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Posts mit dem Label "Märchen" werden angezeigt.

Weit weg vom Märchenonkel

 Ivan Alboresi choreographiert Dornröschen in Nordhausen Man kann Märchen als wundersame Geschichten erzählen oder aber zu ihrem Kern vordringen. Man Märchen als zauberhafte Unterhaltung sehen oder aber die elementaren Aussagen finden unter all den dekorativen Zutaten. Genau das ist Ivan Alboresi mit seiner Choreographie zu Dornröschen von Pjotr Tschaikowsky gelungen.  Er verzichte auf Tütüs und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich aus Zwängen und Versuchungen befreit. Alboresi wird mit dieser Choreographie zum Analytiker und befreit sich aus der Rolle des Märchenonkels. Die Inszenierung bezieht ihre Kraft aus der Spannung zwischen der spätromantischen Musik und den kontrastierenden Elementen des Modern Dance. Unterstützt wird dies auch durch die Kostüme von Anja Schulz-Hentrich. Kein Plüsch, kein Pluder, kein Samt, sondern klassische Moderne kennzeichnet die Ausstattung der Tänzerinnen und Tänzer. Die kräftigen Farben erzeugen eine gesunde Spannung zu den grauen...

Ein Rausch in Farben und Tönen

Die Märchen-Oper Cendrillon am Theater Nordhausen Leicht und locker und ein Rausch in Farben und Kostümen, dazu ein ganz großer Sack voller witziger Ideen. So präsentiert sich die Annette Leistenschneiders Inszenierung von Cendrillon am Theater Nordhausen. Das Publikum bei der Premiere am Freitag war verzaubert. Das Libretto dürfte bekannt sein. Im großen und ganzen erzählt die Oper von Jules Massenet die Geschichte vom Aschenputtel. Die Mutter verstirbt früh und der Vater heiratet erneut. Die Stiefmutter bringt zwei Töchter mit und für die Halbwaise beginnt die Hölle der Patchwork-Familie Das Trio Infernale. Alle Fotos: TNLos Doch dann kommt die Chance in Gestalt eines Prinzen. Der ist nämlich auf der Suche nach der Frau und dem Sinn seines Lebens.  Es ist Liebe auf den ersten Blick, doch  die Konvention der Zauberwelt trennt die Beiden. Alles, was zurückbleibt, ist ein Schuh aus Glas. Während die deutsche Märchenversion im sozialen Niemandsland verbleibt, tri...

Ein Märchen, das wirklich rockt

Das Familienstück “EselHundKatzeHahn” eröffnete am Samstag die Domfestspiele Bei dieser Inszenierung steppen sogar die Hühner. Mit dem Ausreißerstück “EselHundeKatzeHahn” startete am Samstag der Spielbetrieb bei den 57. Domfestspielen und alle hatten ihre Spaß dabei. Sogar der härteste aller Kritiker. Auch er stimmte in den donnernden Applaus mit ein. Der härteste aller Kritiker? Eine kurze Anmerkung: Der härteste aller Kritiker ist 9 Jahre alt, theateraffin, theatererprobt und gelegentlich altklug. Von Zeit zu Zeit begleitet er seinen schreibenden Vater, wenn es um ein fachkundiges Urteil zum Kinder- und Jugendtheater geht. Seit dem gestiefelten Kater 2013 ist er bekennender Fan der Gandersheimer Domfestspiel und am Samstag ist diese Zuneigung weiter gewachsen. “Das ist das beste Stück, dass ich hier bisher gesehen”, ordnete er die Inszenierung in seinen Erfahrungsschatz ein. Der härteste aller Kritiker in seinem Lieblings- theater. Alle Fotos: tok Mit “EselHundKatzeHahn” wa...

Die Grimms im ABBA-Sound

Jugendclub junior entzaubert die zertanzten Schuhe Diese Inszenierung hat ihren ganzen besonderen Reiz. Bianca Sue Henne, Daniela Zinner und die 14 Kinder des Theaterjugendclub junior haben "Die zertanzten Schuhe" der Brüder Grimm zerlegt, entzaubert und  nach Heute gebeamt. Heraus gekommen ist ein Stück, das nicht nicht märchenhaft ist, sondern frech, keck, witzig, ironisch, spontan, mutig, kindgerecht, zeitgemäß, innovativ und vor allem eins: sehenswert. Am Sonntag war Premiere im Theater unter Dach in Nordhausen, der härteste aller Kritiker ( siehe unten ) war mal wieder mit von der Partie. Auch er hat sich gefreut, dass Märchen auch heute noch begeistern können. Die Brüder Grimm sollte man nur als Anregung verstehen. "Die zertanzten Schue" des Theaterjugendclub kommt ganz ohne Pluderhose, Feder am Hut, Puff-Ärmelchen und Spitzenkleidchen aus. Bianca Sue Henne wagt eine Kostümierung, die man so nicht erwartet hat. Diese Inszenierung ist ein Wettrennen zwische...

Einfach zauberhaft

Viele Elfen in "Was ihr wollt" Eigentlich ist ja nur eine Komödie und sie ist von Shakespeare. Das diese alle nach einem ähnlichen Schema verlaufen, ist nicht nur dem Fachmann klar. Doch DT-Intendant Mark Zurmühle hat aus dem 400 Jahre alten Verwirrspiel um Identitäten ein Märchen gemacht, dessen erster und letzter Eindruck "einfach nur zauberhaft" ist. Aus dem Dunkel des Bühnenhauses tauchen zwei Gestalten auf. Sehr pointiert gesetzt zwingt das Licht zur Konzentration auf diese beiden. Sebastian trägt seine bewusstlose Schwester Viola. Beide haben ein Schiffsunglück überlebt und wurden an die Gestade von Illyrien gespült. Doch bevor Viola die Augen aufschlägt, muss der Bruder fliehen. In dem Glauben, dass Sebastian tot ist, heuert sie als Cesario verkleidet beim Fürsten Orsino an, der schwer in Olivia verliebt, die aber nichts von ihm wissen will, sondern eher von Cesario, der wiederum sein Herz an Orsino verloren hat. Olivia (mitte) hat sich in Cesario v...

Kater + Stiefel = Magie

Dieser gestiefelte Kater will nicht nur spielen Anne Spaeter macht zum Auftakt der Gandersheimer Domfestspiele aus dem Grimm-Märchen eine Komödie über Chancen, Trottel und Freunde. Prolog Seit den Tagen des seligen "Northeim - Das Festival", jenem legendären Kinder- und Jugentheaterfestivals, hatte ich mit Theater für ein jüngeres Publikum nicht mehr viel zu tun. Um den Kompetenzverlust auszugleichen nahm ich einen erbarmungslosen Fachmann mit: Tammo, sieben Jahre alt, selbst theatererprobt und mein Sohn. Sein Urteil sollte für mich den Ausschlag geben, das war die Grundidee unseres gemeinsamen Besuch der Kater-Premiere bei den Gandersheimer Domfestspielen. Ende Prolog Wie man einen fabelhaften Stoff auf die Bühne bringt, ohne sich zwischen den opulenten und scheintoten DEFA-Modell und der Zertrümmerung nach GRIPS-Rote-Grütze-Manier zu zerreiben, dies ist dem Ensemble der Gandersheimer Domfestspiele gelungen. Mit dem Familienstück "Der gestiefelte Kater...