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Posts für die Suchanfrage "kritiker" werden angezeigt.

Ein Parzival für alle Fälle

Sven Mattke entstaubt für Junges Theater Nordhausen Es bedarf keines Wunder, damit Sohn und Vater mal einer Meinung sind. Es braucht nur ein mitreißendes Stück Theater und schon sind sie sich einig. So geschah es am Sonnabend im Theater unterm Dach in Nordhausen. Sven Mattke und Nele Neitzke zeigten in der Uraufführung von "Young Parzival" eine großartige Aufführung. 25.000 paarweise Verse umfasst der Epos von Wolfram von Eschenbach aus den Jahren 1200 bis 1210. In Buchform sind das 16 Bände. Nele Neitzke hat es geschafft, dieses literarische Monstrum auf 65 Minuten Schauspiel zu komprimieren und konzentrieren. die Meisterleistung besteht darin, dass nichts verloren geht. Krone auf: Sven Mattke spielt den König Artus. Alle Fotos: András Dobi Der Dramaturgin und Regisseurin ist es gelungen, die lange Legende auf die Eckpunkte zu reduzieren. In beeindruckenden Schlüsselszene  setzen sie die Wegmarken. Die Entwicklung des jungen Manns, sein Prozess der Reifung wird ...

Eine Schublade voller Träume

Domfestspiele 2018: Abheben mit Peter Pan Die Antworten auf die Fragen, was witzig und was sehenswert ist, kann die Generationen spalten. Nicht so beim Familienstück der Gandersheimer Domfestspiele 2018. Peter Pan in der Inszenierung von Sarah Speiser lässt Große träumen und Kleine wachsen. Es ist ein komplettes Werk, dass nicht  nur die Sonnenseiten zeigt. Neid und Missgunst werden nicht ausgespart. Aber es ist vor allem der Kinderzimmer-Charme, der diese Inszenierung so zauberhaft macht. Das Ausstattung von Karen Briem und Sandra Becker wirkt, als wäre sie gerade eben erst entstanden, als wäre hier eine ganze Menge kindlicher Fantasie am Werke gewesen. Alles, was es braucht, ist ein wenig Vertrauen, Zuversicht, ein bisschen Feenstaub und ein wenig Mobiliar. "Mach die Schublade mit deinen Träumen auf, lass sie raus und bau' mit dem Küchentisch ein Piratenschiff". So lautet die Botschaft. Der härteste aller Kritiker ist wieder Zuhause.  Alle Fotos: Kügler ...

Pinocchio entsäuert

Collodis Kinderbuch auf der Bühne in Hall Der härteste aller Kritiker war im Auslandseinsatz. Auf dem Plan stand das Familienstück "Pinocchio" bei den Freilichtspielen in Hall. Die Inszenierung im Theaterzelt nimmt der Vorlage reichlich Moralin. Doch aus Altersgründen fällt das Urteil des härtesten aller Kritiker verhallten aus. Er fühlt sich wohl zu alt. Dabei hat Max Merker der Vorlage reichlich Schwung und einen neuen Rahmen gegeben. Entsprechend des Aufführungsortes Theaterzelt macht er aus der Geschichte einer rasante Revue. Er verpasst dem Kinderbuch noch einmal einen ordentlichen Schwung und schafft es so, Collodis Werk die stellenweise Langatmigkeit zu nehmen. Zudem macht die neue Darstellung die Älteren neugierig und den Jüngeren nimmt es etwaige Berührungsängste Dabei kann nicht nur Tina Haas als Conferencier glänzen. Selbst wenn Kinder nicht wissen, wie man dieses Amt auszufüllen,jetzt wissen sie es: Großspurig und raumgreifend und ein wenig selbstironisch, s...

Zwei gegen die ganze Hexenwelt

"Die kleine Hexe" bei den Gandersheimer Domfestspielen Familientheater soll vor allem eins machen, nämlich Spaß. "Die kleine Hexe" bei den Gandersheimer Domfestspielen erfüllt diese Anforderung. Selbst der härteste Kritiker der Welt ist zufrieden mit der Inszenierung von Sarah Speiser. Er ist ein wenig in die Jahre gekommen, der Kritiker. Immerhin kann er auf 11 Lebensjahr und vier Jahre Erfahrung als härtester aller Kritiker bauen. Damit fühlt er sich am oberen Ende der hexentauglichen Skala angekommen. Dennoch war er schnell bereit, dass diesjährige Familienstück der Domfestspiele zu bewerten: 4 von 5 Sternen hat er vergeben. Das liegt am oberen Ende seiner bisherigen Bewertungen. Für 5 von 5 Sternen braucht es wohl Eis-Service am Sitzplatz. Der härteste aller Kritiker ist zurück an alter Wirkungsstätte. Alle Fotos: Kügler Aber was hat den härtesten aller Kritiker überzeugt? Es ist wohl die Mischung aus traditioneller Erzählweise und modernem Erzähltempo...

Am Ende siegt doch die Liebe

Addams Family als schräges Familiendrama bei den Domfestspielen Man muss sie einfach mögen, diese Mischung aus schwarzem Humor, Gesang, Kitsch und Parodie. Wenn man sich drauf einlässt, dann bietet die Addams Family viele laute und leise Lacher, einige Mitschnipp- und Mitklatsch-Momente und einen kurzweiligen Abend. Zum Schluss siegt die Liebe und es bleibt die Erkenntnis, dass es selbst bei denen nicht viel anders ist als bei Familie Normalo. Die Addams sind ein wenig in die Jahre gekommen. Seit ihrem ersten Erscheinen im "New Yorker" sind mehr als 80 Jahre vergangen und die Simpsons zeigen seit mehr als 20 Jahren, dass die amerikanische Realität schlimmer ist als die Satire. Teenager in schwarzen Klamotten und mit dem Kajal-All-Inclusive-Abo gehören zum dörflichen Ortsbild und Walking Deads ist Pflichtprogramm für Pubertiere. Trotzdem tauchen die Addams immer wieder wie Untote im Kino auf. Andrew Lippa hat 2009 ein Musical zu Amerikas schrägster Familie gemacht. Achim...

Ach Michel, wärst du doch in Lönneberga geblieben

Tim Egloff inszeniert Klassiker von Astrid Lindgren als Nummerrevue Der härteste Kritiker der Welt und sein Vater waren mal wieder bei ihrem liebsten Theaterfestival. Auf dem Spielplan stand das Familienstück "Michel aus Lönneberga" nach den Büchern von Astrid Lindgren. Regisseur Tim Egloff und Dramaturgin haben aus den beschaulichen Geschichten eine grelle Show auf SpongeBob-Niveau gemacht, die vieles andeutet, nichts zu Ende bringt. Na ja, einiges habe ihm gefallen, sagt der härteste Kritiker der Welt am Ende der Vorstellung. Da wären zum Beispiel die Kuh und die Ente. Mehr dazu später. Aber warum der Michel einen Schnurrbart trage, das leucht ihm nicht ein. Da liegt halt die Krux, wenn man sich auf einen Stoff einlässt, der zum kollektiven Gedächtnis gehört. Jeder kommt so mit seinen eigenen Vorstellungen, die dann doch meist von den telegenen Bildern geprägt sind. In der Vorlage spielen die Geschichte auf einem Bauernhof Ende des 19. Jahrhunderts irgendwo im süds...

Aus der Dampflok einen ICE gemacht

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer im Deutschen Theater Göttingen Es ist durchaus ein Wagnis, dieses Werk auf die Bühne zu bringen. Schließlich hat jeder die Bilder der Augsburger Puppenkisten vor dem Erwartungshorizont. Das Deutsche Theater Göttingen hat das Wagnis aber auf sich genommen. Sein Familienstück funktioniert, weil es sich von der televisionären Vorlage abgrenzt. Es ist ein Wagnis im doppelten Sinn. Auch der härteste aller Kritiker will mal den Jim und den Lukas live sehen. Trotz seines hohen Alters von fast 13 Jahren und der einstudierten Coolness eines Pubertiers will er einen Blick auf eines der schönsten Werke deutscher Jugendliteratur wagen. Als der Vorhang sich hebt, verzaubert bereits der erste Anblick und die Musik von Michael Frei hat das Publikum schon vorbereitet. Es gibt Pop statt Volksmusik. Niemand singt das Lied von der Insel mit zwei Bergen und das ist auch ganz gut so. Die Inszenierung von Katharina Ramser macht sich so weit es geht frei von ...

Ein Spiel zwischen Theater und Therapie

DOMinos mit Premiere von "Dass nach dem Tag die Nacht kommt" Was ist Erziehung? Darum dreht sich das Stück "Dass nach dem Tag die Nacht kommt" des britischen Dramatikers Tim Etchells. Am Freitag feierten die DOMinos  mit ihrer Inszenierung voller Tempo und Experimentierfreude Premiere. Es bleibt ein zweischneidiger Eindruck zurück bei diesem Anti-Tschick. Das Werk  ist eine Mischung aus Brechtschem Lehrstück und Handkes Publikumsbeschimpfung. Auf jeden Fall Sprechtheater der gehobenen Kategorie. Das Publikum ist durch die Ankündigung schon auf jede Menge vorbereitet. Es muss noch mehr verarbeiten. Mal spricht der Chor zum Publikum (Brecht), mal spricht eine Solistin  zum Publikum (Handke). Kommunikation oder Miteinander der Darstellerinnen gibt es auf jeden Fall nicht. Gibt es dann doch Interaktion, so dreht sie sich meist um Gewalt. Die Grenzen sind eindeutig und schwarz steht gegen bunt.       Alle Foto: Kügler Unterbrochen wird das ...

Leicht und bunt wie ein Ballon

Rike Reiniger inszeniert einen traumhaften Luftballonverkäufer Poesie, Philosophie und Theater und alles zusammen in 45 Minuten und dann auch noch für Kinder. Kann das gut gehen? Ja, das kann es. Das beweißt die Inszenierung von "Der Luftballonverkäufer" am Theater unterm Dach. Zum Maus Türöffner Tag gab es noch einmal ein Sondervorstellung voller Zauber und Poesie. Traumhaft schön und leicht gibt es die Antwort auf die allerletzte aller Frage: "Wo landen die Luftballons, wenn sie davon geflogen sind". Die Freundinnen Antonella ( Uta Haase ) und Margherita ( Bianca Sue Henne ) erzählen die Geschichte vom Luftballonverkäufer Alberto. Jeden Tag bläst er die Ballons auf, bindet sie fest und stellt sich dann auf seinem Platz. Jeden Kind, dass ihm ein Geldstück gibt, gibt er einen Ballon. Sie berichten von seinem Abenteuer, das begann, als der Wind ihn und sein 400 Ballons davontrug. Auf dem Planet der verlorenen Spielsachen fand er unter den drei Sonnen alles das, wa...