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Keine Kompromisse

Karsten Zinser und Tobias Schwencke erarbeiten sich Jacques Brel im JT Das Programm heißt "Karsten Zinser singt Brel", richtiger wäre "Zinser erarbeitet Brel". Auf jeden Fall liefert er mit Tobias Schwencke am Klavier einen weiteren Beitrag zur Renaissance des großen Chansonnier und dieser Beitrag hat durchaus ein größeres Publikum verdient. Aber ein, zwei Fragen sollten vorweg geklärt werden. Was macht die Faszination von Jacques Brel aus? Warum erlebt er derzeit eine Wiedergeburt? Zinser und Schwencke sind nicht die einzigen mit einer Hommage an den Belgier. Mit Suivre L'Etoile erschien 2013 so etwas wie das Gesamtwerk auf 20 CDs verteilt. Dirk Schäfer spielt Brel mit großen Erfolg, Dominique Horwitz  tourt mit einem Brel-Programm durch voll Säle und in Karlsruhe geht der Brel-Abend in die zweite Saison. Die Liste liesse sich noch fortsetzen. Der Reiz liegt darin, dass Brel so ganz offensichtlich aus der Zeit gefallen ist. Jacques Brel ist der Antipod...

Ausgeträumt

Der Club Göttingen spielt den Sommernachtstraum am JT Mit Shakespeare kann eine Laiengruppe gnadenlos scheitern oder glänzend übrraschen. Mit dem Sommernachtstraum ist dem Club Göttingen am Jungen Theater eine Inszenierung mit einem besonderen Reiz und einer ordentlichen Portion Selbstironie gelungen. Herzog Theseus hat die Amazonen besiegt und will nun deren Anführerin Hippolyta heiraten, die will aber nicht. Demetrius soll die Hermia heiraten, die will aber lieber den Lysander ehelichen, während Helena hinter Demetrius her, der ja aber die Hermia will, die aber nun mit Lysander flieht. Beide müssen in dem Wald übernachten, im dem sich Oberon und Titannia, Herrscher der Feen und Elfen, durch ihren ehelichen Alltag angiften. Also will Oberon seiner Gattin eins auswischen und ruft Puck zu sich, um das zänkische Weib und die widerspenstigen Menschen zu verzaubern. Und dann sind da noch dieHandwerker, die zu Ehren der fürstlichen Hochzeit ein Theaterstück einstudieren wollen. Das kling...

Nur Verlierer im Wortgefecht

Nur Verlierer im Wortgefecht. Das Junge Theater hat einen Film von Theo von Gogh für die Bühne adaptiert. "Das Interview" war das vorletzte Werk des niederländischen Provokateurs. Darin verarbeitete er sein Erfahrungen in der Welt des Fernsehens und war damit so erfolgreich das es ein Remake gab. Zuvor war dieses Kammerspiel für zwei Verletzte nur in Berlin auf der Bühne zu sehen. Er heißt Pierre, 45 Jahr alt, Journalist mit Bosnien-Trauma und toter Tochter, und eigentlich zuständig für Innenpolitik. Sie heißt Katja, 25 Jahre jung, Filmstar mit Silikonbrüsten und Liebling des niederländischen Publikums. Beide sollen miteinander reden. Mit dieser schwierigen Ausgangslage beginnt  “Das Interview” und das Junge Theater Göttingen brachte den Film von Theo van Gogh nun auf die Bühne. Der Kampf der Kulturen ist vorgezeichnet und schnell entspannt sich zwischen den Protagonisten ein Wortgefecht bis auf die Knochen, ausgefochten mit verbalen Skalpelen und  rhetorisch...