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Posts

Terror ist kein Theater

Versuch über einen Erfolg Seit einem Jahr spricht Deutschland über „Terror“. Am Samstag gastierte das Ensemble des Euro-Studio Landgraf mit dem Stück in Osterode. 800 Zuschauer in der Stadthalle mussten als Schöffen herhalten und ein Urteil fällen über Major Lars Koch. Am Ende der Verhandlung stand ein klares Votum. Nicht zuletzt die Ausstrahlung des gleichnamigen Fernsehfilms hatte für das große Interesse gesorgt. Wie anderswo in der Republik war auch diese Vorstellung ausverkauft. Aber worin in der Erfolg begründet? Am Stück kann es nicht liegen. Terror ist kein Theater. Ob nun Bühne oder Wohnzimmer. Mit „Terror“ ist Bestsellerautor Ferdinand von Schirach eine Anstiftung zum Diskurs gelungen, die auch in Osterode zündete. Die wichtigsten Auseinandersetzungen fanden nicht auf der Bühne sondern während der „Verhandlungspause“ im Foyer statt. Willkommen in der Realität der Justiz. Alle diskutierten, ob Major Koch schuldig ist. Das Theaterstück simuliert eine Verhandlung vor ei...

Keine falsche Scham

Theater für Niedersachsen begeister mit Puppenmusical Sollten Waldorf und Statler eines Tages ein Musical schreiben, dann wird es  genau so aussehen und klingen. Am Sonntag zeigte das Theater für Niedersachsen (TfN) "Avenue Q" in der Stadthalle in Clausthal-Zellerfeld. Die Inszenierung von Intendant Jörg Gade untermauerte den Ruf des TfN als experimentierfreudiges Ensemble, das es versteht, anspruchsvolle Unterhaltung zu liefern. Waldorf und Statler? Ach ja, die Logenbesetzer aus der Muppets-Show. Auch wenn die Puppen die Hauptrolle spielen, dieses Musical  ist alles andere als jugendfrei. Denn es um die Themen, die die Erwachsenen so bewegen: Sex, Geld, Beruf, Freundschaft, Einsamkeit, der Sinn des Lebens und Sex. Brian (Alexander Prosek) und Kate Monster finden es zu Kot....   Foto: tok Nach dem Examen ist Princeton arbeitslos. Auf der Suche nach einer Wohnung landet er in der Avenue Q. In deren billigen Absteigen leben Menschen und Puppen zusammen und ja...

Auf Wallfahrt nach Hiva Oa

Jens Rosteck berichtete über die letzten Lebensjahre von Jacques Brel Keine Lesung sondern ein Performance sollte es sein. Am Freitag war der Literaturherbst Göttingen zu Gast im Esel in Sülbeck. Mit Klavier, Boxen und Beamer trug dort Jens Rosteck aus seinem Werk "Brel - Der Mann der eine Insel war" vor. Das Buch beschäftigt sich mit dem Aussteigerdasein des Sängers und Komponisten und seinen letzten Lebensjahren auf Hiva Oa. Aus dem nüchternen Bericht wurde eine Wallfahrt in die Südsee. Der Vortrag beginnt mit Musik. Jens Rosteck spielt am Flügel ein Walzer, den er erst erklären muss. Denn ein Walzer muss nicht immer im Dreivierteltakt sein, behauptete einst Jacques Brel. Der Mann musste es wissen, immerhin zählt er zu den wichtigsten Vertretern des Chansons im 20. Jahrhundert. Rosteck erzählt vom ungewöhnlichen Verhältnis des Chansonnier zu der Gattung Walzer. Damit war der Einstieg geschafft. Zur Bestätigung spielt der Referent "La valse á mille temps" ein. A...

Abschied mit Premiere

Abegg Trio verabschiedet sich mit Beethoven Man soll gehen, wenn's am schönsten ist. Auf ihrer Abschiedstournee schaute das Abegg Trio noch einmal in Walkenried vorbei. Dabei zeigte es, warum es auch nach vierzig Jahren immer noch zu den Spitzenensembles in Sachen Kammermusik gehört. Seit 1976 musizieren Ulrich Beetz, Birgit Erichson und Gerrit Zitterbart zusammen. 1976? Damals zog David Bowie  gerade nach Berlin und die Puhdys kündigten ihre erste Abschiedstournee an. Die Schmuserocker sind immer noch unterwegs in Sachen Aufhören und wie die Sache mit David Bowie ausgegangen ist, dürfte bekannt sein. Der Kapitelsaal ist  ein geschlossenes   Die erste Premiere zum Abschied war der Spielort. Zum ersten Mal wurde es an diesem Abend die Kammermusik nicht im Kreuzgang sondern im Kapitelsaal dargereicht. Die Verlegung hat sich ausgezahlt. Der Kapitelsaal bietet eine intime Atmosphäre, die zurückführt zu den Anfängen der Kammermusik als musikalisches Ereignis für e...

Die höchsten Weihen erfahren

Das anschließende Interview vorweg Götz Alsmann und Band begeistern mit Broadway-Melodien Selten hat jemand so schön gelogen. Am Anfang des Abends versprach der Künstler, dass es das wärmste Konzert des Jahres werden würde. Glatt gelogen und untertrieben. Ein Abend mit Götz Alsmann und Band ist nicht einfach nur ein Konzert. Es ist eine Show. Eine Show der Extraklasse, ein bisschen retro und für alle Sinne. Auf jeden Fall kann im dreistündigen Programm keine Langeweile auf. Im aktuellen Programm “Am Broadway” hat Götz Alsmann 18 Perlen aus der goldenen Ära des Musicals versammelt. Er hat sie aufgebockt, hat sie getunt und er hat ihnen mit deutschen Texten ein neues Chassis verpasst. Auf jeden Fall läuft der Unterhaltungsmotor und die Tour schon seit 2 Jahren reibungslos. Mit dem Echo-prämierte Programm “In Paris” hatte Alsmann sich vor fünf Jahren mal den Chansons zur Brust genommen. Im nächsten Jahr soll dann “In Rom” folgen. Götz Alsmann war mit seinen Jungs im Kloster....

Unterhaltsame Lehrstunde in Sachen Klassik

Ein leichter Sommerabend mit dem Staatsorchester Braunschweig So gefällig kann Musikunterricht als auch sein. Mit dem Programm "Klasse! Klassik!" hat das Staatsorchester Braunschweig eine Lehrstunde in Sachen Klassik erteilt und es klang nicht einmal im entferntesten nach Belehrung. Nein, es sind einfach drei Stücke, die einen unterhaltsamen Querschnitt durch die Epoche bilden, präsentiert von einem überzeugenden Orchester und einer überragenden Solistin. Ob Lehrstunde oder nicht, am Ende fühlte sich das Publikum gut unterhalten und erklatschte sich eine klassische Zugabe. Manche Orchester sind wie ein Ufo. Alle Fotos: tok  Ob nun Wolfgang Amadeus Mozart im Alter von 8 Jahren wirklich seine Sinfonie Nr. 1 selbst geschrieben hat oder ob der Vater maßgeblich die Feder führte, auf jeden Fall kann man hier bereits die Leichtigkeit des späteren Mozarts erkennen. Diese Leichtigkeit transportiert das Staatsorchester Braunschweig bestens. Gerd Schaller entlockt ihm eine...

Im Wald da sind die Tänzer

Ballettgala beim TheaterNatur-Festival weiß zu gefallen Natürlich geht zu einem Festival der darstellenden Künste auch der Tanz. Mit der Ballettgala "Wild|Wald|Tanz" bot das TheaterNatur-Festival einen Überblick über aktuelles Tanztheater, der sowohl insgesamt als auch in den Einzelteilen zu gefallen wusste. Doch den Versprechungen des Titels wurde die Gala nicht ganz gerecht. Es gab mehr Wald als Wild in dieser doch eher meditativen Schau. Es war mehr Romantik als Exotik, aber das muss ja kein Fehler sein. Immerhin reihte sich die Gala problemlos unter das Oberthema #ImDickichtdesWaldes ein. Zum Auftakt gab es viel Tutu, Spitze, Hacke, 1, 2, 3.   Alle Fotos: Tok Die elf Choreographien drehten sich um Thema aus der Natur. Darunter waren immerhin zwei Uraufführungen. Dies spricht für den hohen Stellenwert, den das Festival schon jetzt genießt. Und natürlich auch das internationale Ensemble mit tänzerinnen und Tänzern aus Deutschland, den Niederlanden, Italien, Sp...