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Posts mit dem Label "Buch" werden angezeigt.

Ein wahres Glanzlicht

Eine Chance für Entdecker: Claire Keegans Werk in Neuauflage Selten erhält ein Buch von mir die Auszeichnung, in einem Stück durchgelesen zu werden. Claire Keegan hat sich dieses Prädikat mit „Das dritte Licht“ verdient und das völlig zu Recht und der Steidl bekommt von mir ein Lob dafür, dieses Buch neu aufgelegt zu haben. Schon bei der Erstveröffentlichung unter dem Originaltitel „Foster“ überschlug sich 2009 die englischsprachige Presse vor Begeisterung. The Times zählt das Werk zu den 50 wichtigsten Romanen des 21. Jahrhunderts. Zusätzlich gab es 2009 noch den Davy Byrnes Irish Writing Award. Im Jahr 2013 erschien die deutsche Erstauflage, nun 10 Jahre später immerhin schon die fünfte Auflage in einer Neuübersetzung. Diese war notwendig geworden, nachdem die Autorin 2022 Änderungen vorgenommen. Es eröffnet aber die Gelegenheit, eins der wichtigsten Werke der irischen Gegenwartsliteratur zu entdecken oder wieder zu entdecken. Aber Zahlen geben den Zauber dieses Buches nur unzu...

Futter fürs Kino im Kopf

Ein Stück Filmgeschichte als Buch: Die “Goldfinger Files” sind erschienen 192 Seiten und 2,5 Kilo für 6 Minuten 37 Kinokunst. Mit “The Goldfinger Files” haben Steffen Appel und Peter Waelty ein Werk vorgelegt, das sich um eine Legende der Filmgeschichte dreht, die Schweizer Episoden aus dem Bond-Film „Goldfinger“. Dabei setzt das Buch selbst neue Maßstäbe. Den Autoren ist mit den „ Goldfinger Akten “ eine beispielhafte Mischung aus Detailwissen und dem Blick fürs Ganze gelungen. Cineastische Fakten werden in die zeit eingeordnet, in den gesellschaftlichen Kontext gestellt und Entwicklungen aufgezeigt. Letztendlich steht so die Figur des James Bond für die vielfältigen Umwälzungen der 60-er Jahre. Dazu kommt die gelungene Präsentation. Die Texte sind auf das Mindestmaß reduziert. Ein Buch über einen Film braucht Bilder und mit 346 Abbildungen gibt es reichlich davon. Dabei schöpfen Appel und Waelty aus einem reichen Fundus. Es sind Fotos der Journalisten Hans Gerber, Josef Ritter u...

Ein Dorf wird zur globalen Virenschleuder

Ischgl-Buch von Hechenblaikner im Steidl-Verlag erschienen Wer wissen will, warum Corona schnell zur Pandemie wurde, der sollte sich dieses Werk besorgen. Mit “Ischgl” zeigt der Fotograf Hechenblaikner eindrucksvoll, wie aus einem Bergbauerndorf in Tirol die Virenschleuder Europas wurde. Manchmal werden Verlage von den Ereignissen überrollt. Das Buch war schon länger geplant. Nun hat der Steidl-Verlag die Erscheinung nach vorne gezogen. Aus einem Bildband wurde so ein Erklärstück zu Europa und seinen drängendsten Problem. Ischgl, hinter diesem einen Vokal und seinen fünf Konsonanten steckt das ganze Elend des alpinen Massentourismus. Auf 1.600 Einwohner kommen 25.000 Gästebetten. Das macht 1,4 Millionen Übernachtungen und 250 Millionen Euro Umsatz jährlich. Der Ort ist längst zur Marke geworden und zum Ballermann der Alpen verkommen. Zum Skifahren kommen nur die wenigsten. Hier ist 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche. Lois Hechenblaikner fotografiert seit den 80-er Jahr...

Die letzte Zugabe

Dieter Hildebrandts Memoiren sind sehr persönliche Erinnerungen Im November 2013 starb der Titan des deutschen Kabaretts. Nun hat der Blessing-Verlag Hildebrandts Memoiren veröffentlicht.Kann man oder muss man so etwas lesen? Wer wissen will, wie Deutschland so geworden ist, wie es ist, der muss. Denn "Die letzte Zugabe" ist nicht nur ein Blick auf das Leben des wichtigsten Kabarettisten deutscher Zunge, es ist nicht nur ein Zugriff auf die Geschichte der Bundesrepublik aus der Feder des Meisters. Es ist auch der Nachweis, dass Dieter Hildebrandt sich bis zuletzt mit der politischen Gegenwart auseiandergesetzt hat. Die letzte Zugabe ist das letzte Werk. Foto: Verlag Wer nur eine Rückschau auf den Werdegang, ein Blättern durch das Kabarett des Nachkriegsdeutschlands erwartet hatte, wird angenehm überrascht. Selbst noch in der Findungsphase der aktuellen Großen Koalition ließ er in gewohnter Sprechblasen platzen lassen, entblößte die Phrasendrescher, machte die Hintergrü...

Die Einsamkeit des Radfahrer

Uwe Prieser legt mit "Die Mauer von Geraadsbergen" packenden Sportroman vor Roger Vermeire ist Radprofi im Herbst seine Karriere. Mit 34 Jahren hat er alle großen Rennen gewonnen, nur dieses eine nicht: Die Flandern-Rundfahrt. Dabei ist es doch sein Heimatrennen und in diesem Jahr muss der Sieg in Flandern endlich her. Was Vermeire und sein Team unternehmen, um den Triumph zu garantieren, ist der rote Faden in "Die Mauer von Geraadsbergen". Dort eben, an dieser berüchtigten Steigung auf der Ronde van Vlaanderen soll die Entscheidung fallen. So lautet zumindest der Plan.    Mit diesem Sportroman hat Uwe Prieser ein Buch vorgelegt, das das altmodische Prädikat "packend" und das Gelbe Trikot in der Literatursaison 2014 durchweg verdient. Es dreht sich nicht nur um die akribische Vorbereitung des Protagonisten, um seine Einsamkeit und den Verzicht angesichts des großen Ziels. Uwe Prieser zeigt den gesamten Mikrokosmos eines Sportlerlebens und es ist eine Ge...

Die Bilanz des Ungeheuerlichen

Baranowski legt neue Ergebnisse zur Wiederaufrüstung in den 30 Jahren vor Rüstungsproduktion in der Mitte Deutschlands, dieses Buch hat das Zeug zum Standardwerk. Nach jahrelangen Recherchen veröffentlicht  Frank Baranowski seine Ergebnisse zur Geschichte der Rüstungsproduktion im Braunschweiger Land, in Südhannover und in Nordthüringen erstmals im Rockstuhl-Verlag. Es ist eine nüchterne Bilanz des bisher nicht gedachten und sie bringt drei wichtige Erkenntnisse. Der Autor. Foto: red Zum einen war die Wiederbewaffnung des Deutschen Reichs von langer Hand vorbereitet. Die Nationalsozialisten mussten 1933 nur dort anknüpft, wo die Wehrmacht der Weimarer Republik stehen geblieben war. Diese hatte schon seit 1926 die Bestimmungen des Versailler Vertrags umgangen, Forschungsstellen eingerichtet, Prototypen gebaut und getestet. Dies war die Grundlage für die Hochrüstung der Wehrmacht nach 1933 und die Schaffung einer Rüstungsindustrie, die in der Vertikalen und der Horizontalen b...

Grube Büchenberg: Ein Schatz für das Bücherregal

Macht eine Ausstellung draus! In der theater- und konzertfreien Zeit kümmere ich mich mal um ein anderes Stück Harzer Kultur. Kann man die ganze Welt in einem Satz erklären? Wohl kaum. Kann man den Harzer Bergbau in einem Buch erklären. Wolfgang Schilling und sechzehn Co-Autoren haben den Versuch unternommen, zumindest das Revier am Büchenberg und seine Schächte in all ihren Facetten zu erklären. Diesen Schatz zu heben, das verlangt einige Zeit. Fotos: Westermann Das Bergwerk bei Elbingerode war die größte Eisenerzgrube im Harz. Nach einer langen und wechselvollen Geschichte wurde der Betrieb 1969/70 quasi über Nacht eingestellt. Geblieben ist ein Schaubergwerk, das heute nicht einmal 10 Prozent der ehemalige Grube erfasst. Begonnen hat die Montangeschichte im Büchenbergrevier irgendwann zwischen dem späten 8. und dem mittleren 10. Jahrhundert. In diesem mehr als tausend Jahren ist jede Menge Material zusammengekommen und haben sich viele Seitenstränge aufgetan. Diese a...