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Wagner wird überschätzt und Goethe auch

Psychogramm eines Mittelmäßigen – Der Kontrabass in Nordhausen Seit 30 Jahren gehört „Der Kontrabass“ zu den populärsten Theaterstücken in deutscher Sprache. Nun hat Frank Sieckel das Ein-Mann-Stück für das Theater Nordhausen neu inszeniert. Am Ende bleibt ein tiefer Einblick in die Seele eines Mannes, der an seiner Mittelmäßigkeit verzweifelt. Die Bühne ist sparsam möbliert: ein Stuhl, ein Sessel, eine Stereo-Anlage. Der Raum schallisoliert, damit der Moloch Großstadt draußen bleibt. Brahms spielt, der Bassist betritt die Bühne durch den Zuschauerraum. Der Alleindarsteller enthüllt den heimlichen Hauptdarsteller, seinen Kontrabass. Noch berichtet er über den Reiz und die Möglichkeiten des Instruments, von der Quart-Stimmung des Viersaiters. Am Kontrabass kommt niemand vorbei, er ist das Fundament des Orchesters. Ohne ihn verliert das Ensemble die Orientierung. Der Musiker und das Objektes des Hasses. Foto: Sieckel Doch die Fassade bröckelt. Zwischen Ins...