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Posts mit dem Label "Theaternatur" werden angezeigt.

Eins sein mit sich und den anderen

Festival schließt mit Tanzabend ab Das Theaternatur-Festival ist dann am besten, wenn es etwas wagt und neue Wege beschreitet. Das hat der Tanzabend "UnEins" unter Beweis gestellt. die drei Choreographien konnte auch die begeistern, sich sich sonst nicht so für Tanztheater erwärmen können. Damit bekam das Festival einen gelungenen Abschluss.  Es war durchaus ein Wagnis von Intendant Janek Liebetruth. Bisher ist Ballett in Benneckenstein nur auf begrenzten Zuspruch gestoßen. Das er mit der dreifachen Aufführung an den letzten Festivaltagen richtig lag, belohnt den Mut.  Die Klammer war das gemeinsame Thema. Das Individuum und die Gesellschaft, das Ich und das Ihr stand im Mittelpunkt der drei Beiträge. Damit verbunden war ein Querschnitt durch das, was moderenes Tanztheater ausmacht. Klassik. Modern Dance, Break und ein wenig Akrobatik fanden an den drei Abenden zusammen. Dies ermöglichte die Vielfalt an ausdrucksformen  Ein Solo, eine Quadrille und ein Ensemble. Auch hier...

Der Sandmann fährt Porsche

 Es ist noch nicht soweit: Viele Ansätze, die nicht alle tragen Es bleibt dabei: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. So geht es auch dem Hauptstück “Es ist noch nicht so weit” beim diesjährigen Theaternaturfestival in Benneckenstein. Es steckt voller vielversprechenden Ansätze, die aber nicht immer umgesetzt werden. Es ist ein Zwei-Jahres-Programm auf der Waldbühne in Benneckenstein. Nachdem 2019 die Wende unter die Lupe genommen wurde, soll es in diesem Jahr um die Folgen der deutschen Einheit gehen. Auch dafür erging ein weiterer Auftrag an den Autoren Sören Hornung. Während seine letztjährige “Legende von Sorge und Elend” eine Anhäufung von Klischees war, kommen die Figuren in “Es ist noch nicht soweit” wesentlich differenzierter daher. Sandmann West, Achim und Kassandra am Dachfenster.  Alle Fotos Frank Drechsler Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er für diesen Anlass das gewohnte Narrativ von Gewinner West und Verlierer Ost durchbricht. Sein Stück kennt nur einen Ge...

Das neue Leiden der Familie W.

Ein Fluchtdrama: Die Legende von Sorge und Elend Unter dem Sofa hat jede Familie ihre eigenen Sprengstoff versteckt. Nicht bewältigte Konflikte können solch einen Verband sprengen, auch nach dreißig Jahren. Das sind die Kernbotschaften von Sören Hornungs "Die Legende von Sorge und Elend". Die Uraufführung ist das Hauptstück des diesjährigen Festivals Theaternatur. Zum fünften Geburtstag hat man sich in Benneckenstein damit eine Auftragsarbeit gegönnt. Angesichts der historischen Ereignisse lag das Thema "Grenze und Mauer" auf der Hand. Bevor die Politik im Herbst ihre Stellung einnimmt, wollte man ein Statement auf künstlerische Ebene abgeben. Sören Hornung scheint der geeignete Mann. Schließlich gilt der 30-jährige Berliner als Fachmann für unbewältigte Vergangenheiten. Für die Legende hat er in der Region umfangreiche Recherchen vorgenommen. Doch seine Mischung aus Fiktion und Historie stößt an die Grenzen der "oral history". Das Bühnenbild Es...

Der Käpt'n ist erst am Anfang der Reise

Max Prosa debütiert mit einer Performance beim Theaternaturfestival Ein Festival der darstellenden Künste zu sein, das ist der Anspruch von Theaternatur auf der Waldbühne in Benneckenstein. Deswegen gibt es auch Workshops, Konzerte und Kino und eben auch ein Performance. Die hier ist von Max Prosa, heißt "Die Reise des lausigen Kapitäns" und kommt noch nicht so recht von der Stelle. Mehr als "Leinen los" ist nicht drin. Max Prosa wird unter dem Label Singer-Songwirter geführt und ist er der zahlreichen Vertreter der neuen deutschen Innerlichkeit. Nicht umsonst heißt sein aktuelles Projekt "Im Stillen" und versammelt Lieder, Lyrik und Erzählungen in einem Band und dies ist auch die Vorlage für die Performance "Die Reise des lausigen Kapitäns". Bei der Uraufführung in Benneckenstein ist ihr recht schnell der Wind ausgegangen. Der lausige Kapitän ist Ex-Student und einst wollte er zu Reisen jenseits des Horizonts aufbrechen. Doch er ist nie au...

Alles voller Magie

Shakespeares Sturm in einer Inszenierung nicht von dieser Welt    Sprechtheater, Musik und Videoanimationen, es ist ein Theaterstück an der Grenze zur Performance. Mit seiner Inszenierung von Shakespeares Sturm überzeugt Janek Liebetruth zum Start des Theaternaturfestivals. Inhalt und Raum verschmelzen zu einer Einheit. Das Stück startet fulminant. Aus den Lautsprecher singt Kai Wingenfelder davon, dass es nicht die Zeit, sich Fragen zu stellen. Auf der LED-Wand brennt ein Feuerwerk ab und ein Sturm fegt über die schwarze, verspiegelte Spielfläche. Vom Rand tritt Angelika Böttiger in das Auge des Sturm. Sie ist die Zauberin Prospera und die Herrin der sturmumtosten Insel mit Rockstar-Gehabe. Schon vor zwei Jahren in seinen Räubern hat Regisseur Janek Liebetruth eine tragende Rolle das Geschlecht wechseln lassen. Miranda darf aber Tochter bleiben, so will Liebetruth den  Generationskonflikt und den demographischen Konflikt als Überthema des diesjährigen Festivals...

Musik einfach fantastisch

Staatsorchester Braunschweig verzaubert das Theaternatur-Festival Ein Sinfonieorchester auf der Waldbühne in Benneckenstein. Kann das funktionieren, kann das überhaupt klingen? Ja, das kann und am Sonntag hat es wunderbar funktioniert und zauberhaft geklungen. Mit dem Konzert „Hexenwerke“ verzauberte das Staatsorchester Braunschweig das Publikum beim Theaternatur-Festival. Alle widrigen Umständen zum Trotz. Die bestanden einzig im Wetter. Zum Konzertbeginn waren die Temperaturen derart in den Keller gerauscht, dass das Ensemble um die wertvollen Instrumente fürchtete. Deswegen wurde das Programm umgestellt und gekürzt. Das Wetter war wohl auch für den überschaubaren Zuspruch verantwortlich. Um eine Floskel zu bemühen: Jeder, der nicht da war, hat was verpasst. Die technische Frage zuerst: Im Klangbild gab es keine Abstriche. Ganz im Gegenteil. Auf der Naturbühne unter dem Blätterdach gibt es nichts, was mitschwingt, verstärkt oder ablenkt. Es ist ein puristischer und klarer K...

Eine ziemlich genaue Studie

Liebetruth inszeniert eine beklemmende Hexenjagd Dem Status des Geheimtipps ist das Theaternatur-Festival in Benneckenstein längst entwachsen. Jetzt setzt Leiter Janek Liebetruth noch eins drauf. Mit "Hexenjagd" von Arthur Miller legt er als Regisseur eine großartige Inszenierung vor. Ihm gelingt es zum Kern der Massenhysterie vorzudringen. Wenn es so weiter geht, dann wird das Festival auf der Waldbühne bald zum Pflichttermin für zeitgenössisches Theater. Miller veröffentlichte sein Werk über eine Massenhysterie in Neuengland 1692 im Jahre 1953. Damals wütete in den USA der Ausschuss für unamerikanische Untriebe unter dem Senator Joseph McCarthy. Künstler, Intellektuelle und Gewerkschafter standen unter dem Generalverdacht, Propaganda für die kommunistische Partei zu betreiben. Viele angeklagte wanderten ins Gefängnis, selbst Größen wie Charlie Chaplin wurden aus dem Land getrieben. Mit "Hexenjagd" übte Miller deutliche Kritik an der Zeit. Die Parallele...