Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Corona" werden angezeigt.

Gegen das Sedativum

Deutsches Theater Göttingen eröffnet “Tankstelle”  Das DT Göttingen hat noch einmal ein starkes Zeichen gesetzt und Theater in Corona-Zeiten neu definiert. Am Freitag eröffnete es die “Tankstelle” und mit diesem analogen Stück verabreichen Antje Thoms und Erich Sidler ein Gegengift gegen das Sedativum “streaming”. Geöffnet ist die Tankstelle täglich von 16.30 bis 18.30 Uhr. Am Karfreitag ist geschlossen.  Es scheint, als wäre ein Ufo am Wall hinter dem Deutschen Theater gelandet. Die Container, die sonst als Proberäume dienen, sind im Chick der 60-er Jahre verkleidet. Davor stehen Zapfsäulen aus derselben Zeit. Wer dicht genug herangeht, kann nicht nur “Blasenfrei zapfen” lesen, sondern auch riechen, dass die Geräte wirklich mal in Gebrauch waren.  Dort, wo am Turm sonst die Preise für den Treibstoff stehen, werden heute “Begegnung”, ”Musik”, “Appetit”, “Beweglichkeit” und “Liebe” angepriesen. Menschen in roten Overalls schwirren umher. Das Bodenpersonal macht die Ill...

Keine gute Krise ungenutzt lassen

 Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen werden auch in diesem Jahr nicht zum gewohnten Termin rund um Pfingsten stattfinden. Das Festival wurde auf den September verlegt.  Herr Wolff, wie schwer ist Ihnen die Entscheidung zur Verschiebung gefallen? Nicht so schwer wie die Entscheidung im letzten Jahr. Die Situation war zu erwarten. Wir haben mit dem Aufsichtsrat seit Dezember immer wieder getagt. Und weil die Impfungen nicht so schnell vorangehen wie erhofft, haben wir uns nun zu diesem Schritt entschieden. Dabei spielen die Reisebeschränkungen für unsere Künstlerinnen und Künstler und auch unsere Gäste eine weitere Rolle. Niemand kann absehen, wie diese sich in den nächsten Wochen entwickeln. Zudem fehlen uns von einigen Spielstätten noch die Zusagen. So konnten wir den geplanten Vorverkauf im März nicht starten. Wir hätten bestenfalls regionale Händel-Festspiele feiern können. Aber das ist nicht unser Anspruch. Wir wollen ein internationales Festival sein.  Was...

Ein Dorf wird zur globalen Virenschleuder

Ischgl-Buch von Hechenblaikner im Steidl-Verlag erschienen Wer wissen will, warum Corona schnell zur Pandemie wurde, der sollte sich dieses Werk besorgen. Mit “Ischgl” zeigt der Fotograf Hechenblaikner eindrucksvoll, wie aus einem Bergbauerndorf in Tirol die Virenschleuder Europas wurde. Manchmal werden Verlage von den Ereignissen überrollt. Das Buch war schon länger geplant. Nun hat der Steidl-Verlag die Erscheinung nach vorne gezogen. Aus einem Bildband wurde so ein Erklärstück zu Europa und seinen drängendsten Problem. Ischgl, hinter diesem einen Vokal und seinen fünf Konsonanten steckt das ganze Elend des alpinen Massentourismus. Auf 1.600 Einwohner kommen 25.000 Gästebetten. Das macht 1,4 Millionen Übernachtungen und 250 Millionen Euro Umsatz jährlich. Der Ort ist längst zur Marke geworden und zum Ballermann der Alpen verkommen. Zum Skifahren kommen nur die wenigsten. Hier ist 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche. Lois Hechenblaikner fotografiert seit den 80-er Jahr...