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Es gibt immer eine Sturmwarnung

Peter Grimes findet keinen Platz beim TfN Benjamin Britten feiert im November 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass hat  das Theater für Niedersachsen die Oper "Peter Grimes" neu inszeniert. Die Premiere am 9. November zeigte ein Verdrängungswettbewerb um Moral und Schuld und einen Wettbewerb um den Platz des Einzelnen in der Gemeinschaft. Die TfN-Inszenierung siedelt dieTragödie in der klaustrophobischen Atmosphäre eines Fischer-Nest an, in dem jeder jedem kennt und kontrolliert.  Jeder hat seinen Platz gefunden und ve rteidigt ihn auch. Alle Fotos: TfN/Hartmann Den Auftakt macht die Requisite Stuhl. Die Symbolik ist eindeutig. Die Dorfgemeinschaft trifft sich zur Verhandlung "Das Volk gegen Peter Grimes". Jeder bringt seine Sitzgelegenheit mit, denn jeder hat seinen Platz in dieser Gemeinschaft. Nur eben Peter Grimes nicht. Der Angeklagte muss den Platz einnehmen, der ihn zugewiesen wird, die Anklagebank. Wie der Lehrling William ums Leben, das wird wohl nie...

Auf der Fahrt ins Unglück nirgendwo ankommen

Peter Grimes am Theater Nordhausen klärt die Schuldfrage nicht wirklich Prolog: Es gegebenen Anlass hier noch mal die Rezension zur Inszenierung von Peter Grimes am Theater Nordhausen im Frühjahr 2012. Der Vorhang geht nicht auf. Das Ensemble wartet auf das Publikum, Peter Grimes steht am Rande. Die Fronten sind klar: Hier kämpft einer gegen die Masse. Der, der am Rande steht, gegen die, die Bühne beherrschen. Deswegen gilt die Rolle des Fischer Grimes als eine der anstrengendsten in der zeitgenössischen Oper. Ständig muss ergegen jemanden ansingen. Aber Joshua Farrier in der Titelrolle kann das, er hat genug Stimme dafür. Was das Auge beim zweiten Blick fesselt, das ist das Bühnenbild. Karg und variabel wird es vom Wasser beherrscht. Mal kämpft Grimes gegen das Element, als Anti-Held in Ölzeug, mal ist die Wasserfläche der Spiegel der verzweifelten Seele und Ort der Sehnsucht. Die Bühne ist auch Weite und Leere, Haltlosigkeit und Verlorenheit. Ohne Umbau dient die Bühne mal als G...

Der Flut nicht ganz freiwillig entkommen

TfN und Kinderchor inszenieren Brittens Noah Zwischen den Oper-Titanen Wagner und Verdi wird Benjamin Britten in diesem Jahr fast zerrieben. Wenigstens das Theater für Niedersachsen setzt einen eigenen Schwerpunkt zum 100. Geburtstag des Erneuerer des Musiktheaters . Auftakt der Britten-Tage in Hildesheim war am 19. Oktober die Inszenierung der Kinderoper "Noah und die Flut" in der Lamberti-Kirche. Die Koproduktion von TfN, TfN-Kinderchor und Musikschule Hildesheim schafft den Spagat zwischen altersgerecht, ansprechend und anregend. Der härteste aller Kritiker , sieben Jahre alt, theateraffin und theatererprobt, bestätigt das Urteil. Die Einführung in das Werk macht der musikalische Leiter Achim Falkenhausen. Er erzählt von Brittens Absicht, auch das Publikums beziehungsweise die Gemeinde aktiv in das Stück einzubinden. Bei der Premiere 1958 sicherlich ein Novum. Falkenhausen verweist noch auf die mittelalterlichen Mysterienspiele als Vorlage, die dem unbelesenen Volk die ...