödie “Romeo und Julia” ist schon fast alles gesagt und geschrieben worden. Dennoch blätter  Gero Vierhuff mit seiner Inszenierung am Theater für Niedersachen neue Aspekte in der berühmtesten Liebesgeschichte der Welt. Die Premiere war am 16. Januar in Hildesheim. Das öffentliche Leben in Verona wird vom Konflikt zwischen den Familien Capulet und Montague bestimmt. Die Streitigkeiten werden gern auch mal mit dem Degen ausgetragen. Doch dann wird die Lag kompliziert, denn Romeo Montague verliebt sich in Julia Capulet und Julia verliebt sich in Romeo. Julia liebt Romeo und Romeo liebt Julia. Alle Fotos: Quast/TfN Für den Franziskanermönch Lorenzo ist dies Gelegenheit, den Streit der Familien zu beenden. Also vermählt er die beiden heimlich. Doch der Plan geht gehörig daneben. Romeo tötet Julias Cousin Tybalt. Der Montague wird nach Mantua verbannt. Nun fasst Lorenzo einen neuen Plan. ...

Schlag nach bei Shakespeare

Auch außerhalb des Kulturpolygons gibt es sehenswerte Aufführungen. Auf Einladung von Dirk Schäfer war der Harzer Kritiker im Staatstheater Kassel. Hier ist seine Reisebericht. Ein quietschlebendiges Musical im Opernhaus  Beziehungsdramen haben wieder Konjunktur auf deutschen Bühnen. Dass man dies auch auf lebendige, unterhaltsame und gleichzeitig nachdenkliche Weise machen kann, beweist derzeit Tom Ryser mit "Kiss me, Kate" im Kasseler Opernhaus. Seine Inszenierung sprudelt über vor Ideen und Einfällen. Sie lebt von der Begeisterungsfähigkeit des Ensembles und von zwei Hauptdarstellern, die das vorgeschriebenen Katz-und-Maus-Spiel fast zur Perfektion treiben. Das Musical von Cole Porter, Simon und Bella Spewack ist das Paradebeispiel für eine Stück-im-Stück-Konstruktion. Tom Ryser denkt dieses Prinzip so weit zu Ende, dass die Grenzen zwischen Rahmen- und Binnenhandlung für den ungeübten Zuschauer gelegentlich verschwinden. Das Bühnenbild von Mayke Hegger leistet dabe...

Den Othello gerappt

Extempore macht Tempo bei Shakespeares sämtlichen Werken Doch, dieses Wortspiel musste jetzt sein, schließlich passt es zum Stück. Den Versuch, das Schaffen des englischen Theatergenies übersichtlich zusammenzufassen, gab es in den letzten 150 Jahren gefühlte 150 Mal. Der Zweibänder von Walter E. Richartz und Urs Widmer gehört zu den unterhaltsamsten, der Zweistünder des Nordhäuser Sommertheaters Extempore zu den witzigsten und rasantesten. Seitdem Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield ihr Stück "Shakespeares sämtliche Werk, leicht gekürzt" 1987 auf dem Edinburgh Festival Fringe uraufführten, ist es zum Klassiker des komischen Theaters geworden. Den drei Straßenkünstler gelang, was schlicht unmöglich ist. Sie komprimierten Shakespeares komplettes Schaffen auf 2 Stunden Spieldauer. Bis dahin hielt sich das Gerücht, man bräuchte für die 37 Komödien und Tragödien satte 120 Stunden. Anika Kleinke ist unter anderem Macbeth. Alle Fotos: tok Warum dies nicht so ist...

Liebt, wie es euch gefällt

Komödie von Shakespeare zur offiziellen Eröffnung Mit der Premiere von "Wie es euch gefällt" eröffnete Christian Doll am Donnerstag die 57. Domfestspiele nun auch offiziell. Seine Inszenierung ist eine spröde Schönheit, deren Reize im Laufe des Abends deutlich werden. Am Ende der Vorstellung belohnt das Publikum die überzeugende Leistung des gesamten Ensembles mit "standing ovations". Der Einstieg ist verhalten. Einsam sitzt Orlando vor einem imaginären Klavier und mimt dne Klaviervirtuosen. Sein Lied ist das Klagelied des Hinterbliebenen, des um sein Erbteil Betrogenen. Doch die Zeit des Klagens soll vorbei sein, er will sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und fordert den Teil der Welt, der ihm zusteht. Wahrscheinlich gibt es im Gandersheimer Ensemble niemanden, der diesen Rollenwechsel besser verkörpern könnte als Moritz Fleiter. In den letzten Jahren war er in Gandersheim immer auf Kinder- und Familienstücke abonniert. In dieser Inszenierung zeigt er nun...

Alle sind auf der Suche, einige finden sich

Matthias Kaschig inszeniert einen rasanten Sommernachtstraum am DT Der Sommernachtstraum ist  Shakespeares erfolgreichstes Stück, wenn man die Anzahl der Aufführungen zu Grunde legt. Schließlich steckt der Stoff voller wundersamer Geschichten und zahlreicher Handlungsstränge, die zum Schluss doch zusammenlaufen. In seiner Inszenierung am Deutschen Theater hat sich Matthias Kaschig auf einige wenige Aspekte konzentriert. Herausgekommen ist eine Komödie über sexuelle Findung, gepaart mit bunten Slapstick. Alles zusammen in einem rasanten Tempo. Die Aufführung setzt mittendrin ein. Hermia, Lysander, Helena und Demetrius stehen ins Schüleruniformen auf der blanken Bühne. Sie stimmen "Underneath the Mango Tree" an, ein Calypso aus dem ersten Bond-Film, und trällern vom Liebesglück. Wie verliebte Teenager es halt manchmal so tun. Nun beginnen die Rangeleien. Jeder schubst jeden, zerrt an dem anderen, will Arm in Arm unterhaken und wird abgewiesen. Mit einfachen Mitteln ist es K...