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Posts mit dem Label "Walkenried" werden angezeigt.

Die letzten ihrer Art

Lebendige Dinos: Alsmann und Band bei den Kreuzgangkonzerten Sich für Götz Alsmann und Band zu begeistern, das ist wie Eulen nach Athen tragen. Man muss dieses Ensemble einfach bewundern. Warum? Das will ich in ornithologischer Sorgfalt erklären.  Götz Alsmann und Band sind Garanten für beste Unterhaltung. Sie liefern an diesem Wochenende gleich zweimal in Walkenried ab  und sie liefern mehr als bestellt. Im Publikum der Kreuzgangkonzerte sitzen Wiederholungstäter. Sie wissen, was sie von Alsmann zu erwarten haben und ihre Erwartungen werden auch dieses Mal in jeder Hinsicht übererfüllt. Auf der Bühne im klösterlichen Kreuzgart stehen lebendige Dinos. Es sind Überlebende aus den goldenen Tagen der Revuen und Samstagabendshows. Götz Alsmann ist bestimm der letzte seiner Art und vor allem seiner Qualität, Alsmann ist ein Entertainer, und in seiner Komplexität wohl einmalig. Das was er macht, beherrscht er in einer Art und Weise, die an Perfektion grenzt. Das beste daran? Er mach...

Fett gehupt, richtig fett gehupt

Brönner und Ilg dringen zur DNA des Jazz vor Es war anders als von den meisten erwartet, aber es war großartig. Am Sonnabend gastierten Till Brönner und Dieter Ilg bei den Kreuzgangkonzerten in Walkenried und sie zeigten, was den Jazz ausmacht: Der Dialog gleichberechtigter Partner. Damit bewies der Trompeter, der gelegentlich unter dem Etikett "Schmusejazzer" firmiert, dass er auch Ernst kann und das sogar richtig gut. Der eine steht in den Charts, der andere in den Lehrbüchern. Till Brönner und Dieter Ilg sind  zwei recht unterschiedliche Seiten ein und derselben Musik. Während der eine die großen Hallen  füllt, ist der andere doch eher dem Fachpublikum bekannt. Dennoch prägt Ilg seit Jahrzehnten den europäischen Jazz und hat Maßstäbe in der Behandlung des Kontrabasses gesetzt. Till Brönner hupt ganz schön fett.      Foto: tok Sie als Antipoden zu bezeichnen, wäre übertrieben, aber diese Kombination verspricht eine produktive Spannung. Daher ist um...

Abschied mit Premiere

Abegg Trio verabschiedet sich mit Beethoven Man soll gehen, wenn's am schönsten ist. Auf ihrer Abschiedstournee schaute das Abegg Trio noch einmal in Walkenried vorbei. Dabei zeigte es, warum es auch nach vierzig Jahren immer noch zu den Spitzenensembles in Sachen Kammermusik gehört. Seit 1976 musizieren Ulrich Beetz, Birgit Erichson und Gerrit Zitterbart zusammen. 1976? Damals zog David Bowie  gerade nach Berlin und die Puhdys kündigten ihre erste Abschiedstournee an. Die Schmuserocker sind immer noch unterwegs in Sachen Aufhören und wie die Sache mit David Bowie ausgegangen ist, dürfte bekannt sein. Der Kapitelsaal ist  ein geschlossenes   Die erste Premiere zum Abschied war der Spielort. Zum ersten Mal wurde es an diesem Abend die Kammermusik nicht im Kreuzgang sondern im Kapitelsaal dargereicht. Die Verlegung hat sich ausgezahlt. Der Kapitelsaal bietet eine intime Atmosphäre, die zurückführt zu den Anfängen der Kammermusik als musikalisches Ereignis für e...

Die höchsten Weihen erfahren

Das anschließende Interview vorweg Götz Alsmann und Band begeistern mit Broadway-Melodien Selten hat jemand so schön gelogen. Am Anfang des Abends versprach der Künstler, dass es das wärmste Konzert des Jahres werden würde. Glatt gelogen und untertrieben. Ein Abend mit Götz Alsmann und Band ist nicht einfach nur ein Konzert. Es ist eine Show. Eine Show der Extraklasse, ein bisschen retro und für alle Sinne. Auf jeden Fall kann im dreistündigen Programm keine Langeweile auf. Im aktuellen Programm “Am Broadway” hat Götz Alsmann 18 Perlen aus der goldenen Ära des Musicals versammelt. Er hat sie aufgebockt, hat sie getunt und er hat ihnen mit deutschen Texten ein neues Chassis verpasst. Auf jeden Fall läuft der Unterhaltungsmotor und die Tour schon seit 2 Jahren reibungslos. Mit dem Echo-prämierte Programm “In Paris” hatte Alsmann sich vor fünf Jahren mal den Chansons zur Brust genommen. Im nächsten Jahr soll dann “In Rom” folgen. Götz Alsmann war mit seinen Jungs im Kloster....

Unterhaltsame Lehrstunde in Sachen Klassik

Ein leichter Sommerabend mit dem Staatsorchester Braunschweig So gefällig kann Musikunterricht als auch sein. Mit dem Programm "Klasse! Klassik!" hat das Staatsorchester Braunschweig eine Lehrstunde in Sachen Klassik erteilt und es klang nicht einmal im entferntesten nach Belehrung. Nein, es sind einfach drei Stücke, die einen unterhaltsamen Querschnitt durch die Epoche bilden, präsentiert von einem überzeugenden Orchester und einer überragenden Solistin. Ob Lehrstunde oder nicht, am Ende fühlte sich das Publikum gut unterhalten und erklatschte sich eine klassische Zugabe. Manche Orchester sind wie ein Ufo. Alle Fotos: tok  Ob nun Wolfgang Amadeus Mozart im Alter von 8 Jahren wirklich seine Sinfonie Nr. 1 selbst geschrieben hat oder ob der Vater maßgeblich die Feder führte, auf jeden Fall kann man hier bereits die Leichtigkeit des späteren Mozarts erkennen. Diese Leichtigkeit transportiert das Staatsorchester Braunschweig bestens. Gerd Schaller entlockt ihm eine...

Musik gemacht für die gesamte Menschheit

Eine Annäherung an Giora Feidman und das Rastrelli Cello Quartett Am letzten Samstag habe ich wieder das Phänomen gesehen. Giora Feidman und das Rastrelli Cello Quartett verzauberten ein dankbares Publikum im Klostergarten Walkenreid. Erst nach minutenlangen stehenden Ovationen durften der Meister und seine Mitstreiter die Bühne verlassen. Aber warum schafft er das immer wieder, egal mit wem er spielt Einige Erklräungsversuche. Zum einem konnte sich die Musikwelt über Feidmans 80. Geburtstag freuen, zum anderen war er nach eigener Zählung zum zehnten Mal in Walkenried. In dieser Zeit hat sich der Mann mit der Klarinette sein Publikum erzogen. Feidman und Walkenried, das ist wie ein altes Ehepaar. Man weiß, was man voneinander zu erwarten hat. Aber es ist ein Ehepaar, dessen innige Liebe zueinander in all den Jahren noch gewachsen ist. Feidman hat einen guten Draht nach oben, sagt er. Alle Fotos: tok  Dieses Mal hat Feidman das Rastrelli Cello Quartett im Gepäck. Vi...

Musik erlaufen

Die Chursächsische Kapelle im wandelt Kloster Walkenried Doch, doch, man kann einen Überraschungserfolg wiederholen. Wenn nicht als Überraschung, so doch zmindest als Erfolg. Dies bewies das Wandelkonzert im Kloster Walkenried im Juli. Die Chursächsische Capelle aus Leipzig konnte beim italienischen Abend  auch 2016 konzeptionell und musikalisch überzeugen. Wandelkonzert? Die Musik findet nicht nur auf der Bühne statt. Das Ensemble wandelt durch das Gebäude und über das Gelände. Sie finden sich immer wieder an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Formationen zusammen. Dann wird musiziert und jedes Mal entsteht ein einmaliges Klangbild und ein einmaliges Erlebnis. Dem Postulat nach stetiger und gleichförmiger Reproduktion setzt die Chursächsische Capelle die Idee des ganz Besonderen entgegen. In der Abtskapelle kamen sich Künstler und Publikum nah.  Alle Fotos: tok Künstler und Publikum erarbeiten sich so gemeinsam die unterschiedlichen Klangräume. ...

Einfach mal nett geplaudert

Friedrich Schorlemmer und Gregor Gysi vertragen sich Ein Hauch von Geschichte wehte durch den Kreuzgang Der kapitelsaal wird bis auf den letzten Platz ausverkauft, als Friedrich Schorlemmer und Gregor Gysi dort aufeinandertreffen. Wer nun hitzige Debatten erwartet hatte, weil die Protagonisten in der DDR einst auf unterschiedlichen Seiten standen, wurde enttäuscht. Vom Aufeinandertreffen kann also nicht die Rede sein. Es war eher ein Wiedersehen alter Bekannter. Es wehte eher ein Hauch von Klassentreffen durch den Kreuzgang in Walkenried. Was auch am Moderator lag. Hans-Dieter Schütt ist nun auch kein Unbekannter. Als Chefredakteur der FDJ-Zeitung "Junge Welt" wetterte er einst gegen die kirchliche Opposition  in der DDR. Heute zeigt er sich ganz versöhnlich. Seit seiner Autobiographie "Glücklich beschädigt" von 2009 gilt Schütt als geläutert. Er ist immerhin Co-Autor des Buches "Was bleiben wird" und dieses war der Aufhänger für die Gesprächsrunde im ...

Gern gesehene Gäste

Das Bremer Kaffeehaus-Orchester beendete die 32. Saison der Kreuzgangkonzerte Das Jahr 2015 war für die Kreuzgangkonzerte ein Jahr mit wichtigen Änderungen und Weichenstellungen. Der musikalische Leiter Thomas Krause zeigte sich beim  Abschlusskonzert am Montag zufrieden mit dem abgelaufenen Jahr. Für 2016 versprach er einen Mix aus Bewährten und Überraschungen. Das letzte Wort im Kreuzgang hatte dann das Bremer Kaffeehaus-Orchester. Das Quintett begeisterte mit seiner Mischung aus Klassik, Swing, Rock und musikalischen Nonsens. Wenn man sich zur Silvester seit Jahren dieselben Gäste einlädt, dann hat man eine Vorahnung, was die Besucher so alles zu mitbringen werden, im Guten wie im Bösen. Ähnliches gilt für das Bremer Kaffeehaus-Orchester und ihr Gastspiel im Walkenrieder Kreuzgang. In Kategorien gedacht, gehört das Orchester aus der Hansestadt eher in die Schublade Bewährtes, das nicht vor Überraschungen schützt. Schließlich kommen die Männer um Constantin Dorsch seit 15 Jah...

Der Gesang der Lerche

BarrocoTout stellt sich im Kloster vor Wenn die Zukunft der Alten Musik so aussieht, dann muss sich über den Barock keine Sorgen mehr machen.  Im Rahmen des eeemering-Projeklts stellte sich BarrocoTout aus Belgien mit einem Konzert im Kreuzgang vor. Was bleibt, war der Eindruck eines jungen Ensemble mit erfrischender Herangehens, von dem man sicherlich noch viel mehr hören wird. Was BarrocoTout so bemerkenswert macht, ist die Instrumentierung und die Spielweise, die ein transparentes und filigranes Klangbild erzeugen, das immer wieder die Assoziationen an einen hellen Frühlingsmorgen voller Vogelgesang wecken. Wenn Lerchen Instrumentalmusik machen würden, dann würde sie wohl so klingen. Dabei lässt sich dieses Klangbild an zwei Personen festmachen. Da ist zum einen Carlota Garcia an der Traversflöte. Im Gegensatz zur metallischen und spitzen Cousine Querflöte zeichnet sich das Holzblasinstrument durch einen weichen und runden Klang aus, der gelegentlich auch ins Meditative hi...

Lieber Tango hören als nach Hause gehen

Bolero Berlin verwandeln dern Kreuzgang in eine Bodega Wenn das Konzertpublikum im Kreuzgang mit den Füßen wippt und mit den Fingern schnippt, dann ist die Ordnung gest;rt, dann gibt es einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum, dann muss es außergewöhnliches passiert. Am Freitag war es so weit. Bolero Berlin spielt im Kreuzgang und das Publikum wippte mit den Füßen un schnippte mit den Finger. Das Sextett aus Berlin verwandelte das altehrwürdige Gemäuer in eine Bar, eine Cantina und in einen Club. Nein, das haben sie nicht mit einem Zaubertrank geschafft sondern mit einem zauberhaften Musikmix. Aber mit welchen Musikmix haben sie das getan? Die Frage kann man mit einem Exkurs in die Kategorie "Expertenwissen, das nur dazu dient Laien zu verwirren"  beantworten. Martin Stegner ist das Sprachrohr von Bolero Berlin. Alle Fotos: tok  Der musikgeschichtliche Verdienst von Simon Both und Larry Stabbins besteht sicherlich darin, dass sie einst zusammen mit der Sängerin Juliet ...