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Flucht vor sich selbst

 "Die Winterreise" als Ballett im Theater Nordhausen Meistens kommt es anderes als man manchmal denkt. Mit einer Aufführung von "Die Winterreise" als Ballettabend hat sich das Theater Nordhausen in die Winterpause verabschiedet. Dabei überzeugt die Choreographie von Ivan Alboresi owohl sie doch einige Längen aufweist.  In diesem Jahr diktiert erstmal das Corona-Virus den Spielplan. Eigentlich wollte Alboreso die "Carmen" in Szene setzen, doch die zahlreichen Auflagen stoppten das Vorhaben. Doch "Die Winterreise" mit der Musik von Franz Schubert ist mehr als nur Ersatz. Sie passt besser in diese Zeit als die extrovertierte und erotische Carmen. Mit der affektierten Larmoyanz und dem maßlosen Selbstmitleid in einer konstruierten Realität, die mit der Wirklichkeit nur bedingt deckungsgleich ist, ist die Winterreise die Vorlage für die aktuelle Gemütslage. Statt des grandiosen und tödlichen Finale der Carmen gibt es hier endloses Siechtum.  Mal eine ...

Der Ikarus der Humangenetik

Friedel verknüpft Schubert mit den großen Themen des Lebens Das Leben, der Tod und der ganze Rest vom menschlichen Universum. In seinem "Schwanengesang" verknüpft Christian Friedel die Musik von Franz Schubert mit Elektro-Beats, Schauspiel und Tanz. Am Ende steht die Erkenntnis, dass der Mensch seinem tödlichem Schicksal nicht entrinnen kann. bis dahin zeigt sich das Stück als gelungene Revue. Die Vorstellung beginnt weit vor dem ersten Vorhang. Im DT-Bistro verwehrt ein Absperrband den Zutritt zum Obergeschoss. Angeblich tagt hier eine Gesellschaft für Humangenetik. doch es entpuppt als Teil der Inszenierung. Florian Eppinger begrüsst das Publikum, als wäre es Teilnehmer eben dieser Tagung. Als Dr. Bottmann will er einen Überblick über den Stand, die Entwicklung und die Zukunft der Gen-Technik geben. Ein Wissenschaftler allein auf leerer Bühne gleich am Anfang eines Welterklärstücks. Das erinnert ein wenig an Goethes Faust. Glückliche Zeiten waren das in den 70-er...