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Posts mit dem Label "Studiobühne" werden angezeigt.

Eine Inszenierung auf Tratsch-Niveau

 Im DT Göttingen bleibt "Der junge Mann" an der Oberfläche Zu viel Narrativ, zu wenig Analyse. Die Inszenierung von Jette Büshel leidet an Oberflächlichkeit. Die Figuren werden nicht ausgelotet. Deswegen war die Premiere von "Der junge Mann" am 3. November zwar unterhaltsam, ging aber nicht unter die Haut. Das ist schade für das Ein-Personen-Stück auf der Studio-Bühne. In der autofiktionalen Erzählung "Der junge Mann" berichtet Annie Ernaux von ihrer zurückliegenden Beziehung zu einem 30 Jahre jüngeren Mann. Das Buch liegt seit dem Frühjahr in deutscher Übersetzung vor und postwenden haben Jette Büshel und Michael Letmathe ein Stück für das DT Göttingen draus gemacht. Strube bereit zur Berichterstattung. Alle Fotos: Lenja Kempf/DT GÖ Der erste Ansatz verpufft gleich. Seit der Ehe von Brigitte Trogneux und Emmanuel Macron haben Beziehungen zwischen älteren Frauen und jungen Männer so gar nix skandalöses mehr an sich. Auch das Duo Klum-Kaulitz hat null S...

Ein ganz starkes Dribbling

Marco Luca Castelli variiert Maradona bei den Domfestspielen Es ist ein intensiver Solo-Lauf über 75 Minuten, der immer wieder fasziniert und berührt. Mit seinen Maradona-Variationen zeigt Marco Luca Castelli, dass es im Theater durchaus persönliche Statements gibt, die auch anderen aus der Seele sprechen. Aber es ist wohl auch eine Rose, die nur im Verborgenen einer Studiobühne aufblühen. Auf jeden Fall hatten das Publikum, die Domfestspiele und der Fußball solch ein Stück selten nötiger als jetzt. In Zeiten, in denen die große Koalition aus Prenzel-Schwaben und Heilsarmee den öffentlichen Diskurs beherrschen sind Castellis "Maradona-Variationen" ein  deutliches Nein zur neuen Moral, unter der die Lebensfreude erschrickt.  Allein schon deswegen, weil Castelli den Exzess als Lebensmodell in Betracht zieht, ohne ihn zu romantisieren. Eine von Castellis Botschaft lautet: Ein Leben ist nur dann lebenswert, wenn es auch spürt und sich gern daran erinnert. Frei nach dem Mot...

Er hat es wieder getan

Gunter Heun überzeugt als Judas Ischariot Prolog: Für mich war "Judas Ischariot" das stärkste Stück bei den 57. Domfestspielen. Deshalb hat freute mich die Woiederaufnahme besonders. Eigentlich besuchte ich keine Vorstellung zweimal, aber dieses Mal habe ich großzügig eine Ausnahme gemacht. Mich trieb die Frage: "Was würde ich jetzt mehr sehen? Was würde ich anders sehen?" Um die Antworten  vorweg zu nehmen: Eine ganze Menge. Auf jeden Fall hat es sich gelohnt. Ende Prolog. In der Inszenierung von Christian Doll stimmt alles. Text, Darsteller und Spielort faszinieren als Gesamtpaket und das  Stück sorgt dafür, dass Gewissheiten und Klischees, die die Christenheit seit 2.000 Jahre mit sich herumschleppt, innerhalb von 60 Minuten umgekehrt werden. Wie weit geht die Christenheit mit ihre Barmherzigkeit? Kann sie dem verzeihen, deren Messias ans Messer geliefert hat? Im Klostergarte Brunshausen ist der Sommer angekommen. Es laues Abendlüftchen weht, Vögel zwi...

Die Top five

Harzerkritiker nennt die schönsten Inszenierungen der Saison Die Indoor-Saison 2014/15 ist längst Geschichte, die Festspielzeit neigt sich dem Ende. Höchste Zeit, einen Rückblick zu werfen. Hier meine ganz persönliche Hitliste, der der härteste aller Kritiker nun unter Vorbehalt zustimmt. Die Nummer fünf: Judas Studiotheater ist Theater auf Augenhöhe und er hat uns verdammt oft in die Augen geblickt. Ja, es stimmt, ich bin ein Fan von intimen und intensiven Inszenierungen und die Körperlichkeit von Gunter Heun beeindruckt mich immer noch. Hier kommt beides zusammen und das Publikum wusste es zu schätzen. Platz fünf für "Judas" bei den 57.  Gandersheimer Domfestspielen. Die Nummer vier:  Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt Peter Jech unter Dauerbelastung und ein kreativer Umgang mit den Insignien des Figurentheaters. Das schwarzweiss figurentheater brachte den Buchklassiker von Hannes Hüttner in einer kind- und zeitgerechte Form im Theater unterm ...