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Posts mit dem Label "Figurentheater" werden angezeigt.

Von Menschenfeinden und Hundehassern

"Die Hundegrenze" ist eine Dokumentation mit Theatermitteln Eine Menschenleben zählte an der innerdeutschen Grenze nicht viel und ein Hundeleben schon gar nicht. Dies zu zeigen, das gelingt Christian Georg Fuchs in seiner Inszenierung von "Die Hundegrenze" auf beklemmende Weise. Am Sonntag war Premiere im Theater unterm Dach Ausgangspunkt der Aufführung ist die gleichnamige Reportage von Marie-Luise Scherer. 1994 widmete sie sich im Spiegel auf beeindruckende Weise einem Kapitel der deutschen Trennung, das bis dahin weitestgehend vergessen war. Es ging um die sogenannten Trassenhunde, um jene Vierbeiner, die einst die Grenze bewachten. Angekettet und isoliert waren sie dem Wetter ausgeliefert. In einem unmenschlichen System standen die Tiere auf der untersten Stufe. Die emotionslose und klare Sprache, die die Reportage prägt, verdeutlicht die Unmenschlichkeit, das Fehlen jeglicher Empathie. Fuchs orientiert sich an eben diesem Stil. Er über nimmt ganze Passag...

Einfach kolossales Theater

Das Théâtre La Licorne überwältigt mit Spartacus Dieses Stück sprengt alle Ketten. Mit "Spartacus" zeigte das Théatre La Licorne ein Werk, dass die Grenzen zwischen den Genres aufhebt. Es ist ein wenig Oper, ein wenig Pantomime und auch Figurentheater. Aber vor allem ist es ein Stück, das optisch und inhaltlich überwältigt und Bilder produziert, die in Erinnerung bleiben. Ausgangspunkt ist eine historisches Ereignis. Im Jahre 73. v. Chr. führt der Gladiator Spartacus einen Aufstand von Sklaven an, der die späte römische Republik an den Rand ihrer Existenz bringt. Schließlich findet diese Revolte auch unter den verarmten Freien seine Anhänger und wendet sich so gegen das System. Doch nach taktischen Fehlern und nach Verrat siegt zum Schluss die römische Übermacht. Erzählt wird diese Geschichte der Hoffnung und des Scheitern in sieben Szenen, die monumental sind und voller Anspielungen und voller Symbolik stecken. die aber doch auch eine eigen Lyrik, Komik  und Poesie zei...

Auch Hamster brauchen mal Trost

Theater der Nacht lüftet Händels musikalisches Geheimnis Simply great, semplicemente fantastico, eifach huere guet. Mit "Händels Hamster" zeigt das Theater der Nacht mal einen ganzen anderen, einen erfrischenden Zugang zu Händels Schaffen und es gibt eine begeisternde Antwort, auf die Frage "Wie konnte der Meister die Krise des Jahres 1738 überwinden?"Geschichte, Tempo, Darsteller, Ausstattung, Musik und Rhythmus, bei dieser Antwort stimmt alles. "Händels Hamster" ist sicherlich nicht das erste Mal, dass das Leben des Komponisten Vorlage für ein Figurentheater ist. Aber es ist bestimmt das beste als Figurentheater zu diesem Thema. Wortwitz und überraschende Wendungen, überzeugende Charaktere und eine schlüssige Handlung. Bei der Premiere am Freitag gab es viel Applaus, noch mehr Lacher und nichts zu bemängeln. Dem Meister selbst hätte es bestimmt gefallen. Giovanni (rechts)muss Händel (2. v.l.) mal wieder erklären, wie man komponiert. Alle Fotos: d...

Die Kraft zum Überleben

Eine beeindruckende Geschichte aus dem Holocaust am Theater Nordhausen "Die Tänzerin von Auschwitz" ist die Geschichte von Roosje Glaser.   Bianca Sue Henne und Jutta Ebnother haben die Biografie der Frau, die das Grauen überlebte, für das Theater Nordhausen inszeniert. Herausgekommen ist ein beeindruckendes Werk, das viele Grenzen sprengt. Premiere war am Donnerstag im Theater unterm Dach. Die Inszenierung ist als spartenübergreifend angekündigt. Es vereint Schauspiel, Tanz und Element des Figurentheater miteinander. Der offene Beginn zeigt zwei Paare, die sich im Tanz wiegen. Natürlich liegt es nahe, die Biografie einer Tänzerin mit Bewegung aufzufüllen. Aber der Tanz hat in diesen Konzept eine wichtige erzählerische Funktion. Kann man dieses Grauen in Worte fassen? Nur schwer. Deswegen "vertanzen" Joy Kammin und Olaf Reinecke und Joy Kammin und Patrick Jech die Passagen, die weit über das Normalverständnis hinausgehen. Sie fassen das in Bewegung, wofür es...