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Posts mit dem Label "Schauspiel" werden angezeigt.

Kein großer Schritt nach vorne

 Antje Thoms verabschiedet sich mit ungewöhnlicher Inszenierung Die Inszenierung ist gut, das Stück hat Schwächen. So lässt sich die letzte Aufführung am Deutschen Theater unter der Regie von Antje Thoms zusammenfassen. Mit „Der Weg zurück“ verabschiedete sie sich nun nach Regensburg. Am Anfang steht die Überforderung. Daraus wächst der Wunsch nach einem einfachen Leben. Weil es immer mehr Menschen mit diesem Wunsch gibt, ist in den USA die Bewegung der Regression, der langsamen Rückwärtsbewegung, entstanden. Der britische Autor Dennis Kelly hat diese Erscheinung in seinem Stück „The Regression“ verarbeitet. Das Werk führt durch fünf Generationen. Am Ende der Technikfeindlichkeit steht eine steinzeitliche Gesellschaft. Ausgangspunkt sind „Der Mann“, seine Tochter „Dawn“ und ihr schweres Schicksal. Endpunkt ist eine weitere „Dawn“, die so retardiert ist, dass sie nur noch einsilbige Wörter beherrscht. Was mit Skepsis der modernen Technik gegenüber beginnt, endet mit dem völlig...

Ein leiser Angriff auf den Mythos

Erich Sidler inszeniert "Wagner - Ring des Nibelungen" am DT Göttingen  Dieses Stück ist wohl nötiger denn je. Am Deutschen Theater Göttingen hat Erich Sidler “Wagner - Der Ring des Nibelungen” von Thomas Köck inszeniert. Es geht um die Wirkungsmächtigkeit der Mythen. Die Aufführung ist ein vielschichtiger Kommentar zur Zeit und lässt dabei Raum für die Zuschauer. Vier Opern, 16 Stunden Spielzeit und insgesamt 24 Jahre Schaffenszeit. Der Ring der Nibelungen ist das Opus magnum von Richard Wagner. Das Werk und ihr Schöpfer verschmelzen in der Populärkultur. Seine Fans bezeichnen sich als Wagnerianer und bekennen sich zu ihrem sektenhaften Verhalten. Nicht weniger als die ganze Welt erklären, wollte Wagner hiermit und ausgerechnet der selbst ernannte Punk Schlingensief holte den bayerischen Sachsen aus der Ecke der Untoten. In Zeiten, in denen das Narrativ mehr zählt als die Fakten, ist ein Stück, dass sich mit der Kraft der Mythen beschäftigt, dringend notwendig. Autor Thomas ...

Gegen das Sedativum

Deutsches Theater Göttingen eröffnet “Tankstelle”  Das DT Göttingen hat noch einmal ein starkes Zeichen gesetzt und Theater in Corona-Zeiten neu definiert. Am Freitag eröffnete es die “Tankstelle” und mit diesem analogen Stück verabreichen Antje Thoms und Erich Sidler ein Gegengift gegen das Sedativum “streaming”. Geöffnet ist die Tankstelle täglich von 16.30 bis 18.30 Uhr. Am Karfreitag ist geschlossen.  Es scheint, als wäre ein Ufo am Wall hinter dem Deutschen Theater gelandet. Die Container, die sonst als Proberäume dienen, sind im Chick der 60-er Jahre verkleidet. Davor stehen Zapfsäulen aus derselben Zeit. Wer dicht genug herangeht, kann nicht nur “Blasenfrei zapfen” lesen, sondern auch riechen, dass die Geräte wirklich mal in Gebrauch waren.  Dort, wo am Turm sonst die Preise für den Treibstoff stehen, werden heute “Begegnung”, ”Musik”, “Appetit”, “Beweglichkeit” und “Liebe” angepriesen. Menschen in roten Overalls schwirren umher. Das Bodenpersonal macht die Ill...