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Desdemona hat nicht geredet, aber getanzt

Ballettkompanie Nordhausen zeigt Shakespeare, wie er hätte auch sein können William Shakespeare und Prince haben Gemeinsamkeiten. Sowohl der Theater-Titan aus dem frühen 17. Jahrhundert und der Pop-Gott aus dem späten 20. Jahrhundert kennen diese schwere Enttäuschung, die in tiefe Verzweifelung mündet. Beide können sie so ausdrücken, das auch jeder sie versteht, und beide kennen sich mit theatralischen Momenten aus. Das ist nur eine Gewißheit aus "Shakespeare. Ein Ballett". Diese Eigenproduktion der Ballettkompanie Nordhausen sprüht vor Ideen aus der Kategorie "Es hätte auch so ausgehen können". Doch die Erzählung mit vielen Wendungen und Überraschungen glänzt auch mit humorvollen Seiten und mit Bildern voller Klarheit und Optmismus. Bei der Premiere im Theater Nordhausen bedankte sich das Publikum mit langanhaltenden Applaus. Shakespeare und seine Figuren bleiben sich anfangs fremd. Fotos: Tilmann Graner/Theater Ndh Zu den bekannte und unbekannten Seite de...

TfN: Shakespeare im Marx-Brothers-Modus gespielt

Wie ein Klassiker auf Speed Das Theater für Niedersachsen destiliert aus Shakespeare die wesentliche Dinge heraus Von den Marx Brothers ist nicht überliefert, ob sie sich jemals mit Shakespeare beschäftigt haben. Wenn sie es doch getan haben, dann hat es bestimmt genau so ausgesehen wie “Shakespeares sämtliche Werke, leicht gekürzt” in der Inszenierung des Theater für Niedersachsen (TfN). Die Premiere auf dem Hildesheimer Marktplatz zeigt eine atemlose Nummernrevue, schräg, schrill, schnell, manchmal am Rand der Geschmacklosigkeit, manchmal lehrreich, aber immer mit einen hohen Spaßfaktor für Publikum und Darsteller. Aber das darf es auch sein, denn Shakespeare war nun einmal so, wenn man zwischen den Zeilen lesen kann . Dieter Wahlbuhl ist old school und kann z wischen den Z eilen lesen. Fotos: Kügler Der Anspruch lautet 38 Stücke, 154 Sonette, 1834 Rollen und 120 Stunden Aufführungszeit in ein Furiosum für drei Schauspieler und 70 Minuten Dauer zu komprimieren. Die Idee...

Karasch Ensemble spielt mit Mythen und Orten

Shakespeares Hamlet im Sommertheater an neuen Plätzen Ja, gut die Aufführung in Nordhausen liegt schon bald zwei Jahre zurück, aber zum einen sind die Projekte der Hamburger Truppe größtenteils Unikate. Zum anderen war es die Aufführung, die mich in den letzten drei Jahren am stärksten berührt, geradezu beeindruckt hat. In der Retropsektive wurde mir nun der Ausbesserungsbedarf deutlich. Jedenfalls möchte ich jeder und jedem, der mal die Chance hat, eine Aufführung des "karasch ensemble" zu erleben, raten: Geh hin, unbedingt! Denn ich schreibe bewußt " zu erleben" statt "zu sehen". Außerdem ist auf der Website der Theatergruppe so schön lang und breit aus meiner Rezension zitiert, dass ich den Rest der Welt nicht vorenthalten mag. Zum tieferen Verständnis: die Aufführung fand im Rahmen des Sommertheaters Nordhausen   nicht im Großen Haus, sondern an unterschiedlichen Orten im Altdorfer Kirchviertel statt und hatte somit auch einen sportlichen Aspekt. D...