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Ein Satz mit X

Wischmeyers neuestes Werk langweilt Es gibt eine Reihe von Dingen, die man sich sparen kann. Das neue Buch von Dietmar Wischmeyer gehört dazu. Es ist eine Aneinanderreihung von allzu Bekanntem und hundertfach Gelesenen. Nur selten lässt der Autor in "Immer is was, nie is nix" seine Stärken aufblitzen. Die Enttäuschung ist umso größer, dass Dietmar Wischmeyeer im Frühjahr 2022 mit "Als Mutti unser Kanzler war" eine gelungene Mischung aus analytische Schärfe, kreativer Wortgewalt und sprachlicher Treffsicherheit vorgelegt hatte. Nix ist davon geblieben. Das neue Buch langweilt mit Gleichförmigkeit und bekannten Rollen. Die Verteilung ist eingeübt: Die Mitmenschen sind dämlich und Wischmeyer ist der Hüter der Vernunft. Schon nach zwei Sätzen weiß man wie die Geschichten enden werden. Nur selten ist er zur Selbstironie fähig wie beim Fehlkauf des SABA Freiburg. Auch in der Geschichte von Inspektor Conradi und den toten Hunden blinken Wischmeyers Qualitäten im Fabu...

Zwischen Florett und Keule

Lesung mit Waschanlagen, Welpenkäufer und Katzenfutter-Sommeliers Dietmar Wischmeyer schont niemanden. Weder sich und schon gar nicht sein Publikum. Das weiß das aber und kommt trotzdem und gerade deswegen. Also war das Deutsche Theater voll, als er beim Literaturherbst Göttingen las und zwar vor und zurück. 1996 hieß der Bundeskanzler Helmut Kohl und Muhammad Ali eröffnete die Olympischen Spiele in Atlanta. Damals war Wischmeyer das letzte Mal zu Gast beim Literaturherbst. Er und das Frühstyxradio definierten damals, was Humor in Deutschland darf. Seitdem fielen das Privatfernsehen und die Political Correctness über das Land her. Beide verschoben die Grenzen in unterschiedliche Richtungen. Wischmeyer ist das egal. Damit ist eine Lesung mit dem Vater des Frühstyxradios auch eine Reise in die Zeit, als PC noch für Personal Computer stand. Wie das so eben ist, wenn man sich lange Zeit nicht gesehen hat. Die Erwartungen sind besonders hoch. Doch Wischmeyer liefert. Draußen herrsc...